23. Jahrestagung der DEGRO

Schülervorträge bei Fachmessen

Charlotte Schlie und Kristin Bormann, Schülerinnen des Berliner Lette-Vereins im damals dritten Ausbildungssemester, wurde 2017 die Möglichkeit gegeben, einmal auf einer Großveranstaltung vor Fachpublikum einen Vortrag im Rahmen des Schulfaches Strahlentherapie zu halten.

Begonnen hatte alles mit unserer Lehrerin Birgit Kath, die uns, unter anderem und neben anderen Lehrern, in den physikalischen Aspekten der Strahlentherapie unterweist. Birgit Kath hat das Talent, Schüler von Dingen zu überzeugen, von denen sie selbst nicht wussten, dass sie diese unbedingt machen wollen. Es gab also für unser Semester quasi kein „Entkommen“, als es 2017 hieß: Es besteht die Möglichkeit, zu einem vorgegebenen Thema bei der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) einen Vortrag halten zu dürfen. Schon ein anderes Semester unserer Schule kommt in den Genuss, in Leipzig auf dem Röntgenkongress ein Referat zu halten.

Die Klasse war sofort „Feuer und Flamme“ und Charlotte war gleich bereit, die Rolle des Vortragenden zu übernehmen. Da alle anderen Mitschüler eher verhalten dem Thema gegenüberstanden, erklärte sich Kristin ebenfalls dazu bereit: „Ich hatte keine Scheu davor, einen Vortrag vor großem Publikum zu halten. Vor der Ausbildung habe ich schon ein Studium absolviert, wobei ich eine Menge Referate vor vielen Leuten gehalten habe. Es ist mir also nicht völlig fremd.“

Das Thema wurde vonseiten der DEGRO vorgegeben: Lymphome. Birgit Kath hatte uns ihre anhaltende Unterstützung versprochen und da wir auf dem Gebiet uninformiert waren, weil dieses Thema im Unterricht noch nicht behandelt wurde, waren wir offen, uns mit Lymphomen zu befassen. Es gab sowieso keine andere Wahl. Und so stürzten wir uns in die Vorbereitungen: die Klasse in Gruppen und Unterthemen aufteilen, recherchieren, Bildmaterial für die Powerpoint-Präsentation auftreiben und das Material zu PC bringen. Nach den Einzelrecherchen haben wir die Informationen zusammengetragen. Dieses Unterfangen stellte sich als schwieriger heraus als gedacht. Erst im Laufe des Zusammentragens hat sich durch das Strukturieren ergeben, welche Informationen überhaupt wichtig sind und welche den Rahmen sprengen. Später hat sich auch erst herauskristallisiert, wohin die Richtung des Vortrags überhaupt gehen soll und was wir noch an Informationen dafür benötigen. Während des anschließenden Rechercheprozesses hat sich bei uns das Verständnis für das Thema erst richtig entwickelt, und der Vortrag konnte dann sinnvoll erstellt werden. Ein Großteil der Arbeit erfolgte also erst im Nachgang. Unsere Mitschüler haben wertvolle Vorarbeit und wichtige Beiträge geleistet.

Eine große Hilfe war uns, wie versprochen, Birgit Kath. Immer stand sie uns mit Rat, Tat, Quellen und Kontakten zur Seite. Sie bestückte uns mit Bildern und Material für unser Fallbeispiel aus dem Emil-von-Behring-Krankenhaus, was für unseren Vortrag von immenser Wichtigkeit war. Erst dies machte unser Thema lebendig. Auch unsere Klassenlehrerin Sidikia Kilisli hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit wir unser Thema von allen Seiten auch innerhalb des Unterrichts beleuchten konnten. Alle Lehrer der relevanten Unterrichtsfächer haben einen Beitrag geleistet, von der Psychologie bis hin zur Nuklearmedizin. Vor allem unser Dozent für Strahlentherapie, Dr. med. Axel Madlung, hat viel Begeisterung für unser Engagement und das Thema gezeigt und uns fachlich, technisch und bezüglich der Strukturierung gut beraten.

Es war uns möglich, den Vortrag viele Male und in allen Entwicklungsstufen vor der Klasse, den Lehrern und anderen Semestern zu halten. Dabei konnten wir Kritik und Verbesserungsvorschläge annehmen und uns auf unsere eigenen Ansprüche an den Vortrag testen: einen sinnvollen Aufbau, freie und ansprechende Vortragsweise, die Optik der Powerpoint-Präsentation und vieles mehr.

Der DEGRO-Jahrestagung haben wir optimistisch entgegengesehen, da wir auch viel Zuspruch von allen Seiten bekommen hatten. Das Fachwissen erhielten wir von Dr. Madlung, wodurch wir, zumindest medizinisch gesehen, auf der sicheren Seite standen. Natürlich haben wir uns gegenseitig motiviert und unterstützt. Charlottes Eltern hatten sich bereit erklärt, in Absprache mit den Veranstaltern, den Vortrag professionell zu filmen, was eine deutliche „Zusatzmotivation“ darstellte. Der Vortrag ist übrigens auf Youtube unter dem Stichwort „DEGRO; Lette Verein“ zu sehen.

Am Tag des Vortrages war die Aufregung natürlich schon zu spüren, vor allem bei Charlotte. Der Vortrag saß mittlerweile jedoch so fest im Kopf, dass schon zu Beginn des Referats die Sicherheit überwog und das Programm einfach abgespult werden konnte. Die Aussicht im Saal war trotzdem beeindruckend, besonders von oben und wenn man mit Strahlern ausgeleuchtet wird. Der Vortragsraum selbst wirkte einschüchternd professionell und die gute Organisation der Veranstaltung hat uns beeindruckt. Wir hatten das Gefühl, dass das Publikum interessiert war, und die mentale Unterstützung unserer Mitschüler und Lehrer war bis zum Podium zu spüren. Das ist ein sehr nachhaltiger Eindruck, der uns in guter Erinnerung bleiben wird und uns motiviert hat, auch 2018 einen Vortrag auf der DEGRO, diesmal zu einem selbstgewählten Thema, zu halten.

Wir danken allen genannten Personen und unseren Mitschülern herzlich für die Zusammenarbeit und hoffen natürlich auch das nächste Mal auf deren Unterstützung.

 

Entnommen aus MTA Dialog 2/2018