Uniklinik Bonn

Moderne Sterilisationsanlage eröffnet

Die Zentrale Aufbereitung für Medizinprodukte am Universitätsklinikum Bonn (UKB) hat ein neues Zuhause bekommen: Künftig können hier auch die Instrumente für die neue roboterassistierte Chirurgie sterilisiert werden.

Die UKB-Vorstandsmitglieder Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Holzgreve, MBA, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender (2. v. r.), und Alexander Pröbstl, Pflegedirektor (2. v. r.), bei der Eröffnung der ZAEMP zusammen mit Mitarbeiterinnn und Mitarbeitern der Stabsstelle Baumanagement am UKB und der ZAEMP. | Universitätsklinikum Bonn (UKB)/J. Saba

Wie das Uniklinikum Bonn mitteilt, war die Zentrale Aufbereitung für Medizinprodukte (ZAEMP) fast 25 Jahre lang im Chirurgischen Zentrum angesiedelt – jetzt ist sie in ein neues, modernes Gebäude gezogen. Das Klinikum passt damit sowohl die bauliche als auch die technische Infrastruktur der Sterilgutaufbereitung an das im UKB stetig gestiegene Arbeitsaufkommen und die Hygieneanforderungen an. Während in anderen Kliniken beispielsweise die Instrumente für die roboterassistierte Chirurgie (Da Vinci-Technologie) extern sterilisiert werden müssen, ist das in Bonn nun auch in der eigenen Anlage möglich.

60.000 Sterilguteinheiten täglich

Insgesamt ist die ZAEMP am Uniklinikum Bonn für die Reinigung und Desinfektion von mehr als 60.000 Sterilguteinheiten zuständig, die jeden Tag in den etwa 30 Operationssälen zum Einsatz kommen. Dazu gehören unter anderem Instrumentensiebe für Operationen mit Skalpellen, Pinzetten und Arterienklemmen, aber auch die roboterassistierten Systeme.

Die gereinigten und desinfizierten Instrumente werden auf Defekte kontrolliert, gepflegt und auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft. Dabei werden defekte Teile aussortiert und zur Reparatur gegeben – die anderen Instrumente werden wieder zu einem neuen Instrumentensieb zusammengestellt, sterilisiert und an die Kliniken zurückgeschickt. Jeder einzelne Arbeitsschritt wird genau dokumentiert: So ist jederzeit nachvollziehbar, wo sich die mehr als 1.600 Operationssets gerade befinden.

Mehr Sicherheit durch Trockenhitze-Sterilisation

Um die steigenden Qualitätsanforderungen in den Life-Science-Industrien sicher zu erfüllen, müssen bei der Produktherstellung höchste Hygienestandards eingehalten werden.

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„Für die stetig wachsenden Anforderungen sind die bisherigen 300 Quadratmeter zu begrenzt“, bilanziert Gerlind Peter, Leiterin der ZAEMP am UKB. Und Alexander Pröbstl, Pflegedirektor am UKB ergänzt: „Außerdem freuen sich die Kolleginnen und Kollegen über einen individuell angepassten, ergonomischen Arbeitsplatz. Unter anderem erleichtert auch ein leicht zu bedienender Industrielift, der nach Eingabe der Artikelnummern die gewünschten Instrumente automatisch auswirft, die Arbeit.“

Effizientes Aufbereitungsmanagement für Hochleistungsmedizin

„In einem 24-Stunden-Betrieb der Hochleistungsmedizin braucht es nicht nur Spitzenoperateure und -pflege, sondern eben auch eine Spitzeninfrastruktur“, so Prof. Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender am UKB, bei der Eröffnung des neuen Gebäudes der ZAEMP. „Dazu gehört ein effizient und effektiv organisiertes Aufbereitungsmanagement. Nur so lässt sich der hohe Hygienestandard, den ein Spitzenklinikum vorhalten muss, wirtschaftlich gewährleisten. Da das UKB den zweithöchsten Schweregrad bei der Behandlung von Patienten deutschlandweit aufweist, sind die Anforderungen am UKB besonders hoch.“

Im Rahmen des Ersatzbaus wurde daher auch der Gerätepark modernisiert. Neben dem Industrielift umfasst er nun insgesamt 17 Medizingeräte, die den neuesten Energierichtlinien entsprechen. Damit genügt die ZAEMP den maximalen Qualitätsanforderungen, die neueste Operationsverfahren mit sich bringen. Zum anderen wurde die EDV-Anlage auf den neuesten Stand gebracht. Nun ist bei Bedarf eine tägliche Inventur auf Knopfdruck möglich.

Der Ersatzbau der ZAEMP befindet sich im Bereich Mitte des Campus Venusberg. Nach Angaben des Uniklinikums Bonn wurde das eingeschossige, 1.268 Quadratmeter große Gebäude für insgesamt 9,25 Millionen Euro gebaut und ausgestattet und damit innerhalb des Zeit- und Kostenplanes fertiggestellt.

 

Quelle: Universitätsklinikum Bonn (10. August 2018)