Universitätsklinikum Freiburg

Neue Forschungsgruppe zur akuten myeloischen Leukämie

Eine neue Forschergruppe an der Universität und am Universitätsklinikum Freiburg will die akute myeloische Leukämie (AML) neu untersuchen. Der Fokus liegt auf einer grundwissenschaftlichen und klinischen Perspektive.

AML-Zellen

AML-Zellen vor (links) und nach kombinierter, epigenetisch wirksamer Behandlung mit einem Histon-Demethylase (LSD1)-Inhibitor und Retinsäure (in vitro-Experiment). | © Privatdozent Dr. Karsten Rippe, DKFZ Heidelberg

Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die kommenden drei Jahre mit insgesamt 4,2 Millionen Euro. Prof. Dr. Michael Lübbert ist der Sprecher des Projekts aus der Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Freiburg, der zusammen mit Prof. Dr. Christoph Plass vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ) das Projekt koordiniert.

Blasten AML FAB M1

Die Akute Myeloische Leukämie (AML) ist eine tückische Erkrankung. Bis zu 85 Prozent der Patienten erscheinen nach einer intensiven Chemotherapie zwar wie geheilt, allerdings kehrt bei mehr als der Hälfte dieser Patienten innerhalb von ein bis zwei Jahren die Krankheit zurück.

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Die akute myeloische Leukämie (AML) ist eine bösartige Erkrankung des Blutes, die jährlich bei etwa 3.000 Menschen in Deutschland diagnostiziert wird. Vor allem bei älteren Patientinnen und Patienten ab einem Alter von 60 Jahren tritt die AML auf. Sie macht etwa 80 Prozent aller akuten Leukämien bei Erwachsenen aus. Die Forschergruppe mit dem Titel „Altersbedingtes epigenetisches Remodelling bei der akuten myeloischen Leukämie“ will die epigenetischen Veränderungen in leukämischen Stammzellen analysieren, die vor allem bei älteren Menschen auftreten und zur Entwicklung der AML führen können.

Genetische Veränderungen und das Epigenom

Epigenetik bezeichnet Mechanismen der Vererbung, die ohne eine Änderung der DNA-Sequenz auftreten. Dabei handelt es sich um dynamische Veränderungen, bei denen wechselnde Umweltbedingungen wie beispielsweise Ernährung, Stress oder Medikamente epigenetische Muster hinterlassen. Epigenetische Mechanismen bestimmen demnach, welche Gene zu welchem Zeitpunkt aktiviert oder stillgelegt werden.

Die Forscherinnen und Forscher werfen ein besonderes Augenmerk auf die Interaktion zwischen den genetischen Veränderungen, die bei der AML auftreten, und dem Epigenom – der Gesamtheit der epigenetischen Muster - von leukämischen Stammzellen unterschiedlicher Alterungsphasen. Des Weiteren möchte die Forschungsgruppe eine Weiterentwicklung bereits bestehender epigenetischer Therapieansätze, mit möglichst zügiger klinischer Umsetzung bei älteren Patienten mit AML realisieren. Einige der Mitglieder sind in der Durchführung klinischer Studien bei AML bereits sehr engagiert.

Quelle: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau, 07.07.2017