Nach einigen Verzögerungen

MHH eröffnet das neue Zentrallabor

Niedersachsens Wissenschaftsminister: Was lange währt, wird endlich gut. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat ihr neues Zentrallabor eröffnet. Täglich werden über 3.000 Proben analysiert.

Im neuen MHH-Zentrallabor

Im Zentrallabor: Dr. Andreas Tecklenburg, Prof. Dr. Ralf Lichtinghagen und Minister Björn Thümler (von links). | Karin Kaiser / MHH

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat ihr neues Zentrallabor eröffnet. Dank modernster Technik mit einem hohen Grad an Automatisierung können damit täglich mehr als 3.000 Proben – vor allem Blut und Urin – an zentraler Stelle untersucht werden. Auf einer Fläche von 3.000 Quadratmetern stehen im neu errichteten Gebäude K 03 neben der zentralen Laborstraße weitere Labore für spezielle Untersuchungen zur Verfügung. Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, sagte am Mittwoch, 29. August 2018, während der Feierstunde zur Eröffnung: „Die Planungen waren komplex und langwierig, die Inbetriebnahme verzögerte sich leider immer wieder. Doch aus Problemen kann man lernen. Wir haben umgesteuert, Entscheidungsstrukturen verbessert und Abstimmungsprozesse optimiert. So wird, was lange währt, endlich gut“, betonte Minister Thümler. „Das neue Diagnostiklabor ist ein wichtiger Baustein für die Krankenversorgung der MHH. Mit dem zentralen Laborgebäude wird es möglich, Laboranalyseleistungen zukünftig noch schneller und präziser zu erbringen“, ergänzte er.

Investitionen von mehr als 40 Millionen Euro

Der Minister spielte damit auf die Planungsprobleme beim Bau des Gebäudes an. Nach der ursprünglichen Planung hätte das Zentrallabor bereits vor vier Jahren den Betrieb im Neubau aufnehmen sollen. MHH- Vizepräsident Dr. Andreas Tecklenburg, zuständig für das Ressort Krankenversorgung, blickte in seiner Begrüßungsrede nach vorn: „Alle Beteiligten haben aus diesem Projekt eines gelernt: Die Verantwortung für die Planung, die Bauaufsicht und den späteren Betrieb muss in einer Hand liegen. Nun ist das Gebäude fertig und das Zentrallabor funktioniert prächtig.“ 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Zentrallabor beschäftigt. Die Kosten für den Neubau, in den auch das Institut für Transfusionsmedizin einzieht, belaufen sich auf 33,4 Millionen Euro. Die installierte Laborausstattung hat 1,8 Millionen Euro gekostet. Der neu installierte Gerätepark hat einen Wert von mehr als sechs Millionen Euro.

Vorbild für moderne diagnostische Patientenversorgung

Professor Dr. Korbinian Brand, Direktor des Instituts für Klinische Chemie und Leiter des Zentrallabors, erläuterte in seiner Rede zur Eröffnung die Vorzüge des neuen Zentrallabors: „Im Zentrallabor finden wir eine Zentralisierung und Konsolidierung der Labordiagnostik. Modernste Technologie wird auf der Laborstraße und in den Speziallabors angewendet. Die Laborstraße ist größtenteils automatisiert und wird 24 Stunden an sieben Tage die Woche betrieben.“ Die Beteiligung von marktführenden Firmen erlaube die Realisierung eines führenden Konzepts in EU. „Wir erreichen eine Optimierung der analytisch-diagnostischen Abläufe und eine Optimierung der betriebswirtschaftlichen Situation“, betonte Professor Brand. „Die unmittelbare Nähe auf dem Unicampus erlaubt ein hohes Tempo bei der Durchführung, eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine direkte Rücksprache bei Problemen.“ Das Zentrallabor repräsentiere außerdem eine direkte Schnittstelle zu Forschung und Lehre“, sagte er. „Das Zentrallabor der MHH ist ein Vorbild, wie eine moderne diagnostische Patientenversorgung in einem Universitätsklinikum durchgeführt werden sollte.“

1.500 Parameter im Portfolio

Das Zentrallabor verfügt über eine zentrale Leitstelle, die rund um die Uhr erreichbar ist. Das Portfolio des Labors umfasst 1.500 Parameter, die in den Proben bestimmt werden können, wie beispielsweise Nieren- und Leberwerte, Sepsis- und Herzinfarktmarker, Blutgerinnungswerte und hämatologische Analysen und virologische Diagnostik.

Professor Dr. Thomas Schulz, Vorsitzender des Zentrums Laboratoriumsmedizin und Direktor des Instituts für Virologie, betonte in seiner Rede, dass „die Entwicklung auf dem Gebiet der automatisierten Diagnostik zurzeit mit raschen Schritten vorangeht und die MHH deshalb die mehrjährige Verzögerung nutzen konnte, um an manchen Stellen erst kürzlich entwickelte Geräte und Konzepte in die Abläufe im neuen Gebäude mit einzubeziehen“.

Am Zentrallabor sind neben dem Institut für Klinische Chemie und dem Institut für Virologie vier weitere Kliniken der MHH beteiligt: die Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation von Direktor Professor Dr. Arnold Ganser, die Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie von Direktor Professor Dr. Michael P. Manns, die Klinik für Immunologie und Rheumatologie von Direktor Professor Dr. Reinhold E. Schmidt sowie die Klinik für Neurologie des kommissarischen Direktors Professor Dr. Martin Stangel.

Quelle: idw/MHH