Nachwuchskongress

MTA next Bochum 2019

Mit der Veranstaltung „MTA next“ wurden am 18. Mai in der Ruhr-Universität Bochum auch MTA mit potenziellen Arbeitgebern und Experten zu den Themen Weiterbildung und Karrieremöglichkeiten „an einen Tisch gebracht“. Für den Nachwuchskongress konnten außerdem Referenten aus den unterschiedlichsten Bereichen gewonnen werden.

MTA next

Großer Andrang an den Ständen von DVTA und Deutschem Ärzteverlag | Paul Klimek/digitale-fotografien.com

Sabine Bosch vom Deutschen Ärzteverlag (DÄV) freute sich, dass „trotz des guten Wetters viele den Weg nach Bochum gefunden haben“. Der DÄV organisiert schon seit Jahren den Karrierekongress „Operation Karriere“ für Medizinstudenten und junge Ärzte. Mit der Veranstaltung „MTA next“ wurden am 18. Mai in der Ruhr-Universität Bochum auch MTA mit potenziellen Arbeitgebern und Experten zu den Themen Weiterbildung und Karrieremöglichkeiten „an einen Tisch gebracht“. Außerdem konnten Referenten aus den unterschiedlichsten Bereichen gewonnen werden, die einen Einblick in das breite berufliche Spektrum des Berufes gaben.

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Christiane Maschek, DVTA-Präsidentin L/V, stellte zunächst den DVTA vor, der als einzige berufsständische Vertretung die Interessen aller Berufsangehörigen von MTA-Berufen bündelt. Der Verband, so die DVTA-Präsidentin, organisiere zahlreiche Kongresse und Veranstaltungen, biete unentgeltliche Rechtsberatung und setze sich unter anderem auch für eine Verbesserung der Berufsausbildung ein.  

Maschek fragte die MTLA-Schülerinnen und -Schüler nach ihren Vorstellungen von ihrem künftigen Beruf und erhielt teilweise ganz unterschiedliche Antworten: „Um Menschen zu helfen“, „gute Jobchancen“, „aus Leidenschaft zur Medizin“, „weil ich finde, dass Blut die interessanteste Flüssigkeit der Welt ist“. Dass der Beruf vielfältig und für jeden etwas dabei ist, bestätigte Maschek. So würden MTLA in Laboratorien von Kliniken, in Speziallaboren, Tropeninstituten, bei Ärzte ohne Grenzen, bei der Kriminalpolizei, bei Rote-Kreuz-Laboratorien und der Industrie benötigt.

Aufforderung zu lebenslangem Lernen

Die DVTA-Präsidentin forderte die MTA-Schüler zu lebenslangem Lernen auf, wozu es ein breites Angebot gebe. So biete beispielsweise der DVTA beziehungsweise das DIW-MTA ein umfangreiches Seminarprogramm, Kongresse und Module für Fachweiterbildungen an. Der Schwerpunkt der monatlich erscheinenden Fachzeitschrift MTA Dialog liege unter anderem auf Fachartikeln zu Untersuchungsmethoden und aktuellen Entwicklungen aus der Medizin und Gesundheits- und Berufspolitik. Maschek wies zudem auf die zahlreichen Möglichkeiten für ein Studium nach der MTLA-Ausbildung hin. Parallel dazu informierten Juliane Schmidt von medneo GmbH zum Thema „Mehr sehen – mit dir! Was heißt das bei medneo?“ und Christopher Kutzfeld vom DVTA über Weiterbildungsmöglichkeiten für MTRA.

Und wie geht es weiter nach dem Examen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die anschließende Podiumsdiskussion unter Leitung von Tina Hartmann. Dort bekräftigten alle Teilnehmer, dass sie vor allem durch ihre Mitgliedschaft im DVTA ein gutes Netzwerk aufbauen konnten. „Ich fühle mich von dem Verband an die Hand genommen“, berichtete Sabrina Rader, MTLA aus Hamburg. Sie habe ihre Berufswahl nicht bereut: „Ich finde es gut, wenn MTA dabei bleiben und habe ganz bewusst auf ein Medizinstudium verzichtet. Heute gehe ich ganz in der Histologie auf.“ Auch Jenny Kloska, die als erste MTA eine Stelle im Haus der Technik in Essen erhielt und dort als Dozentin im Bereich Strahlenschutz tätig ist, sagte: „Der Beruf der MTRA ist genau mein Ding, und ich würde ihn immer wieder ergreifen.“

Der Verdienst sei durchaus ebenfalls ein Anreiz. So meinte MTRA Steffen Völkner, der als CT- und MRT-Spezialist sowie als Dozent für Computertomografie tätig ist: „Wir haben viel Verantwortung. Zahlreiche Arbeitgeber geben deshalb leistungsbezogene Zulagen, wenn man mit ihnen verhandelt.“ Man müsse allerdings erst etwas leisten, bevor man verhandelt, ergänzte Kloska. Doch dann könne es tatsächlich vorkommen, dass Assistenzärzte weniger als MTRA verdienen. Über die Ausbildungsvergütung gab es geteilte Meinungen. Der Dortmunder MTLA Kai Ruhrmann findet „die Ausbildungsvergütung sehr gut. Ob sie eventuell auch Nachteile bringt, wird man noch sehen.“ Völkner sieht es kritisch, „dass einige Schüler Geld erhalten, andere aber nicht. Den privaten Schulen laufen die Schüler weg, obwohl dort teilweise eine sehr gute Ausbildung angeboten wird. Den Schulen droht dann möglicherweise sogar die Schließung.“

Emotionale Intelligenz und eigene Ressourcen stärken

Um letztendlich fit für den Beruf zu sein, bedarf es auch emotionaler Intelligenz. Wie man diese und die eigenen Ressourcen stärken kann, erläuterte Diplom-Psychologe Jan Schlegtendal. Seiner Meinung nach kann man emotionale Intelligenz einüben: „Gute Stimmung lässt sich trainieren wie ein gut gebauter Muskel.“ Neben Körperübungen am Morgen (Embodiment), die zu einer guten Stimmung beitragen können, helfe es, auf seine Gedanken zu achten. „Gedanken, wie ,ich muss‘, erzeugen Druck und Enge und verursachen Stress. Im Erwachsenenleben gibt es wenige Dinge, die wirklich ,gemusst‘ werden.“ Viel einfacher mache man es sich mit: „Ich will, ich werde oder ich wähle.“ Schlegtendal plädiert dafür, aus der Komfortzone herauszutreten, aber er weiß auch, „dass man immer ein bisschen Anlauf braucht, um Dinge zu ändern“.

Praktische Tipps für den Berufsalltag gaben Dr. Dennis Hoffmann vom Labor Dr. Wisplinghoff zum Thema „Vom Laborwert zur Diagnose“ und Jennifer Süring von medneo GmbH über „MRT und die Gefahren: Wie war das jetzt noch mal mit dem Metall?“

Der nächste MTA next-Kongress findet am 30. November in Berlin statt.