Coronavirus

Uniklinik Köln produziert Schutzmasken selbst

Gerade in den ersten Monaten der Corona-Pandemie waren Mund-Nasen-Schutzmasken weltweit absolute Mangelware und nur zu hohen Preisen verfügbar. Als erstes Krankenhaus in Deutschland macht die Uniklinik Köln sich jetzt mit einer eigenen Maskenproduktionsstätte unabhängiger von internationalen Lieferengpässen.

 

Masken

Die neue Maschine für Mund-Nasen-Schutzmasken | Michael Wodak

„Die hinreichende Versorgung mit Schutzausrüstung ist ein Dauerthema in der Corona-Pandemie. Ich bin sehr froh darüber, dass die Uniklinik Köln jetzt mit einer eigenen Maschine für sich selbst, aber vor allem auch in Köln für die Stadt und die Region Schutzmasken fertigen kann. Die Uniklinik leistet damit einen weiteren wichtigen Beitrag, damit wir gemeinsam gut durch die Corona-Krise kommen“, erklärte Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, bei ihrem Besuch der Produktionsstätte.

Schutzmasken

Medizinische Gesichtsmasken, auch Mund-Nasen-Schutzmasken genannt, reichen für Arbeitsbereiche mit hohem Risiko nicht aus, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Das stellt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) mit Blick auf aktuelle Diskussionen um das Tragen von verschiedenen Schutzmasken klar.

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„Besonders zu Beginn der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass es trotz umsichtigem, vorausschauendem Management zu Engpässen bei Schutzmasken kommen kann. Die Lieferungen für das Universitätsklinikum hingen zum Beispiel an Grenzen fest und wurden teilweise sogar beschlagnahmt. Wir wollen solche Situationen in Zukunft unbedingt vermeiden. Versorgungssicherheit für unsere Patienten und Mitarbeiter ist unser oberstes Ziel. Denkbar ist für uns auch die Mitversorgung weiterer Einrichtungen wie zum Beispiel andere Krankenhäuser, Pflegeheime und Schulen“, sagte Univ.-Prof. Dr. Edgar Schömig, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik Köln.

Rund 50.000 Masken in einer Tagschicht

Die vollautomatische Produktionslinie für medizinische Gesichtsmasken schafft in einer Tagschicht rund 50.000 Masken – rund 10 Millionen pro Jahr. Bei Bedarf könnte die Produktion auf ein Drei-Schicht-Modell ausgeweitet werden. „Die Maschine wurde in Düsseldorf gebaut, den Stoff für die Masken beziehen wir aus Bayern und die Bänder sowie den Draht von einer Firma aus Wuppertal. Unsere Masken sind also komplett Made in Germany und ermöglichen damit eine weitgehende Unabhängigkeit von internationalen Lieferketten“, berichtete Damian Grüttner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Kaufmännischer Direktor der Uniklinik Köln.

Video von der Maschine in Aktion auf Twitter



Quelle: Uniklinik Köln, 25.08.2020