Corona-Krise

RKI-Präsident Wieler appelliert an die Bürger

Am Donnerstag veröffentlichte das RKI mit 21.866 täglichen Neuinfektionen einen abermals hohen Wert. Auch die Zahl der Toten lag mit 215 in den vergangenen 24 Stunden recht hoch.

Darstellung des 7-Tage-Inzidenz

Darstellung des 7-Tage-Inzidenz der COVID-19-Fälle in Deutschland nach Altersgruppe und Meldewoche (n=675.878 Fälle mit entsprechenden Angaben in den Meldewochen KW10-45; Stand 10.11.2020, 0:00 Uhr). | RKI

Nach wie vor bezeichnet RKI-Präsident Prof. Dr. Lothar H. Wieler deshalb die Corona-Lage als sehr erst. Das Infektionsgeschehen nehme weiter zu und auch die Todesfälle werden weiter steigen, so Wieler beim Pressebriefing. Es sei damit zu rechnen, dass einige Kliniken an ihre Grenzen stoßen. Zwar nähmen die Fallzahlen weniger stark zu, doch ob das eine stabile Entwicklung sei, werde man erst noch sehen. Dennoch betonte er erneut: „Wir können diesen Anstieg abbremsen.“ An den drei wichtigsten Regeln müsse aber weiter festgehalten werden: AHA + L, Kontakte reduzieren, bei Symptomen zu Hause bleiben. Damit ließen sich viele Infektionen vermeiden. „Wir müssen noch ein paar Monate die Po-Backen zusammenkneifen“, brachte es Wieler auf den Punkt.

Auch in den Schulen seien immer mehr Ausbrüche zu sehen. So sei die Inzidenz bei den 10-19-Jährigen zuletzt auf über 160 (pro 100.000) gestiegen. Der RKI-Präsident appellierte deshalb an die Schulen, die entwickelten Konzepte auch strikt durchzuziehen. Dr. Ute Rexroth, Leiterin Surveillance beim RKI, gab beim Briefing zu bedenken, dass die Inzidenz auch bei den über 80-Jährigen zunehme (zuletzt über 100/100.000). Es sei aber (noch) nicht so dramatisch wie im Frühjahr. Es gebe aber ein großes Präventionspotenzial. Ob sich die jüngst geänderte Teststrategie schon in den Zahlen widerspiegelt, könne laut Wieler noch nicht beurteilt werden. Es sei schwierig zu sagen, ob dadurch die Dunkelziffer schon größer geworden sei.