Peripartale Herzschwäche

Mutter werden trotz schwangerschaftsbedingter Herzschwäche

PPCM-Risiko bei erneuter Schwangerschaft

In einer kürzlich im European Journal of Heart Failure veröffentlichten Studie konnten die MHH-Kardiologen nachweisen, dass das Risiko für Mütter, die in einer vorangegangenen Schwangerschaft eine PPCM entwickelt hatten, bei einer erneuten Schwangerschaft stark davon abhängt, wie erfolgreich die PPCM therapiert worden war. Auch hierbei zeigte sich, dass – wenn unmittelbar nach der Geburt Bromocriptin unterstützend gegeben wurde – die Behandlungsergebnisse der PPCM besser waren. Damit sank für die Frauen das Risiko, bei einer erneuten Schwangerschaft eine Herzschwäche zu erleiden. „Unsere Studie zeigt auf der einen Seite, dass Patientinnen, die mit einer noch stark reduzierten Herzfunktion wieder schwanger werden, ein höheres Risiko für eine Verschlechterung des Herzens bei einer Folgeschwangerschaft haben. Zum anderen zeigte sich aber auch hier, dass Patientinnen, bei denen Bromocriptin gleich nach der Entbindung gegeben wurde, eine weitere Verschlechterung des Herzen weniger häufig auftrat“, erklärt Professorin Dr. Denise Hilfiker-Kleiner. Diese Untersuchung führten die Ärzte gemeinsam mit Kollegen von zwei Universitätskliniken in Südafrika und Schottland durch. Sie untersuchten 34 Mütter, die eine PPCM entwickelt hatten und erneut schwanger wurden.

PPCM tritt weltweit auf

In einer weiteren, ebenfalls im European Journal of Heart Failure veröffentlichten Studien hat ein internationales Forscherkonsortium anhand des weltweiten PPCM-Registers herausgefunden, dass die Erkrankung bei Frauen mit verschiedenen ethnischen Hintergründen weltweit auftritt. Deutliche Unterschiede beim sozioökonomischen Hintergrund spielen dabei keine Rolle. Für die Studie, Letztautor ist Professor Bauersachs, konnte das Team auf Daten von 411 Frauen aus 43 Ländern zurückgreifen, die während der Schwangerschaft erkrankt waren. „Die Mehrzahl der PPCM-Fälle weltweit wird nach der Entbindung diagnostiziert, und die betroffenen Frauen leiden meist an einer schweren Herzschwäche“, sagt Professor Bauersachs. Das Register der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie wird geleitet von Professorin Karen Sliwa (Kapstadt) und von Professor Bauersachs, der auch Vorsitzender der Studiengruppe zur PPCM ist.

MHH ist Europas größtes PPCM-Zentrum

Die MHH gehört zu den weltweit größten Zentren für PPCM und ist das größte Zentrum in Europa. In der Klinik für Kardiologie und Angiologie wurden bislang mehr als 300 betroffene Frauen betreut. „Wir wollen keine Ängste schüren, sondern Schwangere, Hebammen und Frauenärzte, aber auch Allgemeinmediziner dafür sensibilisieren, bei entsprechenden Symptomen an eine PPCM zu denken“, sagt Professor Bauersachs. (idw, red)

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Literatur:

Denise Hilfiker-Kleiner Arash Haghikia Dominik Berliner, et al.: Bromocriptine for the treatment of peripartum cardiomyopathy: a multicentre randomized study. European Heart Journal (2017), DOI:10.1093/eurheartj/ehx355.

Denise Hilfker-Kleiner, Arash Haghikia, David Masuko, et al.: Outcome of subsequent pregnancies in patients with a history of peripartum cardiomyopathy. European Journal of Heart Failure (2017), DOI:10.1002/ejhf.808.

Karen Sliwa, Alexandre Mebazaa, Denise Hilfker-Kleiner, et al.: Clinical characteristics of patients from the worldwide registry on peripartum cardiomyopathy (PPCM). EURObservational Research Programme in conjunction with the Heart Failure Association of the European Society of Cardiology Study Group on PPCM. European Journal of Heart Failure (2017), DOI:10.1002/ejhf.780.