Neues aus der Berufspolitik

Termin im Bundeskanzleramt

Am 2. August hatte der DVTA einen Termin im Bundeskanzleramt. Der DVTA machte deutlich, dass eine Novellierung der MTA-Ausbildung und Prüfungsverordnung wie des MTA-Gesetzes dringend notwendig sei.

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Der DVTA hält eine Novellierung der MTA-Ausbildung für dringend erforderlich. | © zinkevych – Fotolia

Am 2. August 2017 hatte der DVTA, vertreten durch Christiane Maschek, Rebecca Lauterbach, Anke Ohmstede und Elske Müller-Rawlins, einen Termin im Bundeskanzleramt mit Martin Weiland, dem Direktor für soziale Angelegenheiten, Gesundheitspolitik und Arbeitsmarktpolitik, sowie Stefan Kügele, zuständig für die Gesundheitspolitik. Der DVTA machte in Bezugnahme auf das Forderungspapier des DVTA deutlich, dass eine Novellierung der MTA-Ausbildung und Prüfungsverordnung wie des MTA-Gesetzes dringend notwendig sei, da diese aus den Jahren 1993/1994 stammen und die schnell fortschreitenden medizinischen und technologischen Fortschritte sowie gesellschaftlichen Entwicklungen nicht mehr abbilden.

Hierbei wurde deutlich gemacht, was die Attraktivität der Ausbildung steigern würde, wie zum Beispiel Schulgeldfreiheit, die Bezahlung einer Ausbildungsvergütung, eine Teilzeitausbildungsmöglichkeit und die Änderung der Berufsbezeichnung, die immer noch den Assistenten aufweist, gleichwohl MTA die ihnen vorbehaltene Tätigkeiten auf Anordnung des Arztes selbstständig und eigenverantwortlich durchführen.

Im Weiteren wurde auch zur Sprache gebracht, dass die horizontale Durchlässigkeit die Attraktivität des Berufes steigern würde. Das heißt, dass MTA einer Fachrichtung verkürzt in einer anderen Fachrichtung ausgebildet werden könnten. Auch andere nicht ärztliche Gesundheitsberufe könnten dann unter Anrechnung ihres Berufes verkürzt zur MTA ausgebildet werden. Die vertikale Durchlässigkeit durch Karriereperspektiven in Form von hochschulischen Angeboten für Lehre, Leitung, Forschung sowie Spezialaufgaben würden die Attraktivität des Berufes ebenfalls steigern.

Das Bundesministerium für Gesundheit, das seit 2013 vom DVTA einen entsprechenden Novellierungsvorschlag vorliegen hat, hat bislang zurückgemeldet, dass aufgrund der bisherigen Gesetzgebungsverfahren, insbesondere auch der Pflegeberufereform, noch keine Zeit für eine Aktualisierung im MTA-Bereich war.

Das Bundeskanzleramt will nun ein Gespräch mit dem Bundesministerium für Gesundheit suchen und, sofern die CDU in der Regierung bleibt, eine Absicherung im Koalitionsvertrag oder gesetzgeberische Flankierungen forcieren.

Bündnis Technische Allianz (TA)

Das Bündnis TA hat die Rückmeldung zum Forderungspapier des Bündnisses TA unter www.buendnis-ta.de ins Internet eingestellt.

Bei den Antworten der Parteien wird deutlich, dass die CDU/CSU eine Qualitätsoffensive Lehrerbildung digital anstrebt. Hierbei sollen die Ausbildungsverordnungen nach den aufkommenden Bedarfen in Abstimmung mit den Sozialpartnern modernisiert werden. Die CDU/CSU sieht keinen Fachmangel bei den MTA-Berufen, sieht aber Handlungsbedarf, um den Bedarf an MTA-Berufen aufgrund des demografischen Wandels künftig zu decken.

Die SPD setzt auf das Berufsbildungsgesetz und will durch eine Fokussierung auf die berufsschulische Ausbildung, hierbei insbesondere über die duale Ausbildung, zu einer Ausbildungsvergütung kommen und einen bundeseinheitlichen Rahmen für die Gesundheitsfachberufe in einer vollschulischen echten dualen Ausbildung erreichen.

Die Linke plädiert für eine Ausbildungsfinanzierung durch solidarische Umlagen- oder Steuerfinanzierung. Der von der Bundesregierung angestrebte Digitalpakt soll dabei alle Schulformen und Bildungsbereiche erfassen. Lehrkräfte sollen entsprechend aus- und weitergebildet werden. Die Linke strebt danach, bundeseinheitliche Regelungen der Vergleichbarkeit der Ausbildungsinhalte und der gegenseitigen Anerkennung zu erreichen. Fort- und Weiterbildungen sollen modularisiert werden.

Bündnis 90/Die Grünen halten einen Wegfall des Schulgeldes für erforderlich. Wer nach dem Schulabschluss vor der Entscheidung für eine mögliche Ausbildung und Studiengänge steht, soll nicht durch die Kosten der Ausbildung für einen technischen Assistenzberuf abgeschreckt werden. Bündnis 90/Die Grünen wollen sich außerdem für eine bessere Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung, insbesondere auch durch Modernisierung der beruflichen Schulen, einsetzen. Eine Reform halten sie nur durch eine Allianz von Bund, Ländern und Sozialpartnern für möglich.

Das Bündnis TA wird zu den Ergebnissen eine Pressemitteilung verfassen, in der die Standpunkte des Bündnisses TA deutlich gemacht werden, insbesondere, dass ein klarer Fachkräftemangel in den technischen Berufen in Medizin, Naturwissenschaft und Pharmazie gegeben ist. Daher sei es für die Attraktivität der Ausbildung dringend erforderlich, dass diese schulgeldfrei und mit einer Ausbildungsvergütung erfolgt sowie dass die Ausbildungsinhalte an die aktuellen Fortschritte in Medizin und Technologie angepasst werden, um auch künftige Bedarfe, gerade im digitalen Zeitalter, abzudecken.

Nationaler Gesundheitsberuferat

Anke Ohmstede hat für den Nationalen Gesundheitsberuferat (NGBR) einen Flyer entworfen, der auf die Bedeutung des Zusammenschlusses für die Gesundheitsversorgung der Patienten eingeht. Der DVTA hat angeregt, dass der nächste Hauptstadtkongress vom NGBR aktiv genutzt werden sollte, um alle Akteure des Gesundheitswesens ins Gespräch zu bringen und gemeinsam zu überlegen, wie man eine Gesundheitsversorgung zum Wohle des Patienten am besten gemeinsam erreichen kann.

 

Entnommen aus MTA Dialog 9/2017