CoronavirusMedizin

Studie zu 4.700 COVID-19-Patienten veröffentlicht

Asklepios Kliniken
lz
Corona-Studie
„Corona Germany“-Studie Luis Louro, stock.adobe.com
Newsletter­anmeldung

Bleiben Sie auf dem Laufenden. Der MTA-Dialog-Newsletter informiert Sie jede Woche kostenfrei über die wichtigsten Branchen-News, aktuelle Themen und die neusten Stellenangebote..


Die Asklepios Kliniken haben jetzt die Ergebnisse einer umfangreichen Studie veröffentlicht, in der die Krankheitsverläufe von mehr als 4.700 COVID-19-Patienten aus 45 Asklepios Kliniken über das komplette Jahr 2020 ausgewertet wurden.

Die Ergebnisse der Studie wurden Mitte Juni veröffentlicht („Clinical outcome, risk assessment, and seasonal variation in hospitalized COVID-19 patients - Results from the CORONA Germany study“). Die Auswertung zeigt, dass von den 4.704 COVID-19-Patienten/-innen, die in der Studie inkludiert sind, zwölf Prozent (507) so schwer erkrankt waren, dass sie mechanisch beatmet werden mussten. Insgesamt 19 Prozent (890) der Patienten/-innen verstarben, wobei beatmete Patienten ein besonders hohes Risiko hatten. Zum Vergleich: In einer anderen deutschen Studie mit mehr 10.000 COVID-19-Patientinnen und –Patienten verstarben 22 Prozent. Als größten Risikofaktor für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf weist die Asklepios-Studie ein hohes Alter auf – anolog zu anderen Studien, die vor allem ein Alter ab 70 und Vorerkrankungen als Risikofaktoren ausweisen. Auffällig sind aber Unterschiede bei der Mortalität in der Asklepios-Studie: Während sie zu Hochphasen der Pandemie wie im Frühjahr oder zum Jahresende sehr hoch war, sind im Sommer vergleichsweise weniger Patientinnen und Patienten verstorben.

Finanzierung aus Eigenmitteln

Die Teamarbeit der „Corona Germany“-Studie wurde von Prof. Dr. Christoph U. Herborn (Chief Medical Officer der Asklepios Kliniken) geleitet, die umfangreiche Forschung, ebenfalls in Zusammenarbeit mit einem großen Team, von Dr. Nele Geßler (Asklepios proresearch) konzipiert und koordiniert. „Hervorzuheben ist auch, dass die umfangreiche Studie komplett aus Eigenmitteln der Asklepios Kliniken finanziert wurde“, ergänzt Dr. Nele Geßler, die als Leiterin der Forschungseinrichtung Asklepios proresearch für die Konzeption und Veröffentlichung der Studie verantwortlich zeichnet, unterstützt von Dr. Melanie Gunawardene, einem Studienteam in Hamburg und Gauting sowie einem ein 21-köpfigen Steering-Committee mit Chefärzten aus Asklepios Kliniken bundesweit. Auch sechs Medizinstudierende am Asklepios Campus Hamburg der Semmelweis Universität (ACH) waren im Rahmen ihrer Diplomarbeiten an der Studie beteiligt.

Krankheitsschwere schwankt

Zu den überraschenden Erkenntnissen gehört aus Sicht der Studienautoren von Asklepios, dass sowohl die Sterblichkeit als auch die Krankheitsschwere der in den 45 Asklepios Kliniken behandelten Patienten zwischen Februar 2020 (Beginn der Studie) und Ende 2020 (Ende der Studie) erheblich schwankte. So betrug die Sterblichkeit im April 22,4 Prozent, im Juni lediglich drei Prozent und stieg dann zum Jahresende auf bis zu 23,1 Prozent an. Die Raten für Pneumonie, respiratorische Insuffizienz und die Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung weisen einen vergleichbaren Trend auf. Die Auswertung der mehr als 4.700 Krankheitsverläufe ergab zudem, dass mehr als ein Drittel aller hospitalisierten COVID-19-Patienten an einer tödlichen oder schweren Erkrankung litten, die eine mechanische Beatmung und/oder die Aufnahme auf die Intensivstation erforderte. Ein Drittel aller schwerst erkrankten COVID-19-Patientinnen und –Patienten wurde zudem palliativmedizinisch versorgt.

Risiko-Score nutzen

Neben den Daten, die einen sehr guten Rückblick auf die medizinischen Folgen der Pandemie ermöglichen, haben die Studienautoren auch viele Erkenntnisse gewonnen, die sehr wertvoll für die Behandlung zukünftiger COVID-19-Patientinnen und -Patienten ist: Für die Studie wurden in den Kliniken wichtige Kennziffern wie Alter, Atemfrequenz, Laktatdehydrogenase, C-reaktives Protein und Kreatinin erhoben und analysiert. „Auf Basis dieser Daten lässt sich das Risiko für eine schwere oder schlimmstenfalls tödliche Erkrankung künftig durch einen einfachen Risiko-Score berechnen“, erläutert Dr. Geßler. „Dieser Risiko-Score hilft den Hausärzten oder Klinikern in Notaufnahmen, gefährdete Patientinnen und Patienten schnell und einfach zu erkennen“, so das Fazit der Autorinnen und Autoren der Studie.

Literatur:

Gessler N, Gunawardene MA, Wohlmuth P, et al.: Clinical outcome, risk assessment, and seasonal variation in hospitalized COVID-19 patients—Results from the CORONA Germany study. PLOS ONE, Published: June 17, 2021, DOI: doi.org/10.1371/journal.pone.0252867.

Quelle: idw/Asklepios Kliniken Hamburg GmbH

Artikel teilen

Online-Angebot der MTA Dialog

Um das Online-Angebot der MTA Dialog uneingeschränkt nutzen zu können, müssen Sie sich einmalig mit Ihrer DVTA-Mitglieds- oder MTA Dialog-Abonnentennummer registrieren.

Stellen- und Rubrikenmarkt

Möchten Sie eine Anzeige auf der MTA Dialog schalten?

Stellenmarkt
Rubrikenmarkt
Industrieanzeige