Informationen des Robert Koch-Instituts

Pneumonien durch ein neuartiges Coronavirus

Das neue Coronavirus breitet sich aus. Bisher sind 222 Fälle identifiziert worden. Das Robert Koch-Institut (RKI) gibt Empfehlungen und eine Risikoeinschätzung.

Coronavirus

Die Elfmillionenstadt Wuhan ist der Ausgangspunkt der Lungenkrankheit. | Pixabay

Am 31. Dezember 2019 wurde das WHO-Landesbüro in China über eine Häufung von Lungenentzündungen mit unklarer Ursache in Wuhan, einer Metropole mit 11 Millionen Einwohnern in der Provinz Hubei, informiert. Nach Angaben der WHO haben die chinesischen Behörden am 7.Januar 2020 ein neuartiges Coronavirus als Ursache der Erkrankung identifiziert. Das Virus gehört wie das SARS-Virus zu den beta-Coronaviren. Der WHO zufolge besteht basierend auf den bisher vorliegenden Informationen die Möglichkeit einer begrenzten Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Gegenwärtig gibt es jedoch keine Hinweise auf eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung. Erkrankungsfälle bei medizinischem Personal wurden bislang nicht berichtet.

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Aktuelle Fallzahlen

Bisher (Stand: 20.01.2020) sind 222 Fälle identifiziert worden.

  • Fälle in China: 218 (Wuhan 198 [davon bisher 3 Todesfälle], Peking 5, Provinz Goandong inklusive Shenzhen 14, Shanghai 1). Gegenwärtig werden in Krankenhäusern in Wuhan 170 Patienten behandelt, davon sind 35 schwer und 9 kritisch erkrankt.
  • Fälle außerhalb Chinas: 4 (2 in Thailand, 1 in Japan, 1 in Südkorea)
  • Insgesamt wurden 817 Personen mit engem Kontakt ermittelt. Der Krankheitsverdacht konnte bisher bei 727 Personen ausgeräumt werden, 90 Personen stehen weiterhin unter Beobachtung.

Empfehlungen und Risikoeinschätzung

Die WHO hat Falldefinitionen, Hinweise zur Diagnostik, zur Infektionsprävention und zum klinischen Management veröffentlicht. Die WHO empfiehlt keine Reisebeschränkungen, gibt aber Hinweise zu grundsätzlich einzuhaltenden Hygiene- und Verhaltensregeln für Reisende nach Wuhan. Vergleichbare Hinweise können auch den Seiten des Auswärtigen Amts entnommen werden.

Da es bisher keine Hinweise auf eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch gibt, hat das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (European Centre for Disease Prevention and Control, ECDC) das Risiko für Reisende als gering eingestuft (siehe aktuelle Risikoeinschätzung des ECDC). Das ECDC schätzt das Risiko einer weiteren Ausbreitung innerhalb der EU, sollte ein Fall festgestellt werden, als gering bis sehr gering ein.

Entsprechend schätzt das Robert Koch-Institut das Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland zurzeit als sehr gering ein. Diese Einschätzung kann sich aufgrund neuer Erkenntnisse kurzfristig ändern.

 

Weitere Informationen

RKI-Seite zum neuartigen Coronavirus, unter anderem mit Hinweisen zu Diagnose, Hygiene und Infektionskontrolle

 

Quelle: RKI, 20.01.2020