Studium

Evaluationsergebnisse Modellstudiengänge in NRW 2010


Im Rahmen der Evaluation wurden sowohl Studierende als auch Auszubildende sowie erfahrene Berufsangehörige befragt, wie sie eine Veränderung der Kompetenzen durch ein Studium wahrnehmen. Die Studierenden haben insbesondere in den Bereichen der interprofessionellen Arbeit mit anderen Berufsgruppen sowie der selbstständigen Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse im beruflichen Alltag eine größere Selbstwahrnehmung der eigenen Kompetenzen. Außerdem schätzen sie den Nutzen ihrer Wissensbestände für den praktischen Alltag als sehr hoch ein.


Im Resümee empfahl Frau Prof. Darmann-Finck die hochschulische Erstausbildung in den Pflegeberufen und der Hebammenkunde regulär einzuführen und die dafür notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen. Darüber hinaus seien eine deutlichere Unterscheidung zwischen den unterschiedlichen Studienprogrammen sowie eine Evaluation der Versorgungsqualität notwendig.
Die Notwendigkeit der Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen betonte auch Herr Prof. Igl in seinem Vortrag. Darin machte er u.a. auf die Unterschiede im Prüfungsrecht zwischen Heilberufen (Bundesrecht) und dem Hochschulrecht (Länderrecht) aufmerksam. Die Ausbildung in den Heilberufen ist staatlich kontrolliert und durch das Zusammenspiel zwischen Praxis und Theorie geprägt. Sie endet mit einer komplexen staatlichen Abschlussprüfung, in der alle notwendigen Kompetenzen überprüft werden. An den Hochschulen können Prüfungen sukzessive abgelegt werden und die Eigenverantwortung der Studierenden für den eigenen Lernprozess stellt ein zentrales Merkmal dar.


Hier ist der Bund besonders gefragt, da ein verfassungsrechtlicher Schutzauftrag für das Gesundheitswesen besteht. Die einzelnen Bundesländer können entsprechend keine Vorgaben für eine Ausbildung in den Heilberufen machen und die Überführung der Ausbildungen in die alleinige Verantwortung der Hochschulen ist derzeit nicht möglich.

Tina Hartmann

01.07.2015