Premium Zur Therapiesteuerung bei antibiotischer Therapie

Procalcitonin-(PCT-)Bestimmung

Nach neueren Studien werden bis zu 40 % der durch Viren verursachten respiratorischen Infektionen mit einem Antibiotikum behandelt, obwohl dies nicht erforderlich ist.

Procalcitonin-(PCT-)Bestimmung

© Getty Images/iStockphoto

Antibiotika werden bei Fieber oder anderen Infektionssymptomen sowohl in der ambulanten Medizin als auch im Krankenhaus auf Normal- und Intensivstationen relativ rasch eingesetzt. Meist ist zum Zeitpunkt des Therapiebeginns noch kein Erreger nachgewiesen. Dies führt dazu, dass nach neueren Studien bis zu 40 % der durch Viren verursachten respiratorischen Infektionen mit einem Antibiotikum behandelt werden, obwohl dies nicht erforderlich ist. Nach Angaben der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) sind beispielsweise 86 % der ambulant auftretenden Pneumonien viral bedingt, oder es kann bei ihnen kein Erreger nachgewiesen werden, auch wenn moderne molekulare Methoden angewendet werden. Dennoch erhalten diese Patienten „zur Sicherheit“ Antibiotika. Das zunehmende Aufkommen von Antibiotika-resistenten und multiresistenten Erregern macht es jedoch erforderlich, dass diese früher sehr verbreiteten empirischen Therapiekonzepte überdacht werden. Das Procalcitonin (PCT) ist ein in der Leber, aber auch in vielen Epithelzellen gebildetes Prohormon des Calcitonins, welches gleichzeitig die Funktion eines Akutphaseproteins hat. Eine bakterielle Infektion reguliert die PCT-Freisetzung aus Epithelzellen nach oben, sodass die Blutkonzentrationen von PCT ansteigen. Virale Infektionen gehen demgegenüber nicht mit erhöhten PCT-Werten einher. Die PCT-Werte im Blut sinken relativ rasch ab, wenn eine bakterielle Infektion abklingt und eine antibakterielle Therapie somit nicht mehr oder nur noch kurze Zeit erforderlich ist. Damit kann dieser Marker sehr gut dazu verwendet werden, eine Antibiotikatherapie individuell zu steuern und zum Beispiel die Therapiedauer einer Atemwegsinfektion nicht mehr nach einer Leitlinie standardisiert beispielsweise auf 8 Tage festzulegen. In vielen Fällen kann die Antibiotikatherapie anhand des PCT-Wertes verkürzt werden.

 

Entnommen aus MTA Dialog 4/2020

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