60 Jahre Nuklearmedizin in Dresden

Mit strahlenden Molekülen diagnostizieren und behandeln

Zusammenarbeit auch bei Patienten-Untersuchungen

„Neben der gemeinsamen Grundlagenforschung arbeiten unsere beiden Einrichtungen auch bei Untersuchungen von Patienten mit Hilfe der Positronen-Emissions-Tomographie zusammen“, erläutert Prof. Jörg Steinbach, Direktor des Instituts für Radiopharmazeutische Krebsforschung. Der besondere Vorteil der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist die quantifizierbare Darstellung der Verteilung einer radioaktiv markierten Substanz (Radiopharmakon) im Organismus. Dabei werden biochemische und physiologische Vorgänge abgebildet (funktionelle Bildgebung).

Das geschieht beispielsweise anhand des Zuckerstoffwechsels. Da Krebszellen aufgrund ihres Wachstums und anderer Stoffwechselvorgänge einen extremen Energiebedarf haben, nehmen sie wesentlich mehr Zuckermoleküle als ihre gesunde Umgebung auf. Sind diese Zuckermoleküle radioaktiv markiert, wird dieser Vorgang in der PET sichtbar. Die PET hat die Nuklearmedizin stark verändert. Die hochempfindliche Messtechnik ermöglicht das Aufspüren auch kleiner Tumoren. Zudem lässt es frühzeitig Aussagen zur Wirksamkeit einer Therapie zu. So können gegebenenfalls auch Therapiekonzepte verändert werden.

Nuklearmediziner und Radiologen sorgen für präzise Krebsdiagnostik

Die Kombination aus der PET und den radiologischen Bildgebungsverfahren der Computertomographie (CT) oder der Magnetresonanz-Tomografie (MRT) hilft, eine Krebserkrankung so präzise wie möglich zu diagnostizieren und damit die Basis für eine wirksame Therapie zu schaffen. Nachdem das erste PET 1997 im Forschungszentrum Rossendorf und das erste PET-CT in Sachsen 2005 am Dresdner Uniklinikum installiert wurde, ging die kombinierte PET/MRT-Anlage am HZDR 2011 in Betrieb und wurde 2015 auf den Campus der Hochschulmedizin umgesetzt. Es handelte sich dabei um das erste, für Patienten zugelassene Ganzkörper-Gerät in Deutschland, das zweite in Europa und das dritte weltweit.

Während sich mit dem MRT-Teil des Systems die anatomischen Besonderheiten gut darstellen lassen, liefert die PET-Einheit Informationen zur Funktion, also zum Stoffwechsel im Gewebe. Dank leistungsstarker Software lassen sich die so gewonnenen Werte in dreidimensionale Bilder umrechnen. Von diesem Untersuchungsverfahren profitieren viele Krebspatienten – vom Kind bis zum Erwachsenen, beispielsweise Patienten mit bösartigen Hirntumoren sowie alle Personen, die an einem Sarkom leiden, einem bösartigen Tumor, der vom Binde- und Stützgewebe oder dem Muskelgewebe ausgeht. (idw, red)