Schmerzmedizin

Netzwerke für eine bessere ambulante Versorgung

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS), die Versorgergesellschaft für Schmerzpatienten, präsentierte beim diesjährigen Deutschen Schmerz- und Palliativtag, der vom 22. bis 25. März in Frankfurt stattfand, ein neues Konzept für eine bessere ambulante Versorgung von Schmerzpatienten.

Schmerzmedizin

Die DGS stellte ein Konzept für die bessere Versorgung von Schmerzpatienten vor. | iStockphoto/SIphotography

Die Idee des neuen Konzepts: Es sollen Netzwerke gebildet werden, die alle Beteiligten in der Versorgung und die Patienten miteinander verbinden. Das Konzept wurde zuvor gemeinsam mit Vertretern
von Krankenkassen, Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und gesundheitspolitischen Sprechern der Bundestagsparteien beim 2. Nationalen Versorgungsforum Schmerz in Berlin diskutiert.

Rückenleiden

Jedes Jahr werden in Baden-Württemberg mehr als 13.500 Menschen wegen Bandscheibenschäden stationär behandelt. Die Alternative zur Operation ist in der Regel eine Kombination von Schmerz-, Verhaltens- und Physiotherapie.

weiterlesen

Um die Versorgung der rund 3,4 Millionen schwerstkranken Schmerzpatienten in Deutschland zu verbessern, plant die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) den Aufbau von Netzwerken, die sich um die individuelle Behandlung jedes einzelnen Patienten kümmern. Zu den Netzwerken sollen Hausärzte, Schmerzmediziner, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten und algesiologische Fachassistenten gehören.

Online-Dokumentationssystem iDocLive

Ein Netzwerk-Manager koordiniert die Behandlung in den verschiedenen Fachdisziplinen. Voraussetzungen für die Umsetzung dieses Konzeptes sind laut Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen
Gesellschaft für Schmerzmedizin, Fortbildungen für alle Beteiligten in den Netzwerken und politische Unterstützung.

Im nächsten Schritt soll auf Basis der Diskussion beim 2. Nationalen Versorgungsforum in Berlin ein Positionspapier erarbeitet werden, in dem konkrete Umsetzungsvorschläge dieses
Konzeptes beschrieben werden.

Eine Unterstützung für die Zusammenarbeit in Netzwerken bietet schon heute das Online-Dokumentationssystem iDocLive. Dieses dient als Basis für die Dokumentation und Auswertung von Schmerzart, Schmerzstärke, Schmerzdauer, Beeinträchtigung im Alltag, Lebensqualität und Behandlungsverlauf. Die jederzeit online verfügbaren Daten erleichtern den behandelnden Ärzten und dem medizinischen Fachpersonal die patientenindividuelle Therapiebegleitung. Gleichzeitig stehen die Daten anonymisiert für Fragestellungen der Versorgungsforschung im DGS-PraxisRegister Schmerz zur Verfügung, das mit aktuell fast 150.000 dokumentierten Behandlungsfällen das weltweit größte Pharma-unabhängige
Schmerzregister darstellt.


Quelle: DGS, 31.03.2017