Ultraschallverfahren

Jeder Zweite leidet an Knoten in der Schilddrüse

Mit modernen Ultraschallverfahren können bösartige Schilddrüsenknoten besonders genau identifiziert werden. Wie das funktioniert und wie die Knoten per Ultraschall untersucht werden, erklären Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin.

Schilddrüse

Schilddrüsenerkrankungen gehören zu den weit verbreiteten Volksleiden. | krishnacreations - stock.adobe.com

Schätzungen zufolge leidet in Deutschland jeder zweite über 60-jährige Patient an einem Knoten der Schilddrüse. Mit modernen Ultraschallverfahren können bösartige Schilddrüsenknoten besonders genau identifiziert werden. Wie das funktioniert und wie die Knoten per Ultraschall untersucht werden, erklären Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) in Leipzig im Rahmen des Dreiländertreffens der deutschen, österreichischen und Schweizer Ultraschall-Fachgesellschaften.

Schilddrüsenknoten

Der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner (BDN) gibt eine Übersicht über die derzeitigen Therapiemöglichkeiten bei Schilddrüsenknoten und rät Betroffenen, sich von ihrem behandelnden Arzt über alle Alternativen beraten zu lassen.

 

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Die Schilddrüse ist ein kleines Organ mit immenser Bedeutung. Die von ihr produzierten Hormone regulieren unzählige Stoffwechselprozesse im Körper – und wenn sie nicht richtig funktioniert, hat dies eine große Auswirkung auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Betroffenen.

Schilddrüse für die Ultraschalldiagnostik sehr gut zugänglich

„Neben den funktionellen Störungen wie Unter- und Überfunktion kommt es häufig zu strukturellen Veränderungen der Schilddrüse, die sich in einer diffusen Vergrößerung oder auch in einer Knotenbildung äußern können“, erklärt Prof. Dr. med. Peter Jecker, Chefarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Plastische Kopf-Hals-Chirurgie am Klinikum Bad Salzungen und Präsident der DEGUM. Manche Patienten leiden an einem Dauerräuspern, an Schluckbeschwerden bis hin zur Atemnot. „Auch wenn derartige Knoten relativ häufig vorkommen, handelt es sich nur selten um bösartige Erkrankungen“, sagt Jecker.

Unter den bildgebenden Verfahren nimmt die Sonografie eine zentrale Stellung in der Diagnostik von Schilddrüsenerkrankungen ein. Da die Schilddrüse sehr oberflächlich im Hals gelegen ist und in der Regel nicht von Knochen oder lufthaltigen Organen überdeckt wird, ist sie für die Ultraschalldiagnostik sehr gut zugänglich. „Die hochauflösende Ultraschalltechnik ermöglicht heute bereits die Erkennung und die Differenzierung von Knoten, die kleiner als ein Zentimeter sind“, so der DEGUM-Präsident weiter. Dabei kann der Untersucher im Ultraschall feststellen, ob es sich möglicherweise um gut- oder bösartige Knoten handelt.

Elastografie - ein relativ neues Verfahren

„Heute steht uns beispielsweise mit der Elastografie vielerorts ein relativ neuartiges Verfahren zur Verfügung, dass für die Zukunft eine noch bessere Abklärung von Schilddrüsenknoten verspricht“, sagt Jecker. Dabei handelt es sich um eine Technik, mit der man mittels Ultraschall die Festigkeit von Schilddrüsenknoten bestimmen kann. Bösartige Knoten unterscheiden sich im Härtegrad von den gutartigen.

Wegen seiner hohen Aussagekraft und seines breiten Einsatzgebietes hat der Ultraschall andere Bildgebungsverfahren in der primären Schilddrüsendiagnostik abgelöst. „Bei der Szintigrafie handelt es sich in erster Linie um eine Untersuchung, die Aussagen zur Schilddrüsenfunktion oder zur Hormonaktivität von Knoten ermöglicht“, betont Jecker. „Im Gegensatz zum Ultraschall ist hingegen die Aussagekraft bezüglich der Gut- oder Bösartigkeit von Schilddrüsenknoten geringer.“ Und auch bei der Punktion kommt der Ultraschall zum Einsatz: Die sogenannte ultraschallgesteuerte Feinnadelpunktion stellt eine schmerzfreie, risikoarme und effektive Methode der Zellprobengewinnung dar.


Quelle: DEGUM, 08.10.2019