Malaria

Simpler Bluttest sagt Anämierisiko nach Behandlung voraus

Forscher haben einen bestehenden Diagnosetest für Malaria angepasst, um die gefährlichen Komplikationen vorherzusagen, die manchmal entstehen, nachdem der Parasit bekämpft wurde.

Protein namens HRP2

Auch nach der Artesunat-Therapie mit der Beseitigung der Malaria-Parasiten, behalten zuvor infizierte rote Blutkörperchen ein Protein namens HRP2 auf ihren Oberflächen, das verwendet werden kann, um die Post-Behandlungsanämie vorherzusagen. | P.A. Ndour et al., Science Translational Medicine 2017

Schätzungsweise 3,2 Milliarden Menschen in 95 Ländern haben das Risiko, an einer Malaria-Infektion zu erkranken, und obwohl die Behandlung mit einer Klasse von Medikamenten, die Artemisinine genannt wird, mit Todesfällen von weniger als 5 % verbunden ist, entwickeln einige Patienten, die diese Mittel erhalten, schwere Anämien Wochen nach der Bekämpfung des Parasiten.

Prognose-Tool fehlt

Klinikern fehlen zuverlässige Methoden, um zu prognostizieren, welche Patienten eine Zerstörung ihrer roten Blutkörperchen nach der Therapie mit dem Artemisinin-Artesunat erfahren werden - ein Effekt, der PADH (post-artesunate delayed hemolysis) genannt wird. Episoden von PADH wurden mit schwerem Nierenversagen in Verbindung gebracht, was ein Grund dafür ist, warum die Weltgesundheitsorganisation einen dringenden Bedarf an einem einfachen und zuverlässigen Test festgestellt hat.

Rote Blutzelle, die mit Malaria infiziert ist

Mit ihren Arbeiten konnte von den Forschern eindeutig nachgewiesen werden, dass MTRAP für die Freisetzung der Gametozyten aus den Blutzellen wichtig ist und damit ein Schlüsselprotein für die Übertragung der Malaria durch die Stechmücken darstellt.

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Erste Validierung ist erfolgt

Papa Alioune Ndour und Kollegen haben eine bereits im Einsatz befindliche Diagnostik - den BinaxNOW-Malaria-Kit - zur Vorhersage von PADH mit 89% Sensitivität und 73% Spezifität eingesetzt. Der Assay misst Reste eines Malaria-Proteins namens HRP2 auf roten Blutkörperchen und wurde erfolgreich mithilfe von Blutproben von 95 Patienten aus Bangladesch und 53 französischen Reisenden validiert, die alle mit Artesunat behandelt wurden.

Größere Studien notwendig

Bemerkenswerterweise hatte eine separate Kohorte von 49 Patienten, denen Chinin verabreicht wurde (was nicht mit einer Anämie nach der Behandlung assoziiert ist) keine anhaltend hohen HRP2-Spiegel. Die Autoren betonen, dass die Genauigkeit des Tests in größeren prospektiven Studien bestätigt werden muss. Der Test könnte den aktuellen Empfehlungen für die obligatorische 28-Tage-Überwachung aller Malaria-Patienten vorgezogen werden, um Patienten mit hohem Risiko zu helfen, bessere Nachbehandlungsergebnisse zu erzielen, so die Autoren. (Science Translational Medicine, EurekAlert, red)

 

Literatur:

P.A. Ndour; C. Roussel; P.A. Buffet, et al.: Measuring the Plasmodium falciparum HRP2 protein in blood from artesunate-treated malaria patients predicts post-artesunate delayed hemolysis. Science Translational Medicine, July 2017, DOI: 10.1126/scitranslmed.aaf9377.