Ausschuss Parität des Deutschen Frauenrates, Equal Pay Day

Neues aus der Berufspolitik

Ausschuss Parität des Deutschen Frauenrates, Equal Pay Day – Auftaktveranstaltung zum Thema „Wertsache Arbeit“ am 14. November 2018, 2. Beiratstreffen Branchenmonitoring am 20. November 2018 – Landesprojekt Berufsverbleib in den Gesundheitsfachberufen und weitere Termine

Neues aus der Berufspolitik

© Ekachai Lohacamonchai – iStockphoto

Ausschuss Parität des Deutschen Frauenrates

Am 12. November 2018 fand eine Telefonkonferenz des Ausschusses Parität statt, die zum Ergebnis hatte, die weiteren Feierlichkeiten für „100 Jahre Frauenwahlrecht“ im Januar für ein Parlamentarierinnenfrühstück mit den Ausschussmitgliedern zu nutzen, um die Forderung nach einem Paritätsgesetz gut zu platzieren. Die Bundeskanzlerin hatte sich, wie auch andere namhafte Politikerinnen, für Parität ausgesprochen.

Diese Vorgabe soll auch für den Januartermin des DVTA im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie genutzt werden, da mehr Parität und damit Gleichbehandlung von Berufen in der Medizinwirtschaft und Medizintechnik Ziel sein sollte wie auch, was die nachfolgenden Ergebnisse der Equal-Pay-Day-Veranstaltung zeigen, die Aufwertung der Frauenarbeit. Diese Vorgabe soll auch für den Januartermin des DVTA im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie genutzt werden, da mehr Parität und damit Gleichbehandlung von Berufen in der Medizinwirtschaft und Medizintechnik Ziel sein sollte wie auch, was die nachfolgenden Ergebnisse der Equal-Pay-Day-Veranstaltung zeigen, die Aufwertung der Frauenarbeit.

Equal Pay Day – Auftaktveranstaltung zum Thema „Wertsache Arbeit“ am 14. November 2018

Die Vorträge hatten insbesondere folgende Kernaussagen:

Uta Zech, Präsidentin von Business and Professional Women

Fair Play heißt Gleiches gleich behandeln. Dafür bedarf es einer Aufwertung der Rolle der Frau im Erwerbsleben und der Setzung echter Anreize (zum Beispiel gleichwertige Besteuerung von Ehepartnern, Steuerentlastung von Frauen et cetera). Das Ehegattensplitting ist nicht up to date, da es vom Alleinverdienermodell ausgeht. Arbeitgeber sollen nicht suchen, sondern machen (zum Beispiel selbst Ausbildungen anbieten, Frauen aktiv unterstützen, ihnen auf Augenhöhe begegnen et cetera). Die Forderung ist: mehr Frauen ins Topmanagement und in die Politik. Nur wer präsent ist, wird wahrgenommen.

Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Nach wie vor ist der Thomas-Kreislauf (mehr Thomas in Führungspositionen, die neue Thomasse rekrutieren [Albright-Studie] als Michaelas) in Kraft. Dies gilt es zu ändern:

Frauen können alles! Dies muss überall gelebte Realität werden!

Wertsache Arbeit – vier wichtige Faktoren:

  1. Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Mütter und Väter (flexible Arbeit, Brückenteilzeit, gute kostenfreie Kitabetreuung etc.).
  2. Frauen in Führungspositionen: Anstieg von Frauen in Aufsichtsratspositionen (7  Prozent auf 30   Prozent) durch Quotenregelung. In den Vorständen sieht es noch nicht so aus. Hier wird nachjustiert.
  3. Equal Pay: 21  Prozent Lohnlücke zwischen Mann und Frau. Entgelttransparenzgesetz eröffnet transparente Informationen über gleichwertige Bezahlung.
  4. Aufwertung der Sozialberufe

Schulgeld und keine Ausbildungsvergütung werden als Hindernis angesehen. Das Ministerium unterstützt die Abschaffung des Schulgelds und eine Ausbildungsvergütung. Das Pflegeberufegesetz sei ein mustergültiges Beispiel, das Vergütung und bessere Berufschancen ermöglicht.

