Dialog

Susann Langebröker und Katie Rütten im Interview

EPBS Students Forum 2016
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Interview
Katie Rütten (links) und Susann Langebröker (rechts) © Susann Langebröker
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Susann Langebröker begann ihre MTLA-Ausbildung 2015 an der Gesundheitsakademie Ernst von Bergmann in Potsdam. Katie Rütten hatte dort bereits 2014 ihre Ausbildung zur MTLA begonnen. Beide wurden ausgewählt, Deutschland beim EPBS Students Forum zu vertreten.

Das EPBS Students Forum findet parallel zum General Governing Body Meeting der EPBS im Oktober in Athen statt. Beim jährlichen Treffen der EPBS auf europäischer Ebene soll es Studierenden/Schülern ermöglicht werden, an der gemeinsamen europäischen Zukunft mitzuarbeiten und internationale Kontakte zu knüpfen. Zum Redaktionsschluss stand das diesjährige Thema des Students Forum noch nicht fest. Im Interview gehen die beiden Schülerinnen auf ihre Motivation ein.

Wie kamen Sie zur MTA-Ausbildung? Was hatte Sie bewogen, diesen Weg zu beschreiten?

Susann Langebröker: Als ich 2014 mein Abitur abgeschlossen habe, war mir klar, dass meine berufliche Zukunft etwas mit Naturwissenschaften zu tun haben sollte – besonders Biologie, Chemie, Mathematik und die Medizin haben mich begeistert. Um jedoch herauszufinden, was genau ich wollte, habe ich mir ein Jahr lang Zeit gelassen. In diesem Jahr habe ich im Wechsel Studentenjobs angenommen und bin gereist. Drei Studentenjobs und drei bereiste Länder später war ich mir darüber im Klaren, dass ich in die Medizin möchte. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt ein Praktikum in einem südafrikanischen District Hospital, einem Krankenhaus, in dem vor allem ärmere Menschen aus einem bestimmten Einzugsgebiet behandelt werden. Also habe ich mich nach Studiengängen und Ausbildungsberufen umgesehen, die in die medizinische Richtung gehen. Dabei bin ich auf die Berufsausbildung zur MTLA gestoßen. Für mich vereint die Ausbildung einfach alles, was mich fasziniert: den medizinischen Schwerpunkt, die Komplexität des menschlichen Organismus und insbesondere auch die Anwendung der Chemie sowie die Laborarbeit, die mich unter anderem reizt, weil ich später einmal in der Forschung arbeiten möchte. Dementsprechend bin ich total zufrieden und begeistert von der Ausbildung, behalte mir ein Medizinstudium dennoch im Hinterkopf, da meine Wissbegier nach den drei Jahren wahrscheinlich noch nicht gestillt sein wird.

Katie Rütten: Nun ehrlich gesagt kam ich über die berühmten Umwege des Lebens zu der Entscheidung, diesen Weg einzuschlagen. Nach erfolgreichem Abschluss des Abiturs im Jahre 2006 zog ich von meiner Geburtsstadt Krefeld nach Berlin, ursprünglich mit dem Wunsch hier „Soziale Arbeit“ zu studieren.

Zur Studienvorbereitung begann ich ein FSJ und wurde in einer Reha-Klinik eingesetzt. Ich merkte sehr schnell, wie anspruchsvoll gute Pflege und die therapeutische Arbeit mit Menschen ist und damals habe ich mich dem Ganzen schlichtweg nicht gewachsen gefühlt.

Leider wusste ich zu der Zeit nicht, wie viele Berufsmöglichkeiten im Bereich Medizin existieren – ich kannte nur Ärzte und Pflegekräfte. Da ich mich in beidem nicht wirklich wiederfinden konnte, habe ich mein Interesse für Medizin ad acta gelegt und mich erstmal ins Berufsleben gestürzt.

Es folgten einige Arbeitsjahre im Kundendienst, unter anderem ein Jahr lang in Dublin. Seit August 2008 bin ich wieder in meiner Wahlheimat Berlin, es folgte eine Ausbildung zur Visagistin und einige Jahre der Selbstständigkeit. 2013 beschloss ich jedoch, dass es an der Zeit ist, mich noch einmal umzuorientieren. Durch eine Freundin hatte ich zwischenzeitlich erfahren, dass es den Beruf der MTLA gibt und ihre Schilderungen des Arbeitsalltages sprachen mich an. Ein Berufscoaching bestärkte mich in meinem Entschluss und so bewarb ich mich bei der Ernst von Bergmann Gesundheitsakademie zum Oktober 2014.
Mittlerweile habe ich bereits die Hälfte der Ausbildung absolviert und bereue diese Entscheidung an keinem einzigen Tag!

Wie lief das Auswahlverfahren zum EPBS Students Forum konkret ab? Können Sie dieses bitte schildern?

