Steigende Zahl der SARS-CoV-2-PCR-Tests

SARS-CoV-2: ALM-Statistik zeigt weiterhin hohe Positivrate

Die Datenauswertung der Akkreditierten Labore in der Medizin ALM e.V. zur SARS-CoV-2-PCR-Testung in der KW 01 zeigt bei deutlich angezogenem Testgeschehen eine Positivrate von 13,68% (KW 52: 13,17%).

SARS-CoV-2

Positivrate auf hohem Niveau | halfpoint, stock.adobe.com

Nachdem die Zahl der SARS-CoV-2-Testungen sowohl in den Wochen vor als auch nach Weihnachten sehr weit zurückgegangen war, stiegen die Testzahlen zum Jahresbeginn um fast 50 % wieder an und erreichten laut ALM e.V. das Niveau von Ende Oktober 2020. Die Rate der positiven Tests bleibt auf hohem Niveau - ein Abbild des aktuellen Infektionsgeschehens. Konkret zeigt die ALM-Datenerhebung der 169 teilnehmenden Labore in der KW 01 insgesamt 1.062.585 durchgeführte SARS-CoV-2-PCR-Untersuchungen (Vorwoche: 721.463), von denen 145.358 Befunde (Vorwoche 118.645) positiv ausfielen.

Kapazität von rund 1,82 Millionen SARS-CoV-2-PCR-Tests

„Entsprechend unseren Erwartungen werden die fachärztlichen Labore nach dem Jahreswechsel wieder deutlich stärker mit PCR-Testungen in Anspruch genommen und so sehen wir auch wieder mehr Neuinfektionen", sagte Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender des ALM e.V. Für die laufende Woche stünden insgesamt rund 1,82 Millionen SARS-CoV-2-PCR-Tests zur Verfügung. „Das ist sicher ausreichend für den medizinischen Bedarf an SARS-CoV-2-Diagnostik für symptomatische Personen, Kontaktpersonen und die vulnerablen Gruppen“, so Müller. „Wir erwarten zwar, dass sich die Testzahlen wieder auf hohem Niveau einpendeln“, so der Facharzt für Laboratoriumsmedizin weiter, allerdings würde vielleicht nicht mehr die kritische Auslastung vom November erreicht.

Ein Grund dafür könnte die zunehmende Verfügbarkeit von Antigen-Schnelltests und deren immer breiterer Einsatz sein. Prof. Jan Kramer, Stellvertretender Vorsitzender des ALM e.V., warnte jedoch vor einer unkritischen Nutzung solcher - meist privatwirtschaftlicher - Angebote: „Die Ergebnisse aller Antigen-Tests müssten ebenfalls in der Teststatistik erfasst werden, damit wir das Pandemiegeschehen in Deutschland wirklich beobachten und auch besser einordnen können“, so Kramer. Ein positiver Antigentest müsse zudem immer mit einem PCR-Test nachkontrolliert werden. Für Evangelos Kotsopoulos, Vorstand im ALM e.V., sind die Antigentests derzeit durch die fehlende Statistik noch eine Blackbox. Dies senke die Transparenz.

Sehr stark ausgelastet sind allerdings aktuell die Labore in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, wie Müller betonte. Das sei auf das dort vorhandene Infektionsgeschehen zurückzuführen. Ein positiver Effekt der gesunkenen Testungen über Weihnachten war, dass die Labore Reserven für Verbrauchsmaterial anlegen konnten, betonte Kotsopoulos. 

Surveillance-Verordnung des BMG

Positiv sieht der ALM e.V. den gestern bekannt gewordenen Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit zur Verordnung zur molekulargenetischen Surveillance des Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Surveillanceverordnung - CoronaSurV): „Es ist gut, dass wir über eine solche Surveillance mehr zum Stand der Entwicklung und Ausbreitung von Virus-Mutationen auch in Deutschland erfahren“, erklärte Kotsopoulos. „Mehrere unserer Labore sind darauf vorbereitet, diese wichtige Arbeit zu leisten und die Daten aus ihrer Sequenzierung beizusteuern.“ Die Kapazitäten seien zwar vorhanden, aber das Bottleneck sei die Bioinformatik. Auch müssten noch Themen wie Datenübertragung und Formatierung geregelt werden. Bedauerlich findet Kramer jedoch, dass es eventuell durch die Beteiligung verschiedener Labore nicht die gleiche Methodik geben könnte. Wenn man sich zudem auf die bekannten Mutationen konzentriere, könnten mehr Sequenzierungen in der Fläche durchgeführt werden. Hier würde er sich einen besseren und transparenteren wissenschaftlichen Diskurs wünschen.

Doch auch eine bessere Surveillance und die stetige Weiterentwicklung der Impfstrategie änderten nichts an den grundlegenden Regeln, betonten die Vorstände des ALM e.V.: „Auch 2021 bleibt das Gebot der Stunde für alle und jede wie jeden: die Reduktion der eigenen Kontakte, Abstand halten, die Hygienemaßnahmen beachten, eine Alltagsmaske tragen, das Lüften in Innenräumen sowie die Nutzung der Corona Warn-App ist die beste Prävention.“