Dr. Nora Markard, Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V.

Ihr Verein unterstützt Frauen in der Durchsetzung ihrer Gleichheitsrechte. Positive Entscheidungen in Präzedenzfällen sollen auch anderen Frauen helfen, wie zum Beispiel der Fall der Journalistin von Frontal 21, die bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit weniger Geld als ihre männlichen Kollegen erhält. Sie klagte 2015 gegen das ZDF und verlor in Erster Instanz vor dem Arbeitsgericht Berlin. Die Berufung ist vor dem Landesarbeitsgericht anhängig, da das Urteil europarechtswidrig ist und eine Tatsachenberichtigung erforderlich war (Journalisten wurden vom Richter Erster Instanz ohne sachlichen Grund bei der Vergütung besser in der Entscheidung behandelt). Einigungsversuche scheiterten. Das Verfahren wird von der Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. unterstützt, die den Fall notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof weiterführen will.

Fazit: „Freiheit braucht starke Freund*innen!“

Sarah Lillemeier, Institut für Arbeit und Qualität, Universität Duisburg-Essen

Sie berichtete aus dem Forschungsprojekt „Comparable Worth“, ob Frauenarbeit abgewertet wird.

Es gibt eine Ursachenvielfalt, die zum Gender Pay Gap führt:

  • Erwerbsunterbrechungen
  • geringere Erwerbsbeteiligung von Frauen
  • genderdominierte Berufe (weibliche Berufe)
  • Qualifikation

Comparative Worth bedeutet gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit. Betrachtet wird, dass die geringere Rolle der Frau in der (maskulinen) Gesellschaft ein Prädiktor für den Zugang zur und die Bewertung der Arbeit ist. Bei der Bewertung der Arbeit fehlen insbesondere psychosoziale Faktoren, wie zum Beispiel Verantwortung nicht nur für Führung, sondern auch das Wohlergehen für andere wie Social Skills (Kommunikation et cetera). Das Projekt hat eine statistische Prüfung der Devaluierten vorgenommen. Es wurden 42 Fragen an Beschäftigte gestellt. Über Punktwerte wurde die Gleichwertigkeit geprüft. Ergebnis zum Beispiel bei Sorgeberufen: je höher der Frauenanteil, desto geringer der Verdienst. Dies ist keine neue Erkenntnis, doch nun kann sie durch den „Comparable Worth“-Index statistisch nachgewiesen werden und zeigt, dass Arbeit neu bewertet werden muss, um Missstände zu beseitigen.

Martin Speer, HeForShe

Das Bewusstsein der Männer für das Problem Ungleichbehandlung muss geschaffen oder geändert werden. Es muss mehr unter den Geschlechtern kommuniziert werden und Männer müssen veranlasst werden, für Frauen und ihre Gleichberechtigung einzutreten. Man muss sich gemeinsam auf die Reise begeben, um etwas zu ändern. Hierzu ist insbesondere die emotionale Brücke zu nutzen, nicht allein kalte Fakten.

2. Beiratstreffen Branchenmonitoring am 20. November 2018 – Landesprojekt Berufsverbleib in den Gesundheitsfachberufen

Das Beiratstreffen fand unter Beteiligung von Vertreterinnen des DVTA (Marianne Vetter-Knoll und Angelika Baumeister) statt. Über die Ergebnisse berichten wir, sobald das offizielle Protokoll verabschiedet wurde.

Weitere Termine

Am 12. Dezember 2018 fanden statt:

  • 13. Sitzung des eGBR-Fachbeirats
  • Kongress Zukunft E-Health – Chancen für die digitale Gesundheitsversorgung der Fraktion CDU/CSU
  • Termin mit Bundestagsabgeordneten

Wir werden, wie gewohnt, über die Ergebnisse der Termine berichten.

 

Entnommen aus MTA Dialog 1/2019