Telemedizin

Tele-Neurologie wird in Vorpommern ausgeweitet

Zweite Klinik anschließen

Jetzt soll mit dem DRK-Krankenhaus Teterow zeitnah eine zweite Klinik an das Tele-Netzwerk angeschlossen werden. Erstmals wird auch eine allgemeine Hausarztpraxis in das Tele-Stroke-Netz eingebunden. Dabei handelt es sich um die hausärztliche Gemeinschaftspraxis von Dr. Hans-Michael Dittrich und Christian Engel in Anklam, die mit dem dort niedergelassenen Mediziner und Internisten Dr. Gregor Feldmeier als Projektpartner fungiert.

„Wir wollen zusätzlich Patienten mit anderen neurologischen Erkrankungen, also nicht nur Schlaganfallpatienten, mitbetreuen“, erläuterte der Neurologe und Greifswalder Klinikdirektor Prof. Christof Kessler. „Die Palette reicht von epileptischen Anfällen bis hin zu Parkinsonpatienten. Damit betreten wir Neuland.“ Die gemeinsame Konsultation erfolgt zwischen Hausarzt, Neurologen und Patienten. Somit können für den Patienten weitere diagnostische Schritte, Therapiekonzepte und anschließende Verlaufskontrollen im vertrauten Umfeld und ohne lange Anfahrtswege erfolgen.

Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft legt an Tempo zu

„Die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft hat an Tempo zugelegt. Dabei können wir hier in Mecklenburg-Vorpommern auf bereits in der Vergangenheit erfolgreich umgesetzte Projekte zurückgreifen“, machte Wirtschaftsminister Glawe deutlich. Exemplarisch dafür stehe „AGnES“ (Arzt-entlastende, gemeindenahe, E-Health-gestützte, systemische Intervention), die Delegation hausärztlicher Leistungen auch mittels Telemedizin, die inzwischen bundesweit in die Regelversorgung übergegangen ist. Bereits 2009 wurde in Greifswald der erste Integrierte Funktionsbereich Telemedizin (IFT) etabliert, um die neuen technischen Möglichkeiten für eine qualitativ hochwertige Patientenbetreuung nutzbar zu machen.

Hintergrundinformationen:

Die Förderung des Pilotprojekts zur Verbesserung der fachneurologischen Versorgung in strukturschwachen Regionen MV erfolgt aus Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Das Vorhaben unterstützt insgesamt die Strategie des Landes Mecklenburg-Vorpommern, die im Masterplan Gesundheitswirtschaft MV 2020 verankert wurde. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 werden in Mecklenburg-Vorpommern für die Förderung von Projekten der Gesundheitswirtschaft rund zehn Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden ca. 30 bis 40 Prozent der EU-Mittel für Forschung und Entwicklung, insgesamt 168 Millionen Euro, für den Schwerpunkt Medizintechnik und Biotechnologie eingesetzt.

#Schlaganfall Rund 200.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Schlaganfall, an dessen Folgen viele Betroffene sterben. Damit ist der Infarkt im Gehirn die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen und Pflegebedürftigkeit im Erwachsenenalter. In erster Linie betrifft die Erkrankung zwar ältere Menschen, aber jährlich erleiden auch 200 bis 300 Kinder einen Schlaganfall. Ausgelöst wird diese Katastrophe im Kopf, wenn Blutgefäße verstopfen oder platzen. Es entsteht ein plötzlicher Sauerstoffmangel, der die Hirnfunktionen und damit die Steuerung des Körpers beeinträchtigt. Oft kommt es zu Bewusstseinsstörungen, halbseitigen Lähmungen und Ausfallerscheinungen des Sprech- oder Sehvermögens. (idw, red)