Ausbildung

Physiotherapeuten fordern Akademisierung

Der Deutsche Verband für Physiotherapie spricht sich dafür aus, dass auch Physiotherapeuten künftig akademisch ausgebildet werden.

Physiotherapie

In 12 von 16 Bundesländern herrscht ein akuter Fachkräftemangel in der Physiotherapie. | pixdeluxe-istockphoto

Der Deutsche Verband für Physiotherapie begrüßt den Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Reform der Hebammenausbildung und die Umsetzung einer vollständigen Akademisierung dieses Berufes. Damit komme die Bundesregierung nicht nur ihrer Pflicht nach, die Vorgaben der Europäischen Union aus dem Jahr 2005 umzusetzen (Richtlinie 2005/36/EG), sondern setze ein Zeichen für eine Anpassung medizinischer Ausbildungen an internationale Standards.

Fachkräftemangel

„HEIMAT GROSSER HERZEN“ – unter diesem Motto steht die großangelegte Marketingkampagne, mit der aktuell 18 nordhessische Klinken qualifizierte Fachkräfte der Gesundheits- und Pflegebranche für die Region gewinnen wollen.

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Ab 2020 werden Hebammen in Deutschland in einem dualen Studium ausgebildet. Auch für die Physiotherapie sei ein Studium seit Jahren internationaler Standard – nur in Deutschland noch nicht. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf. Denn: Auch Physiotherapeuten leisteten einen wichtigen Beitrag zur gesundheitlichen Versorgung der Menschen in Deutschland. In 12 von 16 Bundesländern herrscht allerdings, so der Verband, bereits heute ein akuter Fachkräftemangel in der Physiotherapie. Patienten müssten teilweise lange Wartezeiten in Kauf nehmen, weil Physiotherapeuten in der ambulanten Versorgung fehlen. Der Grund: Die Rahmenbedingungen für den Beruf des Physiotherapeuten seien nicht attraktiv genug. In vielen Fällen fallen Kosten bis zu 15.000 Euro für die Ausbildung an und der Verdienst zum Berufsstart sei mit durchschnittlich 2.100 Euro brutto für eine Vollzeitstelle ebenfalls nicht überzeugend.

Aufwertung des Berufes gefordert

Das Hebammengesetz setze hier die richtigen Signale für junge Menschen. Die Hebammenausbildung soll attraktiver und moderner werden. Das ist das Ziel des Hebammenreformgesetzes, das am 15. Mai 2019 im Bundeskabinett beschlossen wurde. Diese Aufwertung des Berufes benötigt die Physiotherapie ebenfalls – zum Wohle der Patienten.

Zum Hintergrund: Es gibt seit 2009 primärqualifizierende Modellstudiengänge für die Physiotherapie. Eine Überführung des grundständigen Studiums wäre also nach zehn Jahren längst überfällig und könnte im Zuge der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigten Novellierung des Berufsgesetzes im Bereich der Physiotherapie zeitnah umgesetzt werden.

Ähnlich wie bei den Hebammen könnte es auch im Bereich der Physiotherapie Übergangsregelungen geben, die festlegen, wie die bislang fachschulische Ausbildung von Physiotherapeuten in eine hochschulische Ausbildung überführt wird.


Quelle: Physio-Deutschland, 21.05.2019