ALM e.V. stellt klar

SARS-CoV-2-Tests: Kostenpflicht betrifft „nur“ asymptomatische Personen

Der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e.V. weist darauf hin, dass die Behandlungskosten, zu denen auch die SARS-CoV-2-Tests zählen, bei Symptomen, bei Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung sowie nach Risikokontakten übernommen werden.

Medizinisch notwendige SARS-CoV-2-PCR-Tests weiterhin kostenlos

Medizinisch notwendige SARS-CoV-2-PCR-Tests sind weiterhin kostenlos erhältlich | BASILICOSTUDIO STOCK, stock.adobe.com

Auch wenn seit gestern die kostenlosen Antigentests, die bislang in Testzentren, Apotheken und anderen Einrichtungen angeboten wurden, bis auf einige Ausnahmen, passé sind und seit dem 11.10.2021 in einigen Bereichen kostenpflichtig sind, betrifft dies nicht Personen mit Symptomen. Entsprechend seien die teils kontroversen Diskussionen hierzu missverständlich, so der Verband. „Es kann hier für Bürgerinnen und Bürger der Eindruck entstehen, dass die Kostenpflicht für Tests generell gilt und so medizinisch notwendige Tests nicht mehr als Bestandteil der medizinischen Versorgung möglich sind. Selbstverständlich werden die Behandlungskosten, zu denen auch die SARS-CoV-2-Tests zählen, bei Symptomen, bei Verdacht auf eine COVID-19-Erkrankung sowie nach Risikokontakten übernommen. In diesen Fällen stehen Betroffenen nach wie vor die sicheren SARS-CoV-2-PCR-Tests, am besten über die Haus- und Fachärzte durchgeführt, zur Verfügung“, sagte Dr. Michael Müller, der 1. Vorsitzende des ALM e.V.

Steigende Testzahl erwartet

Der ALM e.V. erwartet in den kommenden kälteren Wochen und Monaten wegen des zu vermutenden Anstiegs an Neuinfektionen auch eine steigende Zahl von SARS-CoV-2-PCR-Tests. Eine leichte Tendenz zeige sich schon in der Datenanalyse, an der in der KW 40 (04.10.2021–10.10.2021) abermals 179 Labore teilgenommen haben. Hier liege die Zahl der mittels PCR positiv auf das SARS-CoV-2-Virus Getesteten bei 60.217 (KW 39: 57.656/+4 Prozent). Insgesamt wurden laut Verband 896.261 SARS-CoV-2-PCR-Tests durchgeführt. Das sind fast 6 Prozent mehr als in der Vorwoche (KW 39: 847.414). Die Positivrate sank somit sogar ein wenig und liegt nun bei 6,72 Prozent (KW 39: 6,8 Prozent). Die Auslastung bei den Laboren lag bei 45 Prozent.

Missverständliche Äußerungen

Der ALM e.V. betont, dass es bedauerlich sei, dass durch manche Äußerungen aus der Ärzteschaft in den vergangenen Tagen der Eindruck entstehen könnte, dass die Einführung der kostenpflichtigen SARS-CoV-2-Tests zu einer Verschlechterung der Versorgung mit Diagnostik führe. Dieses Missverständnis gelte es zu korrigieren. „Menschen mit Symptomen, einer Infektion der Atemwege oder nach Risikokontakt können sich weiterhin kostenfrei, am besten beim Haus- oder Facharzt, auf das Vorliegen einer SARS-CoV-2-Infektion testen lassen“, so Müller. Die Kosten dafür werden von der Versicherung oder über die Coronavirus-Testverordnung übernommen. „Auf jeden Fall ist es wichtig, dass sich auch diejenigen, die nur leichte Symptome haben, testen lassen. So erreichen wir, dass Infektionen erkannt und somit auch mögliche Infektionsketten untersucht werden können. Das bleibt in den kommenden Wochen wichtig.“

Sollte es, bedingt durch das Ende der kostenlosen Bürgertests, nun zu wieder verstärkten Nachfragen nach SARS-CoV-2-PCR-Tests kommen, seien die akkreditierten Labore gut vorbereitet: „Wir haben hierfür mehr als ausreichend Kapazitäten aufgebaut und können bei mehr als 2 Millionen verfügbaren SARS-CoV-2-PCR-Tests pro Woche auf einen gesteigerten Bedarf gut reagieren“, so Evangelos Kotsopoulos, Vorstand im ALM e.V.


Quelle: ALM e.V.