KrebsMedizin

Molekül steuert Wachstum von Krebszellen

Steuerelement zur Erbgut-Herstellung
bf
Molekül in Leberkrebszellen, fanden es aber auch bei Lungen- und Brustkrebs
Entdeckt hatten die Freiburger Forscher/-innen das Molekül in Leberkrebszellen, fanden es aber auch bei Lungen- und Brustkrebs. yodiyim - Fotolia
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Zellen müssen Erbgut-Bausteine herstellen, um sich schnell vermehren zu können. Forscher des Universitätsklinikums Freiburg entdeckten jetzt ein Steuerelement in Krebszellen, das für eine schnelle Vermehrung sorgt.

Die RNA-Einheit im Zellkern von Krebszellen war bis jetzt unbekannt. Dabei ist sie für das Wachstum und die Vermehrung von Krebszellen essentiell. Denn ohne die „long non-coding RNA“ werden weniger Erbgut-Bausteine produziert. Das bedeutet, eine Verdopplung der Zell-DNA ist nicht mehr möglich und auch die Zellteilung bleibt aus.

Steuerelement in Krebszellen

Als erstes fanden die Forscher dieses Molekül in Leberkrebszellen, aber auch in Lungen- und Brustkrebszellen konnten sie es entdecken. Ihre Studie erschien am 25. Juni im Fachjournal Nature Communications.

Das Molekül diene als Steuerelement bei der Erbgut-Herstellung und sei viel häufiger in Krebszellen als in anderen Zellen zu finden, erklärt Prof. Dr. Sven Diederichs, Leiter der Abteilung Onkologische Forschung in der Klinik für Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg und der Abteilung RNA Biology and Cancer des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), ferner ist er Wissenschaftler im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK).

Keine Zellteilung mehr

„Es gibt bereits zwei Krebsmedikamente, die genau den Prozess angreifen, den das von uns charakterisierte Molekül steuert. Mit dem neuen Wissen können wir jetzt aber einen weiteren Akteur ausschalten und als Zielstruktur für neue Therapien entwickeln, anstatt die Folgen zu vermeiden“, so Diederichs.

Im Labor testeten die Forscher, das lincNMR Molekül experimentell auszuschalten. Die Folge: Die Krebszellen konnten sich nicht mehr teilen, alterten schneller und bildeten keine Zellansammlungen mehr, die für Tumore typisch sind. Außerdem stellten sie fest, dass bei bereits vorhandenen Tumoren diese deutlich kleiner blieben als diejenigen mit lncRNA.

Wachsende Bedeutung für Therapien

Den lncRNA wird eine immer größere Bedeutung beigemessen. Viele Abschnitte aus dem Erbgut haben regulatorische Funktionen, auch wenn sie nicht als Bauplan für Proteine dienen. Mittlerweile sind mehr als 10.000 „long non-coding RNA“-Moleküle beschrieben, deren Funktion in den meisten Fällen jedoch noch unbekannt ist. Doch für den Stoffwechsel von Krebszellen haben einige lncRNAs eine essentielle Bedeutung.

 

Literatur:

Gandhi, M., Groß, M., Holler, J.M. et al. The lncRNA lincNMR regulates nucleotide metabolism via a YBX1 - RRM2 axis in cancer. Nat Commun11, 3214 (2020). DOI: https://doi.org/10.1038/s41467-020-17007-9.

 

Quelle: Universitätsklinikum Freiburg

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