Darmkrebs

Stuhluntersuchung zur Vorsorge nur alle 5 Jahre?

Eine Darmspiegelung ist die zuverlässigste Methode, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen. Doch viele Personen scheuen diese Untersuchung und entscheiden sich deshalb für einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl.

Adenokarzinom Sigmoid

Adenokarzinom Sigmoid | Ed Uthman, CC BY 2.0, Ausschnitt

Nach bisherigen Empfehlungen sollte die Stuhluntersuchung zur Darmkrebsvorsorge alle ein bis zwei Jahre durchgeführt werden. Jetzt zeigt eine Studie, dass mit den neuen immunologischen Tests auf Blut im Stuhl ein längeres Untersuchungsintervall von bis zu fünf Jahren möglicherweise den gleichen Nutzen bringt. Voraussetzung ist, dass der Test empfindlicher und exakt eingestellt wird. Professorin Ulrike Haug vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS ist Erstautorin der Studie, die gerade erst erschienen ist.

Nur 20-30 % entscheiden sich für Darmspiegelung

In Deutschland wird allen gesetzlich Krankenversicherten ab 55 Jahren eine Darmspiegelung angeboten. Eine Darmspiegelung ist die zuverlässigste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs und dessen Vorstufen und muss bei unauffälligem Befund erst nach zehn Jahren wiederholt werden. Jedoch nehmen nur 20 bis 30 Prozent aller Berechtigten das Angebot wahr. Viele Personen greifen lieber auf den Test auf verborgenes (okkultes) Blut im Stuhl zurück, der nach bisherigen Empfehlungen alle ein bis zwei Jahre wiederholt werden sollte.

Es ist zu erwarten, dass in Deutschland demnächst der bisherige chemische Test auf Blut im Stuhl, der sogenannte Guajak-Test, durch immunologische Testverfahren abgelöst wird. Diese Testverfahren weisen den Blutfarbstoff Hämoglobin mittels Antikörper nach. In vielen anderen Ländern sind diese immunologischen Testverfahren auf Blut im Stuhl schon Standard, da sie Darmkrebs und dessen Vorstufen zuverlässiger erkennen als der Guajak-Test. Ein weiterer Vorteil der immunologischen Tests ist, dass sie in ihrer Empfindlichkeit exakt eingestellt werden können, sofern es sich um quantitative immunologische Tests handelt, die im Labor ausgewertet werden.

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