Modellprojekt

Telemedizin für die Halligen

Das Projekt "HALLIGeMED" wurde ins Leben gerufen, um die medizinische Versorgung vor Ort zu verbessern und um die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Telemedizin zu untersuchen.

Halligen

Gesundheitsminister Garg (v.l.) und Innenstaatssekretärin Herbst mit den Projektpartnern vom UKSH | UKSH

Muss ein Bewohner der Halligen dringend medizinisch behandelt werden, wird er gegenwärtig mittels Rettungshubschrauber oder Seenotrettungskreuzer auf das Festland transportiert. Oftmals kann der Patient innerhalb von 48 Stunden wieder an seinen Wohnort zurückkehren, da eine längerfristige stationäre Behandlung nicht erforderlich war. Das Pilotprojekt "HALLIGeMED" soll die medizinische Versorgung vor Ort verbessern.

Kinderchirurgie

Inhalt des Projekts „Mainz-Tele-Surgery“ ist die Überprüfung der Machbarkeit und der Qualität des gesamten kinderchirurgischen Behandlungsspektrums in Form einer allgemeinen telemedizinischen Beratung und Betreuung.

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Auf den Halligen liegt die notfallmedizinische Kompetenz allein in den Händen eines rettungsdienstlich ausgebildeten Krankenpflegers. Unterstützung bei der medizinischen Versorgung von dringenden Behandlungsfällen soll nun ein telemedizinisches Assistenzsystem leisten. Dazu haben Sozial- und Innenministerium gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) das Projekt "HALLIGeMED" ins Leben gerufen, um die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Telemedizin zu untersuchen. Das Land fördert das Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren mit 750.000 Euro

Gesundheitsminister Heiner Garg und Innenstaatssekretärin Kristina Herbst haben nun die Förderbescheide im Institut für Rettungs- und Notfallmedizin übergeben. Die Mitarbeiter des Instituts übernehmen die medizinische Betreuung des Projekts "HALLIGeMED".

Nicht nur für die Halligen von Bedeutung

"Die Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung bietet die große Chance, Ärztinnen und Ärzte zum Wohle der Patientinnen und Patienten zu unterstützen und zu entlasten", sagte Garg. Die Telemedizin könne hierbei eine Brücke zwischen ambulanter und stationärer Versorgung von Halligbewohnern schlagen. Dieses große Potenzial solle genutzt und exemplarisch erprobt werden.

Für Staatssekretärin Herbst ist dieses Projekt nicht nur für die Halligen von großer Bedeutung: "Wir verbessern gemeinsam – zunächst modellhaft und für die nächsten drei Jahre – die medizinische Notfallversorgung für eine Teilregion des Landes, die besondere Herausforderungen zu tragen hat". Die gesammelten Erkenntnisse könnten dann gegebenenfalls auf andere ländliche Regionen in Schleswig-Holstein übertragen werden.

Das Universitätsklinikum schult das medizinische Personal und stellt via telemedizinischem Assistenzsystem die fachärztliche Beratung rund um die Uhr an 365 Tagen sicher. Dadurch sollen Fehleinschätzungen, aber auch Verzögerungen im Behandlungsablauf minimiert und so die Sicherheit der Patienten erhöht werden.


Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren SH, 15.03.2018