Münchner Aids- und Hepatitis-Tage

Neues Beratungs- und Testangebot

Bei dem Projekt „HIV? Hepatitis? Das CHECK ich!“ handelt es sich um ein Beratungs- und Testangebot, das einen niedrigschwelligen Zugang zu unentgeltlichen und anonymen Tests auf HIV und HCV für Drogen gebrauchende Menschen ermöglicht.

HIV-Infektionen können, ebenso wie Hepatitis-C-Infektionen, viele Jahre nahezu symptomlos verlaufen, sodass sie oft erst spät erkannt werden. | pixabay

Menschen, die intravenös Drogen gebrauchen, haben ein erhöhtes Risiko für HIV- und Hepatitis-Virusinfektionen, insbesondere für das Hepatitis-C-Virus. Beide Infektionen können viele Jahre nahezu symptomlos verlaufen, sodass sie oft erst spät erkannt werden. Grund dafür ist das oft fehlende Bewusstsein für die Übertragungswege und die gesundheitlichen Gefahren, gerade durch das Hepatitis-C-Virus (HCV). Bei einem chronischen Verlauf, der bei Infektionen mit dem HCV häufig ist, können langfristig schwere Folgen wie Leberzirrhose und Leberkrebs auftreten.

Hepatitis C Virus

Zwischen 200.000 und 500.000 Menschen in Deutschland sind mit dem Hepatitis C-Virus infiziert. Die Heilung kann gravierende Spätfolgen verhindern. Aktuelle Auswertungen des „Deutschen Hepatitis C-Registers“ zeigen, dass die Therapie der Erkrankung in Deutschland auf hohem Niveau erfolgt.

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Vor diesem Hintergrund hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit Unterstützung des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) das Projekt „HIV? Hepatitis? Das CHECK ich!“ in vier Bundesländern auf den Weg gebracht. Hierbei handelt es sich um ein Beratungs- und Testangebot, das einen niedrigschwelligen Zugang zu unentgeltlichen und anonymen Tests auf HIV und HCV für Drogen gebrauchende Menschen ermöglicht. Seit Anfang des Jahres finden die Beratungen und Tests an sechs Standorten statt. Erste Ergebnisse des Projekts werden auf den 17. Münchner Aids- und Hepatitis-Tagen, die vom 23. bis zum 25. März stattfinden, vorgestellt.

Hierzu erklärt Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA: „Damit Beratungs- und Testangebote gerade von Menschen, die einen erschwerten Zugang zum Gesundheitssystem haben, genutzt werden, müssen sie kostenlos und anonym sein. Das ist bei dem Projekt ,HIV? Hepatitis? Das CHECK ich!‘ gegeben." Erste Ergebnisse bestätigen, dass die Beratungsangebote dann am besten angenommen werden, wenn sie an eine Drogenhilfeeinrichtung angeschlossen sind und ohne Anmeldung direkt genutzt werden können.

Präventionsangebote im direkten Umfeld der Zielgruppen

Dr. Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung, betont: „Uns liegt am Herzen, dass unsere gemeinsamen Präventionsaktivitäten gegen die Ausbreitung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten auch besonders vulnerable Zielgruppen in den Fokus nehmen. Dafür kommt es darauf an, dass Präventionsangebote im direkten Umfeld der Zielgruppen angeboten werden. Dies ist mit dem Projekt „HIV? Hepatitis? Das CHECK ich!“ gut gelungen und aufgrund erhöhter Infektionsrisiken der Zielgruppe besonders wichtig.“

An den sechs Standorten Hamburg, Bremen, Hannover, Troisdorf, Dortmund und Düsseldorf werden wöchentlich Beratungen zu HIV, Hepatitis, zu Risikosituationen wie dem Teilen von Konsumutensilien und zu Schutzmöglichkeiten durchgeführt. Begleitend werden unentgeltliche und anonyme Schnell- und Labortests angeboten. Im Falle eines auffälligen Testergebnisses wird den Betroffenen Unterstützung bei der Weiterleitung in eine Behandlung angeboten. Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus können mit den neuen Medikamenten gut behandelt und oft geheilt werden. Für die ärztliche Therapie wird vor Ort ein Kooperationsnetzwerk mit Schwerpunktpraxen aufgebaut.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung führt das Projekt „HIV? Hepatitis? Das CHECK ich!“ in Kooperation mit der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) und dem Robert Koch-Institut (RKI) durch.
 
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Quelle: BZgA, 20.03.2018