Susann Langebröker: Der DVTA hatte unsere Schule dazu ausgewählt, dieses Jahr zwei Schüler/-innen mit nach Athen zu schicken. Daraufhin haben bei uns die Klassenlehrer ihre Schüler über diese Chance informiert und ihnen etwas Zeit gelassen, um sich für das Student Forum zu melden, sofern Interesse besteht. Die schwerere Aufgabe, die Entscheidung, welche zwei Schüler/-innen mitreisen dürfen, lag dann in den Händen des Schulleiters, der stellvertretenden Schulleiterin und allen Fachlehrern. Dabei wurde ausführlich diskutiert und jeder Bewerber in Betracht gezogen. Für uns hieß es abwarten und hoffen.

Warum haben Sie sich am Auswahlverfahren zum Students Forum beteiligt? Was war Ihre Motivation? Was erhoffen Sie sich von der Teilnahme?

Susann Langebröker: Um ehrlich zu sein, hatte ich mich schon bevor das Angebot für unsere Schule bestand, am EPBS Students Forum teilzunehmen, danach gesehnt, neben der Ausbildung schon mal einen Schritt weiterzugehen. Ich wollte etwas Lehrreiches machen, das mich beruflich weiterbringt, eine Erfahrung für mich ist und eine Herausforderung. Das Students Forum kam da für mich wie gerufen.
Meine Motivation spiegelt sich in dem wider, was ich mir von der Teilnahme erhoffe. Von der Teilnahme am EPBS Students Forum und der Reise nach Athen erhoffe ich mir …

  • dass ich Neues lerne über das zu erarbeitende Thema.
  • dass ich Erfahrung darin sammle, mit „fremden“ Menschen anderer Nationalität ein Thema auf Englisch zu erarbeiten, dabei meine eigenen Ideen gut einzubringen und auf die Ideen anderer einzugehen.
  • dass ich Erfahrung darin sammle, vor größerem Publikum – und auch vor bewährten MTLA und anderen Wissenschaftlern – zu sprechen. Das ist schon etwas anderes als vor seinen Klassenkameraden.
  • dass ich mein Berufsenglisch anwenden und verbessern kann.
  • dass ich meinen ersten kleinen Beitrag auf „politischer“ und internationaler Ebene zur Interessenvertretung der MTAs leisten kann.
  • dass ich eventuell Neues über Berufsmöglichkeiten für MTLA im Ausland erfahre.
  • dass ich eventuell erste berufliche Kontakte knüpfen werde.
  • dass ich nette Leute aus anderen Ländern mit anderer Kultur kennenlerne. Diese haben zudem noch die gleiche berufliche Schiene eingeschlagen, genießen dennoch womöglich eine andere Ausbildung, so dass man sich auf internationaler Ebene über den Beruf und die Ausbildung austauschen kann.
  • dass ich auch ein winziges bisschen von dem Land zu sehen bekomme (die Akropolis wäre toll).

Außerdem hat mich die Neugier angetrieben, ein Teil dieses europäischen, für die biomedizinische Analytik bedeutsamen Events in Athen sein zu wollen. Am meisten fasziniert hat mich jedoch die mit dem Students Forum einhergehende Herausforderung, auf die ich mich freue und die mich gleichzeitig aufgeregt stimmt. Für mich ist dies ein erster großer Schritt in meiner beruflichen Laufbahn. Diesen möchte ich zu meiner eigenen Zufriedenheit, aber auch zur Zufriedenheit des DVTA meistern. Zu guter Letzt ist es schön, diese Möglichkeit mit einer kurzen Reise nach Griechenland zu verbinden.

Katie Rütten: Meine Klasse hatte eher kurzfristig erfahren, dass der DVTA uns diese tolle Möglichkeit eröffnen möchte. Die Aussicht darauf, mich mal wieder in einem internationalen Kontext bewegen zu dürfen, hat mich sofort angesprochen.

Nicht zuletzt dank meiner Auslandserfahrung in Irland weiß ich, wie wichtig es ist, solche Chancen wahrzunehmen!

Folglich habe ich sofort ein Motivationsschreiben verfasst und mich beworben. Ich bin sehr dankbar, dass Frau Langebröker und ich diese einmalige Option erhalten und ich hoffe, dass sowohl der DVTA als auch unsere Schule langfristig von uns und unseren Erfahrungen sowie den dort hoffentlich geknüpften Bekanntschaften profitieren können!

Wie bereiten Sie sich auf das Students Forum vor? Bekommen Sie Unterstützung? Wie sieht diese konkret aus?

Katie Rütten: Vermutlich zählt das nicht als konkrete Vorbereitung für die Zeit in Athen, allerdings schaue ich nicht zuletzt seit meiner Zeit in Dublin sämtliche Filme und Serien nur noch in der englischen Originalversion an. Auch übersetze ich immer wieder Freunden englische Liedtexte ins Deutsche – dadurch wird der alltägliche Sprachgebrauch im Englischen natürlich recht aktiv gehalten.

Aktuell ist uns die genaue Aufgabenstellung für das Students Forum leider noch nicht bekannt, daher ist die aktive Vorbereitung noch nicht wirklich möglich.

Allerdings haben uns sowohl einige Lehrkräfte als auch unsere Ansprechpartnerinnen beim DVTA schon Unterstützung zugesichert, welche wir beizeiten auch sicherlich gerne in Anspruch nehmen werden!

Die Fragen stellte Ludwig Zahn.

Entnommen aus MTA Dialog 7/2016.

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