Nachwuchskongress

MTA next zum ersten Mal in Berlin

Am 30. November 2019 fand der erste MTA next-Nachwuchskongress für MTA-Schülerinnen und -Schüler in Berlin statt. Rund 150 Teilnehmer/-innen, die teilweise einen weiten Weg auf sich genommen hatten, kamen im dbb forum an der Friedrichstraße zusammen.

Podiumsdiskussion bei MTA next

Podiumsdiskussion bei MTA next | lz

Nach der Kongresseröffnung durch Sabine Bosch vom Deutschen Ärzteverlag und den beiden DVTA-Präsidentinnen, Christiane Maschek und Claudia Rössing, trennte sich die Gruppe in MTLA- und MTRA-Schüler/-innen. Dabei gab es neben einem Impulsvortrag mit den Themen „MTLA – Heute und in Zukunft“ von Helmut Schönwerth vom LADR Laborzentrum Neuruppin und „Mehr sehen – mit dir! Was heißt das bei medneo?“ von Juliane Schmidt weitere Informationen zu den Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung. Diese stellten Christiane Maschek für den MTLA-Zweig und Christopher Kutzfeld (DVTA) für den MTRA-Bereich vor.

Bei der schon traditionellen Podiumsdiskussion zum Ende des Vormittags wurde das Thema „The day after Examen: Karriere oder Alltag?“ kontrovers diskutiert, was auch an der bunten Mischung der Diskussionsteilnehmer lag. Wie gewohnt souverän und mit einer Prise Humor moderierte Tina Hartmann die Diskussion. Dabei ging es unter anderem um die Akademisierung. Diana Gies, Leitende MTLA, Klinikum Landkreis Erding, brachte ihre Meinung klar auf den Punkt: „Wir brauchen keine studierten MTA, sondern welche, die Lust haben.“ Es stelle sich sonst die Frage, wie das im System bezahlt werden soll. FH-Prof. Dr. Marco Kachler (Studiengangsleiter an der FH Kärnten), der sich als gelernter MTA für eine akademische Karriere entschieden hat, gab zu bedenken, dass in Europa ein vergleichbares Level geschaffen werden sollte. Das aktuelle deutsche System sei nicht durchlässig, während dies bei Studiengängen der Fall sei. Die Hochschulausbildung sei deshalb besser, weil sie breiter, flexibler und durchlässiger aufgestellt sei, fasste Hartmann Kachlers Argumente zusammen.

Das wollte Sascha Heyl (MTRA am Unfallkrankenhaus Berlin) so nicht stehen lassen: „Wir brauchen Leute an der Front, die in diesen Beruf rein wollen, die Lust haben, das zu machen.“ „Ich finde unsere Ausbildung klasse“, betonte er. Warum müsse man dann studieren. Auch Steffen Völkner, der nach mehreren Arbeitgeberwechseln als gelernter MTRA jetzt als Applikationsspezialist in die Industrie wechselt, setzte sich für die Ausbildung ein. Man solle beim Handwerk bleiben. Die häufigen Arbeitgeberwechsel von Völkner riefen beim Auditorium Kritik hervor. So merkte zum Beispiel Schönwerth von LADR an, dass Arbeitgeber Stabilität bräuchten, gerade wenn sie in die Mitarbeiter investierten. Dieses Investment müsse sich lohnen. Man benötige zudem einen gesunden Mix aus „Häuptlingen und Indianern“. Dafür gab es spontan Applaus. Dem stimmte Kachler zu: „Es braucht alle: Es geht um den Skill & Grade-Mix.“ Es gebe eben nicht den einen Beruf für alles. Die Durchlässigkeit und Flexibilität sei aber nötig. Bei der Frage des MTA-Gehalts bestätigten Gies, Heyl und Völkner, dass man damit auskommen könne, aber es stark davon abhänge, wo man wohne. In den großen Zentren sei es schwieriger, war die einhellige Meinung.

Workshop zum Thema "Sketchnote"
Workshop zum Thema Sketchnoting für Schule und Beruf mit Benjamin Felis

Nach der Podiumsdiskussion trennten sich die Zweige wieder in verschiedene Workshops auf. So lautete das Thema von Dr. med. Verena Jansen „Der kurzatmige Herzpatient“. Dabei wurde ein sehr spannender und interessanter Fall vorgestellt, bei dem das Labor entscheidend zur Lösung beigetragen hatte. Im MTRA-Zweig stellte Janine Schulze das Thema „MRT und die Gefahren“ vor. Dieser Workshop wurde mit einem interaktiven Quiz beendet.  Der letzte Programmpunkt für die MTA-Schülerinnen und -Schüler war am Nachmittag „Sketchnoting für Schule und Beruf“. Benjamin Felis stellte in einem Kurzdurchlauf auf sehr unterhaltsame Weise und interaktiv Möglichkeiten vor, wie man seine Mitschriften schnell und effizient „aufhübschen“ und verbessern kann. Sowohl der DVTA (Gundel Garzke) als auch der Deutsche Ärzteverlag (Svenja Noll) standen den MTA next-Teilnehmern/-innen am Stand mit Rat und Tat zur Seite. Der nächste MTA-Nachwuchskongress findet am 1. Februar 2020 in Frankfurt am Campus Westend der Johann Wolfgang Goethe-Universität statt.