HPV

Mehr Aufklärungsarbeit zu Gebärmutterhalskrebs

Experten sprechen dem HPV-Test eine hohe Zustimmung bei Patientinnen zu. Es wird bereits viel getan, um die Qualität der Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge zu verbessern. Dennoch gibt es in der öffentlichen Wahrnehmung noch Nachholbedarf.

Gebärmutterkrebs

Gebärmutterkrebs | Ed Uthman, CC BY 2.0

Gebärmutterhalskrebs ist weltweit die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die Hauptursache für diese Krebsart ist eine andauernde Infektion mit dem sexuell übertragbaren Humanen Papillomvirus (HPV). Der amerikanische Kongress erklärte den Monat Januar zum Monat zur Förderung des Bewusstseins für Gebärmutterhalskrebs. Im Rahmen dieser Initiative werden weltweit Aufklärungskampagnen durchgeführt. Auch Roche Diagnostics setzt sich für die Aufklärung zu Gebärmutterhalskrebs ein.

Mehr Frauen zur Vorsorge zu motivieren, sei ein wesentlicher Faktor zur Verbesserung der Vorsorge, bestätigen Experten. „Die meisten Frauen sind keine Vorsorge-Verweigerer, sondern Vorsorge-Verschläfer. Somit könnte ein organisiertes Screening möglicherweise bewirken, dass Frauen an der Früherkennung teilnehmen“, schätzt Dr. Bernd Prieshof, niedergelassener Gynäkologe mit zytologischem Labor und Dysplasie-Sprechstunde in Ravensburg bei einer Diskussionsrunde auf Einladung von Roche. Zugleich könne es helfen, mehr ältere Frauen mit entsprechend höherem Risiko zu erreichen. Das Screening könne so dazu beitragen, dass die untersuchte Frauengruppe homogener wird und mehr Zervixkarzinome zu verhindern.

Modell eines humanen Papillomvirus

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums haben ein neues Impfkonzept gegen die krebserregenden humanen Papillomviren entwickelt. Das neue Vakzin ist kostengünstig und soll vor allem in Ländern der Dritten Welt die Rate der HPV-Impfungen steigern.

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Co-Testung verändert die Arbeit von Gynäkologen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat seine Eckpunkte für das zukünftige Screening auf Gebärmutterhalskrebs geändert. Frauen ab 35 Jahren haben künftig im Abstand von drei Jahren Anspruch auf eine Kombinationsuntersuchung mit einem Test auf Humane Papillomviren (HPV) und einem Pap-Test. Insgesamt werde sich durch die Co-Testung für Frauen wenig ändern, so die Überzeugung der Experten. „Die hauptsächlichen Änderungen ergeben sich für uns Gynäkologen“, sagt Prieshof. „Die Auswertung der PAP- und HPV-Befunde wird unsere Arbeit sicher komplexer machen. Außerdem werden wir über den HPV-Test informieren. Ich gehe dabei davon aus, dass die Frauen den HPV-Test aufgrund seiner klaren Aussage gerne akzeptieren werden.“

Auch Dr. Erika Ober, niedergelassene Gynäkologin in Michelstadt bestätigt die Einschätzung von Prieshof: „Ich denke, dass wir durch die Umstellung in der Prävention mehr Frauen in unseren Praxen sehen werden.“ Sie wünscht sich darüber hinaus Unterstützung in der Schulung junger Ärzte sowie Informationen für Frauen, damit sie sich selbstständig informieren können: „Zum Beispiel durch eine Wartezimmerpräsentation oder eine Homepage. Damit könnte man diesen G-BA-Beschluss erklären und erläutern, was sich dabei für die Patienten ändert.“

Quelle: Roche