Interessante Diskussionen

Röntgenkongress 2018

„Radiologie verbindet“ lautete das Motto des 99. Deutschen Röntgenkongresses (RöKo), der vom 9. bis 12. Mai im Congress Centrum Leipzig stattfand.

Röntgenkongress 2018

Gemeinsamer Stand von DVTA und DÄV | © L. Zahn

„Die Radiologie ist im interdisziplinären Dialog verschiedener Fachdisziplinen als zentrales, verbindendes Element präsent und spielt darin eine entscheidende Rolle“, erläuterte Prof. Dr. med. Peter Huppert, Kongresspräsident des 99. Deutschen Röntgenkongresses, das Kongressmotto. Ziel des Röntgenkongresses sei es, diagnostisches und therapeutisches Wissen zusammenzuführen, die an den jeweiligen Versorgungsprozessen beteiligten Fachdisziplinen einander noch näher zu bringen, aber auch internen und regionalen Versorgungsnetzwerken eine Plattform zu geben. Dass die europäische Dimension dabei eine immer wichtigere Rolle spielt, verdeutlichte der Vortrag von Dr. med. Cornelius Schmaltz, Referatsleiter „Strategie – Gesundheitsforschung“ in der Europäischen Kommission, auf der Eröffnungsveranstaltung. Praktisch jeder Forscher in Europa profitiere heute direkt oder indirekt von der EU.

Akademisierung der MTA-Berufe

Claus Becker, Vorsitzender der VMTB in der Deutschen Röntgengesellschaft, wies auf der Eröffnungsveranstaltung noch einmal auf den gravierenden Fachkräftemangel hin. Ohne ausgezeichnete Fachkräfte wäre eine vernünftige Arbeit kaum möglich. Doch sollte der MTA-Beruf auch akademisiert werden? Der VMTB hat dazu ein Positionspapier erarbeitet, das er auf dem Röntgenkongress vorstellte. Die wichtigsten Forderungen sind:

  1. Grundständige Teilakademisierung der MTRA-Ausbildung schrittweise erproben
  2. Weiterführende und berufsbegleitende Studiengänge aufbauen
  3. Überarbeitung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung
  4. Keine grundständige Vollakademisierung der MTRA-Ausbildung

Der DVTA unterstützt im Wesentlichen diese Forderungen. „Der Verband verfolgt schon lange das Ziel der Akademisierung von MTA und wir sprechen uns ebenfalls für eine Teilakademisierung aus“, sagte Rebecca Lauterbach, DVTA-Präsidentin Fachrichtung Radiologie/Funktionsdiagnostik. In erster Linie verfolge der DVTA eine Novellierung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. Außerdem forderte Lauterbach die Aufwertung des Berufes durch eine adäquate Berufsbezeichnung („Wir assistieren nicht mehr“) und die Möglichkeit einer Teilzeitausbildung. Bereits in der letzten Legislaturperiode sei dem DVTA von der Bundesregierung die Schulgeldfreiheit zugesichert worden. Lauterbach berichtete, dass der DVTA außerdem Konzepte entwickele, um dem Beruf der MTA zu mehr Bekanntheit zu verhelfen. Bei der Diskussion zur Akademisierung betonte auch Prof. Dr. med. Gerald Antoch, UKD, dass man zurzeit an einem Punkt sei, bei dem es klappen könnte mit der Ausbildungsvergütung und Novellierung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung.

Bereits zum dritten Mal fand das Treffen der Study Nurses im Rahmen des Röntgenkongresses statt. Wir hatten Gelegenheit, mit drei Study Nurses ein Interview zu aktuellen Themen rund um den Beruf, der auch MTRA offen steht, zu führen.

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Treffen der Study Nurses

Marietheres Raatschen vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie an der MHH freute sich, dass sich die Study Nurses beziehungsweise Studienassistenten/-innen der Radiologie bereits zum dritten Mal auf dem Röntgenkongress trafen. Von besonderer Bedeutung wird auch für die Study Nurses die EU-Datenschutzgrundverordnung sein, die Elfi Boxhammer, Studienassistentin am Universitätsklinikum Leipzig, erläuterte.

Forum Röntgenverordnung

Da das neue Strahlenschutzrecht mit Strahlenschutzgesetz und Strahlenschutzverordnung vor der Umsetzung steht und viele Bereiche nur vage formuliert wurden, war es auf dem 23. Forum Röntgenverordnung auf dem RöKo eine spannende Frage, wie der Stand der Dinge bei den Verwaltungsvorschriften ist. Ein Beispiel für die Unschärfe ist die gesetzliche Forderung, nach der der Betrieb nur erlaubt ist, wenn das notwendige Personal in ausreichender Anzahl zur Verfügung steht (§ 13, I, Nr. 5 StrSchG). Dr. Birgit Keller vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) betonte, dass es hierzu keine detaillierte Aussage in der Verordnung geben werde. Da die konkreteren Richtlinien erst im kommenden Jahr erwartet werden, müsse man sich in der Zwischenzeit „durchwurschteln“. Dr. med. Detlef Wujciak, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Radiologen, gab zu bedenken, dass es bei den Radiologen keine Personalprobleme gebe und die Medizinphysikexperten (MPE) dies selbst organisieren könnten, aber es bei den MTRA ein echtes Problem gebe. Man sei deshalb dankbar, wenn es in der Formulierung der Personalausstattung „Unschärfen“ gebe.

Diskussionen gab es unter anderem noch bei der Frage nach dem Einsatz und der Ausbildung der MPE. Besonders interessant waren aus MTA-Sicht jedoch die Antworten der Anwesenden auf die TED-Frage, über welche strahlenschutzrechtlichen Qualifikationen die Personen der technischen Durchführung verfügen sollten. Immerhin 64 Prozent der Teilnehmer/-innen gaben MTRA/MTA an und nur 16 Prozent MFA mit einer neu zu schaffenden Zusatzqualifikation.

 

Entnommen aus MTA Dialog 6/2018