Tagung des IFBLS

Treffen der Chefdelegierten in Lissabon

Die diesjährige Tagung des IFBLS (International Federation of Biomedical Laboratory Science) fand in der Zeit vom 18. bis zum 20.09.2015 in Lissabon statt.

IFBLS-Tagung

Lissabon

Die Tagung in ungeraden Jahren gilt der Vorbereitung der GAD (General Assembly of Delegates), was unserer Jahreshauptversammlung entspricht. Unsere japanischen Kollegen werden den 32. Weltkongress des IFBLS ausrichten und informierten über den Stand der Vorbereitungen. Der Weltkongress findet vom 30.08.–04.09.2016 in Kobe/Japan mit dem Thema „International Innovation of Laboratory Medicine – Basic and Advanced“ statt.

Nach der Entgegennahme des Geschäftsberichtes des IFBLS-Vorstandes folgten Berichte und Diskussionen zu wichtigen Themen wie:

Labs are Vitaldas IFBLS E-learning Programm (für DVTA Mitglieder frei zugänglich auf http://www.ifbls.org) das IFBLS E-Journal (eine sehr gute Möglichkeit für DVTA Mitglieder, wissenschaftlich zu publizieren)Kollaboration mit der WHO (World Health Organization) IDBLSE (International Directory of Biomedical Laboratory Science Education).

Das “Education Committee” erarbeitet periodisch ein Paper, in dem alle Ausbildungen der IFBLS-Mitglieder dokumentiert sind. Das Original wurde 1996 erstellt, 2006 aktualisiert und nun soll eine weitere, aktualisierte Version folgen. Inzwischen haben die meisten IFBLS-Mitglieder über den Ausbildungsstand (BLS) berichtet und das Committee wird nun eine aktualisierte Version erstellen.

Der IFBLS ist seit vielen Jahren NGO (Non Governmental Organization) der WHO. Jährlich muss der IFBLS einen Bericht einreichen zum aktuellen Stand des gemeinsamen Projektes.

ISCO (International Standard Classification of Occupations –Internationale Standardklassifikation der Berufe)

ESCO (European Skills, Competences, Qualifications and Occupations – Europäische Klassifizierung für Fähigkeiten/Kompetenzen, Qualifikationen und Berufe).

Die ISCO und ESCO Klassifikation spielt auch eine Rolle im europäischen Verband. Die Kolleginnen und Kollegen des EPBS sind bemüht, in den entsprechenden Gremien beteiligt zu werden – erste erfolgversprechende Kontakte wurden geknüpft.

Soziale Medien und künftige Kommunikationsstrategie

Marie Nora Roald, die Ihre Präsidentschaft 2016 antreten wird, berichtete über die sozialen Medien und einer künftigen Kommunikationsstrategie. Dies ist für den IFBLS von weitreichender Bedeutung, da die Mitglieder und Delegierten diese dringend benötigen, um in Kontakt und Austausch zu bleiben. Der IFBLS ist seit kurzem auch auf „Facebook“ und „Twitter“ zu finden!

Daneben fanden noch Gruppendiskussionen zu den IFBLS „Hosting Guidelines“ (Richtlinien zur Ausrichtung eines Weltkongresses) statt. Auf Betreiben des DVTA wurde im Nachgang des Weltkongresses 2012 in Berlin ein Arbeitskreis zur Überarbeitung der Richtlinien ins Leben gerufen. Diese Diskussion sollte auch Gedanken und Vorschläge der Delegierten zur Ausrichtung eines Weltkongresses aufgreifen und mit einbinden. Es handelt sich hierbei um ein sehr komplexes Thema, welches sehr kontrovers von den Delegierten diskutiert wurde. Mit einem abstimmungsfähigen Ergebnis wird nicht vor Ende 2016 zu rechnen sein.

Des Weiteren wurde über die Grundlage der Berechnung der Mitgliedsbeiträge sowie über Änderungen des Wahlrechtes diskutiert. Obgleich erst in 2012 das Wahlrecht und die Beitragsstruktur neu abgestimmt wurden, gibt es innerhalb des IFBLS Bestrebungen, diese erneut zu verändern. Es gilt zu berücksichtigen, dass innerhalb des IFBLS-Verbandes Mitgliedsbeiträge eine besondere Bedeutung haben, da viele Entwicklungs- und Schwellenländer Mitglied im IFBLS sind.

Fernando Mendes, Generalsekretär des EPBS, stellte den Delegierten das MARBLE (European Joint Master Degree in Biomedical Laboratory Science) Projekt vor. Dieses Programm bietet die erste Möglichkeit, einen europäischen Master Degree in Biomedizinischer Analytik, innerhalb von zwei Jahren, zu erwerben. Damit ist dieses Projekt zukunftsweisend und verdeutlicht, wie sehr die „MTA“ mit einer Ausbildung in Deutschland benachtei-ligt ist und wie groß der Nachholbedarf auf deutscher Seite ist. Eine der vordringlichsten Aufgaben des DVTA ist es nun, die MTA-Ausbildung auf europäischem und internationalem Niveau gleichwertig zu gestalten.

Annette Artelt, Chefdelegierte Europäische-Internationale VerbändeMarianne Nordheim, Vorstand Berufsausübung, Laboratoriums-/Veterinärmedizin

 

Entnommen aus MTA Dialog 11/2015