Atemmaske für Risikoberufe

Neue Maske mit viel Komfort

Spätestens seit der Maskenpflicht ist ein Mund-Nasen-Schutz nicht mehr im Alltag wegzudenken. Doch der Komfort einer Maske lässt oftmals zu wünschen übrig. Aus diesem Grund entwickelte das Fraunhofer IAO eine neue Atemmaske.

Maske

Studierende und Wissenschaftler/-innen des Fraunhofer IAO haben eine Atemschutzmaske entwickelt, die mittels 3-D-Druck oder Spritzguss selbst direkt produziert werden kann. | Ludmilla Parsyak - Fraunhofer IAO

Beschlagene Gläser bei Brillenträgern, Schmerzen an den Ohren – Masken sind besonders durch die Corona-Krise ein Alltagsgegenstand geworden. Gerade für Risikoberufe mit vielen Kontakten wie medizinisches Personal, Pflege- oder Lehrkräfte müssen sie sicher, aber auch angenehm zu tragen sein. Da das nicht immer der Fall ist, könnte eine neue Atemmaske die Problematik entschärfen.

Wechselbare Filtervliese

Studentische KI-Tutoren des Business Innovation Engineering Center (BIEC) des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart entwickelten eine neue Atemmaske. Ihr Konzept sieht eine Atemmaske mit wechselbaren Filtervliesen vor. Sie soll durch 3D-Druck oder Spritzguss selbst direkt produziert werden können. Mit diesem Ansatz wollen die Wissenschaftler ermöglichen, dass kleine und mittlere Betriebe in Baden-Württemberg das System schnell und unkompliziert aufgreifen können.

Mund-Nasen-Schutz

Die sogenannte Maskenpflicht trägt offenbar deutlich zur Eindämmung der Corona-Pandemie bei. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler von vier Universitäten gekommen, nachdem sie die Entwicklung der Covid-19-Fallzahlen in Jena mit der Entwicklung in ähnlichen Städten verglichen hatten.

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TÜV bestätigt Filterwirkung

Nach einer viermonatigen Entwicklungszeit steht nun das Designmuster. Ein Rahmen wird durch einen 3D-Druck oder Spritzguss gefertigt. Hier können unterschiedliche Vliesmaterialien eingelegt und nach Gebrauch ausgetauscht werden. In einer Kleinserie testeten bereits Feuerwehrleute die neue Atemmaske und zeigen sich zufrieden mit dem Komfort. Sie schließe gut ab, verrutsche nicht und die Dichtheit an der Nase sei auch für Brillenträger vorteilhaft.

Der TÜV Rheinland bestätigte zudem die Filterwirkung. Demnach könne die Maske bei richtiger Anwendung das Infektionsrisiko senken. Die FFP3-Anforderungen erfüllte die Atemmaske jedoch nicht ganz. Anhand der Prüfung setzen sich die Wissenschaftler das Ziel, die erkannten Schwachstellen auszubessern. Mit dieser neuen Maske will das Fraunhofer IAO dabei helfen, die aktuelle Pandemie einzudämmen und kleinen und mittleren Unternehmen eine kostengünstige Fertigung zu ermöglichen.

 

Quelle: idw, 26.10.2020