Fachübergreifende Arbeitsgruppe

Schutz vor antibiotikaresistenten Bakterien

Ziel der Arbeitsgruppe „One Health – One Hygiene“ ist es, die Forschung zu bündeln und interdisziplinäre Kompetenzen zu nutzen, um Menschen, Tiere und Umwelt noch besser vor antibiotikaresistenten Bakterien zu schützen.

Antibiotikaresistente Bakterien

Das “One Health”-Team | Dirk Skutlarek

Was geschieht, wenn sich antibiotikaresistente Keime in der Umwelt durch Abwasser oder Gülle verbreiten? Diese Problematik betrifft gleichermaßen Menschen und Tiere, da sowohl in Krankenhäusern als auch in Tierställen Antibiotika zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt werden. Die vor kurzem gegründete Arbeitsgruppe „One Health“ hat die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ganzheitlich im Blick. Über die Grenzen von Instituten und Fakultäten kooperieren Wissenschaftler aus der Medizin, Mikrobiologie, Chemie und Agrarwirtschaft an der Universität Bonn, um Forschungsprojekte zum Schutz vor antibiotikaresistenten Keimen zu entwickeln und Kompetenzen zu bündeln.

Antibiotikaresistenz

In Klinikabwässern konnten antibiotikaresistente Bakterien und Resistenzgene nachgewiesen werden; im Vergleich kamen diese Erreger in dem freien Gewässersystem nur sehr selten vor.

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Bei gravierenden bakteriellen Infektionen kommen Antibiotika zum Einsatz, um diese Krankheiten und ihre Verbreitung in den Griff zu bekommen. Die Substanzen hemmen die Mikroorganismen oder töten sie ab. Allerdings können Bakterien bei häufigerer Verabreichung auch resistent gegen diese Arzneistoffe werden, weshalb sie dann nicht mehr wirken.

Was geschieht, wenn Antibiotika und antibiotikaresistent gewordene Bakterien mit dem Abwasser oder der Gülle in die Umwelt und etwa über das Trinkwasser zu Mensch und Tier gelangen? „Diese Fragen beschäftigen gleichzeitig die Human- und die Veterinärmedizin, denn sowohl in Kliniken und Haushalten als auch in Tierställen kommen Antibiotika zum Einsatz“, berichtet Dr. med. Dr. agr. Ricarda Schmithausen vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit (IHPH) des Universitätsklinikums Bonn.

Schutz von Menschen, Tieren und Umwelt

„Die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ist eng miteinander verknüpft. Diese Zusammenhänge bedürfen einer ganzheitlichen Betrachtung“, sagt IHPH-Direktor Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Exner. Dieses Ziel verfolgt die neue Arbeitsgruppe „One Health – One Hygiene“, die am Universitätsklinikum Bonn unter Beteiligung der Uni Bonn im Aufbau begriffen ist. „Bonn ist als `One Health´-Standort einzigartig“, hebt Schmithausen, Leiterin der Arbeitsgruppe, hervor.

An der Universität Bonn kooperieren fakultätsübergreifend die Landwirtschaftliche Fakultät mit dem Institut für Tierwissenschaften (ITW) sowie dem FoodNetCenter (FNC) und die Medizinische Fakultät mit dem Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit sowie dem Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie (IMMIP) am Universitätsklinikum Bonn.

Derzeit wird das One-Health-Labor an den beiden Standorten Campus Poppelsdorf und Venusberg in Bonn nach dem neuesten Stand der Technik ausgestattet. Ziel ist es, die Forschung zu bündeln und interdisziplinäre Kompetenzen zu nutzen, um Ziel der Arbeitsgruppe „One Health“ ist es, die Forschung zu bündeln und interdisziplinäre Kompetenzen zu nutzen, um Menschen, Tiere und Umwelt noch besser vor antibiotikaresistenten Bakterien zu schützen. noch besser vor antibiotikaresistenten Bakterien zu schützen. Schmithausen: „Unsere Präventionspotenziale sind noch lange nicht ausgeschöpft.“


Quelle: Uni Bonn, 03.07.2019