Weiterbildungen für Technologen/-innen in der Medizin (RT)

Sandwich-Prinzip (Teil 2)

In der letzten Ausgabe der MTA Dialog haben wir Sie in unserer Reihe Jahresprogramme 2017 des Deutschen Instituts zur Weiterbildung für Technologen/-innen und Analytiker/-innen in der Medizin e.V. (DIW-MTA) mit Sitz in Berlin, auf neue Qualifikationen für die Zielgruppe der Biomedizinischen Analytiker/-innen (MTLA) in der Medizin aufmerksam gemacht. In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns mit aktuellen richtungsweisenden Qualifikationsangeboten für Radiologietechnologen/-innen.

Weiterbildungen für Technologen/-innen in der Medizin (RT)

Weiterbildungen für Technologen/-innen in der Medizin | © DVTA/Eisele

Um der thematischen Vielfalt der jeweiligen Fachgebiete im radiologischen Alltag angemessen begegnen zu können, ist beständige Weiterbildungsbereitschaft unter berufsqualifizierenden, qualitätssichernden und strahlenschutzrechtlichen Aspekten gefordert. Karrierewege mit Spezialisierungen in einer der radiologischen Fachrichtungen setzen, neben persönlicher Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme und lebenslangem Lernen, vertiefende fachpraktische und theoretische Kenntnisse voraus. Die Ausweitung eigenverantwortlicher Planung und Durchführung von Untersuchungen, entsprechend individueller fallbezogener Fragestellungen, erfordert zunehmend eine Beteiligung an wissenschaftlichen Fragestellungen. Auch in der Radiologie wird der Ruf nach Spezialisierungen, Fachqualifikationen und akademischen Abschlüssen, vergleichbar mit jenen, die im europäischen Ausland bereits seit langem etabliert sind, damit lauter. Im Zuge dessen sind die Qualifikationsschritte für die Radiologietechnologen/-innen im Jahresprogramms 2017 des DIW-MTA von den Mitgliedern der Fachgruppe Radiologietechnologie aktualisiert worden. Erstmals werden Abschlüsse und Übergänge angeboten, die es den Teilnehmern/-innen aufbauend ermöglichen, sich berufsbegleitend sowohl für die Arbeit in den radiologischen Abteilungen zu qualifizieren als auch den Weg bis hin zu einem international anerkannten Master-Abschluss zu gehen, der in einer Kooperation des DIW-MTA Berlin e.V. mit der Fachhochschule für Gesundheit Tirol (fhg Innsbruck) angeboten wird. Neben der Teilnahme an den zertifizierten DIW-MTA Abschlüssen ist es weiterhin möglich, sich ebenso durch die Belegung einzelner Module zu professionalisieren und dafür eine Teilnahmebescheinigung zu erhalten, in der die erworbenen Inhalte detailliert aufgeführt sind.

Vier Spezialisierungsausrichtungen sind möglich (siehe nachstehende Abbildung am Beispiel des/der MR-Spezialisten/-in):

1.    MR-Spezialisten/-in DIW-MTA (90 h), mit Qualifikation zum MR-Sicherheitsexperten und 300 MR-Untersuchungen, wovon mindestens 150 Untersuchungen mit KM und 50 Angiographien verpflichtend sind.

2.    CT-Spezialisten/-in DIW-MTA (60 h), mit 300 CT-Untersuchungen, wovon mindestens 150 Untersuchungen mit Kontrastmittel und 50 Interventionen verpflichtend sind.

3.1    Spezialist/-in für Angiographie DIW-MTA (60 h) mit 150 Angiographien und 50 sterilen Assistenzen

3.2    Spezialist/-in für neuroradiologische Bildgebung DIW-MTA (60 h) mit 150 neuroradiologischen Untersuchungen (50 CT-, 50 MRT-Untersuchungen und 50 Angiographien)

4.    Spezialist/-in Digitale Radiographie DIW-MTA (80 h) RIS, KIS, PACS und Hospitation Teleradiologie

Die Fachqualifikation enthält zudem noch die Module Praxis Wissenschaftlichen Arbeitens und Hygienemanagement. Die zur Gesamtqualifikation erforderlichen Kurse schließen mit schriftlichen Prüfungen ab, die zweimal pro Jahr angeboten werden. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Führen der Bezeichnung „Fachradiologietechnologe/-in für Radiologische Diagnostik und Interventionen (DIW-MTA)“.

Nach Abschluss der Fachqualifikation ist es möglich, das Zertifikat der Studiengangsleitung bei der Fachhochschule für Gesundheit Tirol (www.fhg-tirol.ac.at) einzureichen und sich um ein kostenpflichtiges, berufsbegleitendes, fünfsemestriges Studium im kooperativen Masterstudienlehrgang der Hochschule mit dem DIW-MTA Berlin e.V. zu bewerben. Studienort während der Präsenzzeiten ist Berlin. Alternativ zum vorstehend beschriebenen Prozedere bietet die Hochschule nach einem Auswahlgespräch denjenigen Interessierten mit noch nicht ausreichenden Berufserfahrungen und ohne Fachqualifikation die Möglichkeit, fehlende Kompetenzen in einem Vorbereitungslehrgang zu erwerben. Dieser wird in Kooperation mit der Hochschule kostenpflichtig, ebenfalls am DIW-MTA Berlin e.V., durchgeführt. Er enthält die Anteile Kommunikation, Statistik, Praxis Wissenschaftlichen Arbeitens sowie Fachenglisch und schließt mit einer Zugangsprüfung für den Studiengang ab. Im schriftlichen Teil dieser Prüfung muss ein Fallbeispiel bearbeitet werden. Der mündliche Teil erfordert das Lesen, eine Analyse und die Präsentation einer englischsprachigen Publikation. Diese Vorgehensweise soll sicherstellen, dass die Fähigkeiten und Kenntnisse der Bewerber/-innen den Anforderungen für einen erfolgreichen Studienverlauf beziehungsweise -abschluss entsprechen. Auch Studieninteressierte ohne Abitur können sich zur Aufnahme in das kompetenzbasierte Aufnahmeverfahren bewerben.

Interessierte können das Jahresprogramm bei der Geschäftsstelle des DIW-MTA Berlin e.V. anfordern, erste Informationen der Homepage www.diw-mta.de entnehmen oder sich persönlich unter info@diw-mta.de an uns wenden.

 

Kontakt:

DIW-MTA e.V.
Welserstraße 5–7, 10777 Berlin
030 33844064
info@diw-mta.de, www.diw-mta.de

 

Entnommen aus MTA Dialog 12/2016