Stillen

Prävention von Anfang an

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, Babys in den ersten sechs Monaten ausschließlich zu stillen, denn in dieser Lebensphase sei die Muttermilch für das Baby das beste und natürlichste Nahrungsmittel.

Stillen

Muttermilch sorgt bei Babys für ein gutes Abwehrsystem. | bevisphoto - stock.adobe.com

Apotheker Dr. Volker Schmitt, Sprecher der Apotheker in Bayern erklärt: „Die in der Muttermilch enthaltenen Antikörper und weitere Immunstoffe sorgen bei Ihrem Kind für ein besseres Abwehrsystem und einen hohen Schutz vor Allergien – und dies weit über die Stillzeit hinaus. Stillen wirkt sich außerdem positiv auf die Entwicklung des Gehirns und die Kiefer- und Gesichtsmuskulatur des Kindes aus. Und noch ein wichtiger Punkt: Es reduziert das Risiko für Ihr Kind, am plötzlichen Kindstod zu sterben.“

Stillende Frau

Anlässlich der Weltstillwoche weist die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf zwei neue Forschungsprojekte zum Stillen in Deutschland hin.

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Bei Stillproblemen können Apotheker den Müttern beratend zur Seite stehen. So gut wie jede Stillende bekommt in der Apotheke Rat und Hilfe, wenn sie Probleme hat, etwa durch Hilfsmittel wie Brusthütchen, spezielle Kompressen oder eine Brustwarzensalbe. Schmitt: „Bei entzündeten Brustwarzen hilft beispielsweise hochreines Lanolin. Es wird dünn aufgetragen und muss vor dem Stillen nicht entfernt werden. Bei einer Brustentzündung können Kältepackungen Linderung verschaffen.“

Viele Apotheken verleihen auch Milchpumpen. Die Teile, die mit der Milch in Kontakt kommen, sollten nach jeder Benutzung gründlich gereinigt werden, einmal täglich sollten sie durch Auskochen sterilisiert werden. Abgepumpte Milch kann in geeigneten Glas- oder Plastikflaschen sowie in speziellen Muttermilchbeuteln aufbewahrt werden.

Nicht nur Babys, sondern auch Mütter profitieren vom Stillen: Es spart Zeit, Arbeit und Geld. Da Muttermilch immer verfügbar ist, ist Frau auch unterwegs unabhängig. Außerdem fördert Stillen die Rückbildung der Gebärmutter und kann das Erkrankungsrisiko für Brust- und Eierstockkrebs reduzieren.

Schmitt: „Im Übrigen kann ich allen jungen Müttern den vom WIPIG – Wissenschaftliches Institut für Prävention im Gesundheitswesen, herausgegebenen Stillratgeber empfehlen. Er enthält neben Erklärungen zur Milchbildung auch praktische Tipps zur Stillpraxis, zur richtigen Ernährung sowie zur Empfängnisverhütung während der Stillzeit.“


Quelle: Bayerische Landesapothekenkammer, 28.11.2017