Premium Studie zeigt erhöhtes Infektionsrisiko bei ungeregelter Aufbereitung

Ultraschalluntersuchungen 
im Schleimhautbereich

Die Anwendung von Ultraschall zur Darstellung und Beurteilung innerer Organe ist aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken. Fast jede Hausarztpraxis verfügt heute bereits über ein fahrbares Ultraschallgerät.

Ultraschalluntersuchungen im Schleimhautbereich

Untersuchungsplatz mit transrektaler Ultraschallsonde. Diese ist mit einem Kunststoffüberzieher („Kondom“) geschützt, der jedoch die Sonde nicht bis zum Handgriff bedeckt. | © Prof. Dr. med. M. Trautmann

Neben dem perkutanen Ultraschall werden seit etwa 10–15 Jahren zunehmend auch sogenannte endokavitäre Untersuchungen durchgeführt. Hierbei handelt es sich um Untersuchungen, bei denen durch eine schlanke Ultraschallsonde, die in eine Körperöffnung eingeführt wird, innere Organe beurteilt werden. Diese Untersuchungen werden überwiegend von spezialisierten Fachärzten vorgenommen. In Tabelle 1 sind die in der Praxis am häufigsten eingesetzten Verfahren zusammengestellt.

Hygienerisiken der endokavitären Untersuchung

Aus hygienischer Sicht liegt die Besonderheit dieser Verfahren darin, dass die Schleimhäute des Menschen regelhaft mit einer Vielzahl von Bakterien und Pilzen besiedelt sind. Bei manchen Patienten, vor allem im Krankenhaus, kann es sich dabei auch um multiresistente Krankenhauskeime handeln. Bei den endokavitären Untersuchungen besteht daher immer das Risiko, dass die Ultraschallsonde, wenn sie bei mehreren Patienten hintereinander zum Einsatz kommt, Besiedlungs- oder Infektionserreger überträgt. Außer Bakterien und Pilzen können auch Viren übertragen werden. So können zum Beispiel humane Papillomviren (HPV), die bei einigen Menschen anogenitale Warzen verursachen, mit der Ultraschallsonde in Kontakt kommen. Manche HPV lösen auch Zervixkarzinome aus. Wird die Ultraschallsonde nach einer Untersuchung nicht zuverlässig desinfizierend aufbereitet, droht die Gefahr der Virusübertragung auf nachfolgende Patienten. Da zudem unerkannte Schleimhautläsionen bei der Untersuchung vorkommen oder auch bereits vorher bestehen können, ist auch die Übertragung blutübertragener Erreger wie zum Beispiel von HIV oder Hepatitisviren nicht ausgeschlossen.

 

Entnommen aus MTA Dialog 11/2019

Bitte geben Sie Ihre Logindaten ein

Die Vollansicht des Artikels ist nur für registrierte Nutzer möglich. Bitte loggen Sie sich daher mit Ihren Zugangsdaten ein:

Log-in
Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und Ihr Passwort ein, um sich einzuloggen.


Sollten Sie Ihr persönliches Passwort einmal vergessen haben, können Sie sich hier jederzeit ein neues Passwort vergeben.

Noch nicht registriert? Zur Registrierung für Mitglieder und Abonnenten