Ärzte ohne Grenzen

Mindestens 770 Tote in Syrien/Ost-Ghuta

Nach Berichten von Ärzten aus Ost-Ghuta sind seit Beginn der schweren Angriffe auf die von Rebellen kontrollierten Gebiete östlich von Damaskus innerhalb von zehn Tagen mindestens 770 Menschen getötet und 4.050 verletzt worden. Diese Zahlen beziehen sich auf die Zeit vom 18. bis 27. Februar.

Es handelt sich in Ost-Ghuta um Todesfälle beziehungsweise Patienten in 20 Gesundheitseinrichtungen, die von Ärzte ohne Grenzen unterstützt werden. Die tatsächliche Zahl der in Ost-Ghuta Getöteten und Verletzten liegt höher, da das medizinische Personal der unterstützten Kliniken die Zahlen oft nur mit Verzögerung übermitteln kann, da es weitere Gesundheitseinrichtungen gibt, die nicht von Ärzte ohne Grenzen unterstützt werden, und da viele Menschen die Gesundheitseinrichtungen gar nicht erst erreichen. Viele der Toten und Verletzten sind Frauen und Kinder. Die von Ärzte ohne Grenzen unterstützten Mediziner sind völlig überlastet und am Rande ihrer Kräfte.

Seit Beginn der schweren Angriffe sind 15 der 20 von Ärzte ohne Grenzen unterstützten Kliniken in Ost-Ghuta durch Luftangriffe oder Beschuss getroffen worden. Bei diesen Angriffen wurden drei von Ärzte ohne Grenzen unterstützte Mediziner getötet und acht verletzt. In den vergangenen Tagen wurde eine dieser Kliniken zum dritten Mal seit dem 18. Februar getroffen. Eine ambulante medizinische Versorgung existiert praktisch nicht mehr, weil viele der ambulanten Einrichtungen notdürftig zur akuten Behandlung von Kriegsverwundeten verwendet werden.


Quelle: Ärzte ohne Grenzen, 02.03.2018