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Pneumocystis – ein eigenartiger Pilz!

Einleitung: Da Pneumonien durch Legionellen meldepflichtig sind, gibt es annähernd treffende Zahlen über deren Inzidenz in Deutschland [14]. Über die Häufigkeit einer Pneumocystis-Pneumonie (PP) dagegen bestehen keine zuverlässigen Angaben, dabei ist diese gefährliche Krankheit gar nicht so selten. Die Rolle von Pneumocystis als Krankheitserreger der Menschen ist eben zu wenig beachtet [10].

Pneumocystis – ein eigenartiger Pilz!

Lungengewebeprobe eines Aidspatienten mit Pneumozystose | © CDC/Dr. Edwin P. Ewing, Jr., public domain

Zusammenfassung

Heute besteht kein Zweifel mehr, dass Pneumocystis zu den Pilzen zählt, obwohl sie im Vergleich zu anderen Pilzen mehrere Eigentümlichkeiten aufweist. In ihrer zytoplasmatischen Membran fehlt Ergosterin; folglich ist sie a priori gegen Amphotericin B und Azole resistent. Zur Therapie wie zur Prophylaxe verwendet man Antibiotika, wie etwa Cotrimoxazol, und antiprotozoäre Mittel, wie Atovaquon, Pentamidin und Primaquin. Im Körper von abwehrgeschwächten Patienten läuft ein Vermehrungszyklus ab, indem aus einzelligen Trophozoiten mehrzellige Zysten entstehen, die eine dicke Wand mit (1–3)-ß-Glucan haben. Während P. carinii Ratten und Mäuse infiziert, ist nur P. jirovecii humanpathogen, wovon es ganz viele unterschiedliche Stämme gibt. Der Kontakt des Menschen mit diesem Pilz ist häufig; die allermeisten Erwachsenen sind asymptomatische Träger. Bei Abwehrschwäche, wie Aids, Organtransplantation und Leukämie, können die opportunistischen Pilze sich vermehren, wobei meistens eine Pneumocystis-Pneumonie entsteht, die mit einer atypischen, interstitiellen, bilateralen Verschattung einhergeht. Dies führt zu einer Gasaustauschstörung, was zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff führt. Unbehandelt verläuft die Infektion meist tödlich. Die endgültige Diagnose erfolgt entweder durch eine mikroskopische Darstellung der Pilze in BAL, Trachealsekret oder Sputum oder durch einen PCR-Nachweis, der bei Quantifizierung klären kann, ob es sich um eine bloße Kolonisierung handelt oder um eine wirkliche Infektion.

Schlüsselwörter: Pneumocystis, Pilze, P. jirovecii, Pneumocystis-Pneumonie

Abstract

Today, there is no doubt any more that Pneumocystis belongs to the kingdom of fungi, although they dispose of several peculiar characteristics in comparison to other fungi. In their cytoplasmic membrane ergosterol is lacking so that they are a priori resistant to amphotericin B and azoles. Instead, antibiotics, such as cotrimoxazole, or antiprotozoal drugs, such as atovaquone, pentamidine, and primaquine, are used for therapy or prophylaxis, respectively. In the body of an immunocompromised patient a multiplication cycle occurs, whereby from single nucleated trophozoits multinucleated cysts develop, which possess a thick cell wall consisting of (1–3)-ß-glucan. Whereas P. carinii can infect mice and rats, P. jirovecii only is pathogenic for humans. There are many different strains. Contact of humans with these fungi is quite frequent; whereby most people remain asymptomatic carriers. In case of immunosuppression such as Aids, organ transplantation or leukemia, the opportunistic fungi may multiply and trigger a pneumocystis pneumonia characterized by an atypical, interstitial, bilateral infiltration leading to troubles in gas exchange. Consequently, an oxygen deficiency develops. Without therapy the course of infection will be lethal in most instances. A final diagnosis is achieved either by direct microscopy of the fungi in BAL, tracheal secretions or sputum or by PCR; a quantification may differentiate between a mere colonization or a true infection.

Keywords: Pneumocystis, fungi, P. jirovecii, pneumocystis pneumonia

DOI: 10.3238/MTADIALOG.2021.0016

 

Entnommen aus MTA Dialog 1/2021

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