Merck

Umsatz und Gewinn im Q1 gesteigert

Die Bereiche Healthcare und Life Science tragen das organische Wachstum des Konzerns (+4,7 %). Der Zukauf von Sigma-Aldrich treibt den Umsatz (+20,5 %) und EBITDA vor Sondereinflüssen (+27,0 %) in die Höhe.

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Merck steigert Umsatz und Gewinn | Merck

Merck hat heute deutlich gestiegene Umsatz- und Gewinnzahlen für das erste Quartal 2016 vorgelegt. Dabei spielte der Zukauf von Sigma-Aldrich eine tragende Rolle. Auch organisch wuchs das Geschäft. „Wir sind gut ins Jahr 2016 gestartet und profitabel gewachsen. Die Integration von Sigma-Aldrich geht zügig voran und auch beim Schuldenabbau sind wir voll im Plan“, sagte Stefan Oschmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung, anlässlich der ersten Quartalszahlen, die er als Merck-CEO vorlegte. „Für 2016 erwarten wir für den Merck-Konzern weiterhin ein leichtes organisches Umsatzwachstum“, so Oschmann.

Die Umsatzerlöse von Merck stiegen im ersten Quartal um 20,5 % auf 3,7 Mrd € (Q1 2015: 3,0 Mrd €). Organisch stieg der Umsatz des Konzerns um 4,7 %, getragen vom starken operativen Geschäft der Unternehmensbereiche Healthcare und Life Science. Akquisitionsbedingt stieg der Umsatz um 19,8 %, was ganz wesentlich auf den Zukauf von Sigma-Aldrich zurückgeht, der im November 2015 abgeschlossen und nun erstmals für ein volles Quartal konsolidiert wurde.

Gegenwind bekam Merck von der Währungsseite, wo negative Währungseffekte in Höhe von -4,0 % zu verzeichnen waren, die vor allem auf lateinamerikanische Währungen zurückgingen. Merck wuchs im ersten Quartal in allen Berichtsregionen organisch, besonders in den beiden Regionen Nord- und Lateinamerika. Der Anteil von Nordamerika stieg durch die Sigma-Aldrich-Akquisition deutlich auf 26 % (Q1 2015: 20 %). Größte Berichtsregion war mit einem Anteil von 33 % am Konzernumsatz Europa.

EBITDA klettert um 27%

Das EBITDA vor Sondereinflüssen, die wichtigste Steuerungskennzahl des Konzerns, stieg getragen von der guten operativen Entwicklung bei Healthcare und Life Science sowie dem Sigma-Aldrich-Zukauf um 27,0 % auf 1,1 Mrd € (Q1 2015: 853 Mio €). Das EBIT des Konzerns stieg um 76,8 % auf 849 Mio € (Q1 2015: 480 Mio €). Darin enthalten ist als Sondereinfluss der Gewinn aus dem im Oktober 2015 bekanntgegeben Verkauf der Rechte an Kuvan in Höhe von rund 325 Mio €. Das Konzernergebnis hat Merck in den ersten drei Monaten des Jahres auf 591 Mio € mehr als verdoppelt (Q1 2015: 282 Mio €). Das Ergebnis je Aktie vor Sondereinflüssen stieg im ersten Quartal 2016 um 37,5 % auf 1,54 € (Q1 2015: 1,12 €).

Merck hat nach dem Sigma-Aldrich-Kauf mit der Entschuldung des Konzerns begonnen und seine Nettofinanzverbindlichkeiten im ersten Quartal um 581 Mio € auf 12,1 Mrd € gesenkt, nachdem die Verschuldung zum Jahresende 2015 – bedingt durch die Kaufpreiszahlung – stark gestiegen war. Merck strebt wie bei den großen Akquisitionen der Vergangenheit eine rasche und durchgreifende Entschuldung an. Zum 31. März 2016 beschäftigte der Konzern weltweit 50.259 Mitarbeiter.

