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Multiresistente Krankenhauskeime

Spielt Krankenhausabwasser für die Verbreitung eine Rolle?
Hardy-Thorsten Panknin, Matthias Trautmann
Multiresistente Krankenhauskeime
© Mariakray – stock.adobe.com
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Die zunehmende Verbreitung antibiotikaresistenter Erreger stellt ein weltweites, besorgniserregendes Phänomen dar. Infektionen mit derartigen Keimen bedrohen vor allem immungeschwächte Patienten in der Hämatologie, Onkologie und Transplantationsmedizin. Infektionen durch diese Erreger können nur schwer behandelt werden. Meist müssen Reserveantibiotika eingesetzt werden, die im Vergleich zu Standardantibiotika eine höhere Nebenwirkungsrate haben.

In zunehmendem Maße sind es aber auch ambulant behandelbare Infektionen in der Hausarztpraxis, die in den letzten Jahren durch resistente Erreger verursacht werden. Wie sich die multiresistenten Keime außerhalb der Krankenhäuser verbreiten, ist aktuell noch wenig untersucht.

Eine mögliche Erregerquelle stellen Flüsse und Seen in der Nähe menschlicher Siedlungen dar. Bisher wurde vermutet, dass diese Feuchtbiotope durch Zugvögel verunreinigt werden, die derartige Erreger aus ihren Winterquartieren in südlichen Ländern zurück nach Europa bringen [1]. Eine andere Hypothese besagt, dass diese Biotope auch durch Abwasser aus Krankenhäusern negativ beeinflusst werden können. Krankenhausabwässer werden in Deutschland in die allgemeine Kanalisation geleitet. Von dort gelangen Antibiotikareste ins Abwasser und über die Kanalisation in Seen und Flüsse. In den Feuchtbiotopen üben sie einen Selektionsdruck auf vorhandene Darmkeime von Mensch und Tier aus, welche in der Folge die Resistenzen ausbilden. Während der Sommermonate können Badende die Resistenzen aufnehmen.

Eine aktuelle Studie widmete sich daher der Frage, ob Antibiotika in messbaren Konzentrationen in Krankenhausabwasser nachgewiesen werden können [2].

Entnommen aus MTA Dialog 11/2021

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