Gemeinsame Task Force

Trotz Corona-Krise: Versorgung von Krebspatienten sicherstellen

Die Deutsche Krebshilfe, das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Deutsche Krebsgesellschaft haben sich zusammengetan und eine gemeinsame Task Force eingerichtet, um über ihre Krebsinformationsdienste deutschlandweit betroffene Patientinnen und Patienten zu beraten und mit aktuellen Informationen zu versorgen.

Coronakrise Krebs

In Deutschland erkranken durchschnittlich etwa 1.400 Menschen täglich neu an einer Krebserkrankung, die oft lebensbedrohlich ist. | Schwerdt/Krebsinformationsdienst/DKFZ

Das Infonetz Krebs der Deutschen Krebshilfe und der Krebsinformationsdienst KID des Deutschen Krebsforschungszentrums sind mit einer zunehmenden Anzahl von Anfragen von äußerst beunruhigten Krebspatientinnen und -patienten konfrontiert. Diese weisen darauf hin, dass aufgrund der Corona-Situation bei einzelnen Patientinnen und Patienten diagnostische Maßnahmen oder Therapien angepasst oder sogar verschoben werden.

Der gegenwärtige Ausbruch der Coronavirus-assoziierten akuten Atemwegserkrankung namens Coronavirus-Krankheit 19 (COVID-19) beziehungsweise SARS-CoV-2 ist der dritte dokumentierte Ausbruch eines tierischen Coronavirus auf den Menschen in nur 2 Jahrzehnten. Die Infektion mit dem neuen Coronavirus stellt eine Bedrohung für die Weltgesundheit der Bevölkerung dar.

weiterlesen

Die Verläufe und Therapieverfahren bei Krebs unterscheiden sich je nach Tumorart stark. Daher benötigt auch in der aktuellen Krisensituation jede Patientin und jeder Patient eine Behandlung, die auf die individuelle Situation zugeschnitten ist. "Es gibt bei Krebs manchmal Erkrankungssituationen, in denen kein schnelles Handeln erforderlich ist. In anderen Fällen ist eine dringende Behandlung geboten, um Heilungschancen nicht zu gefährden", sagt Prof. Dr. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums, und ergänzt: "In wieder anderen Fällen muss die Behandlung aufgrund einer besonderen Infektionsgefährdung von Patienten individuell angepasst werden. Pauschale Empfehlungen lassen sich daher nicht geben."

Ausbau eines Frühwarnsystems

In Deutschland erkranken durchschnittlich etwa 1.400 Menschen täglich neu an einer Krebserkrankung, die oft lebensbedrohlich ist. Hunderttausende Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen befinden sich in Diagnostik und Therapie. "Trotz der sich schnell ausbreitenden COVID-19-Pandemie, die das Gesundheitssystem vor besondere Herausforderungen stellt, darf die Versorgung unter keinen Umständen vernachlässigt werden", sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe.

Um kontinuierlich zu analysieren, ob es während der COVID-Pandemie zur Unterversorgung von Krebspatienten und -patientinnen in Deutschland kommt, baut die gemeinsame Task Force von DKFZ, Deutscher Krebshilfe und Deutscher Krebsgesellschaft derzeit ein Frühwarnsystem unter Einbeziehung ihrer Netzwerke mit universitären Krebszentren, zertifizierten onkologischen Zentren, den Krebsinformationsdiensten und weiteren Partnern auf. Die aktuelle Versorgungslage in Deutschland wird regelmäßig bewertet, um kurzfristig den Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern zu suchen.

"Wir gehen davon aus, dass die verantwortlichen Behandler vor Ort mit ihren Patienten gemeinsam das Interesse haben, auch unter den erschwerten Bedingungen zu einer bestmöglichen Lösung für ihre Patienten zu kommen, dazu gehört auch, Risikopatienten mit Krebs vor weiteren gesundheitlichen Problemen zu schützen", so Prof. Dr. Olaf Ortmann, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft.

 

Der Krebsinformationsdienst des DKFZ (0800 - 420 30 40, krebsinformationsdienst@dkfz.de) und das Infonetz Krebs der Deutschen Krebshilfe (0800 - 80 70 88 77, krebshilfe@infonetz-krebs.de) stellen bereits seit Beginn der COVID-19-Pandemie zusätzliche Informationen für Krebspatienten zur Verfügung. Darüber hinaus wurden die Kapazitäten zur Beratung und Diskussion vorgeschlagener Behandlungsoptionen weiter ausgebaut.



Quelle: Deutsche Krebshilfe/Deutsches Krebsforschungszentrum/Deutsche Krebsgesellschaft, 25.03.2020