Healthcare mit gutem organischen Wachstum

Der Unternehmensbereich Healthcare erzielte im ersten Quartal 2016 ein gutes organisches Umsatzwachstum von 5,4 % und wuchs dabei in allen Regionen außer Europa organisch. Dem standen negative Währungseffekte in Höhe von -6,8 % gegenüber. Zudem wirkte sich der Verkauf der Rechte an Kuvan an BioMarin Pharmaceuticals mit -1,0 % auf die Umsatzentwicklung aus. Somit ergab sich für Healthcare in den ersten drei Monaten des Jahres ein Umsatzrückgang um -2,4 % auf 1,6 Mrd € (Q1 2015: 1,7 Mrd €).

Das Medikament Rebif, das zur Behandlung schubförmiger Formen der Multiplen Sklerose dient, verzeichnete im ersten Quartal 2016 trotz zunehmenden Wettbewerbs durch orale Präparate lediglich einen leichten organischen Umsatzrückgang von -1,5 %. Zusammen mit leicht negativen Währungseffekten in Höhe von -0,2 % ergaben sich Rebif-Umsätze in Höhe von 422 Mio € (Q1 2015: 430 Mio €). Der Umsatz mit dem Krebsmedikament Erbitux wuchs organisch um 3,8 %. Zusammen mit negativen Währungseffekten in Höhe von -3,2 % ergaben sich stabile Erbitux-Umsätze von 207 Mio € (Q1 2015: 205 Mio €). Mit Gonal-f, dem führenden Medikament zur Fruchtbarkeitsbehandlung, erzielte Merck im ersten Quartal ein starkes organisches Umsatzwachstum von 17,0 %. Unter Berücksichtigung negativer Währungseffekte wuchsen die Umsätze auf 187 Mio € (Q1 2015: 164 Mio €).

Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Unternehmensbereichs Healthcare wuchs dank des soliden organischen Geschäfts und entfallenen Provisionsaufwendungen, die aus der gemeinsamen Vermarktung von Rebif in den USA mit Pfizer herrührten, um 10,3 % auf 508 Mio € (Q1 2015: 461 Mio €), trotz erhöhter Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen vor allem für das immunonkologische Avelumab-Programm.

Zum 1. Januar 2016 wurden im Zuge des strategischen Produkttransfers im Bereich Healthcare Vitaminpräparate in Indien aus dem Biopharma-Geschäft zu Consumer Health übertragen, wo sie das bestehende Geschäft ergänzen. Der Jahresumsatz des übertragenen Geschäfts beläuft sich insgesamt auf rund 45 Mio €.

Life Science steigert Profitabilität organisch und durch Akquisition

Der Umsatz des Unternehmensbereichs Life Science stieg im ersten Quartal des Jahres um 89,3 % auf 1,4 Mrd € (Q1 2015: 738 Mio €). Neben kräftigem organischen Wachstum von 8,9 % über alle Regionen hinweg trieb dabei die Akquisition von Sigma-Aldrich die Umsätze um 81,6 % beziehungsweise 602 Mio € in die Höhe. Währungseffekte wirkten sich dagegen im Berichtsquartal mit -1,3 % nur gering aus.

Die Geschäftseinheit Process Solutions, die Produkte und Dienstleistungen für die gesamte Wertschöpfungskette der Arzneimittelherstellung anbietet, erzielte ein kräftiges organisches Umsatzwachstum von 15,9 %. Der organische Umsatz der Geschäftseinheit Applied Solutions, die Testlabore in Klinik, Diagnostik sowie Lebensmittelindustrie und Umweltwesen unterstützt, verzeichnete einen organischen Umsatzanstieg von 3,6 %. Die Geschäftseinheit Research Solutions, die sich auf akademische und pharmazeutische Forschungseinrichtungen fokussiert, erzielte ein organisches Umsatzwachstum von 2,0 %.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Life Science lag im ersten Quartal mit 393 Mio € mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum (Q1 2015: 184 Mio €). Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen stieg auf 28,1 % (Q1 2015: 25,0 %).

Bei der Integration von Sigma-Aldrich macht Merck gute Fortschritte. „Seit der Übernahme im November haben wir die branchenführende E-Commerce-Plattform von Sigma-Aldrich in den USA um etwa die Hälfte des bestellbaren ehemaligen Merck-Millipore-Portfolios ergänzt, in Europa um 30 Prozent“, so Merck-CEO Oschmann. (Merck, red)