(Master of Science in Health Science Education) in Berlin

Master Gesundheitspädagogik

Derzeit und auch zukünftig wird es eine große Nachfrage an sehr gut qualifizierten Lehrkräften an den öffentlichen und privaten beruflichen Schulen im Gesundheitswesen geben, das ist unumstritten. Die aktuelle Situation um die Corona-Krise in Deutschland und die damit verbundene Schließung der Schulen (jeglicher Formen) als Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus zwingt die Schulen förmlich, eine Bilanz zur digitalen Qualifizierung von Lehrpersonal zu ziehen.

Master Gesundheitspädagogik

© Kaspars Grinvalds - stock.adobe.com

Für die Berufsschulen ist das eine enorme Herausforderung, denn der Unterrichtsausfall muss kompensiert werden. Aber oftmals fehlt es an der nötigen Kompetenz, sollen digitale Alternativen als Lösung eingesetzt werden. Solche digitalen Lösungen gibt es schon lange, aber für ihren Einsatz bedarf es geschultes Personal. Die Corona-Pandemie wird somit zum weltgrößten Realexperiment von Online-Lehre [1].

Durch die damit angekurbelte Debatte zum digitalen Lernen wird ein grundsätzlich verkürztes Verständnis des Einsatzes digitaler Medien offensichtlich: E-Learning soll nun das Allheilmittel für Personalmangel, Kapazitätsmängel oder wie in dem Fall für eine gesundheitliche Krisensituation sein [2]. Ja, das Potenzial des digitalen Lernens wird von Entscheidungsträgern nicht ausreichend erkannt, aber ein didaktisches Konzept muss dennoch vorhanden sein, egal ob für den Fernunterricht oder den Unterricht im Klassenzimmer.

Vor diesem Hintergrund sowie weiteren Auseinandersetzungen zum Gegenstand der Qualifizierung von Lehrpersonal (zum Beispiel der anstehenden Novellierungen der Berufszulassungsgesetze der Therapie- und Rehabilitationsberufe oder der diagnostisch-technischen Gesundheitsfachberufe) wird deutlich, dass eine hochschulische Ausbildung für Lehrkräfte zum Standard wird. Angebote sind bisher in den einzelnen Bundesländern jedoch noch rar anzutreffen und Studienplätze damit begrenzt und heiß begehrt.

Ab dem kommenden Herbstsemester 2020 ergibt sich für den Raum Berlin eine weitere Möglichkeit für die Professionalisierung des Lehrberufes in den Gesundheitsberufen. Der Masterstudiengang Pädagogik in Gesundheitsberufen wird vom DIW-MTA zusammen mit der fh gesundheit (Fachhochschule mit Sitz in Österreich) in Berlin für Lehrende an Schulen des Gesundheitswesens (zum Beispiel MTA-Schulen, Pflegeschulen) sowie für diejenigen, die es werden wollen, angeboten und schließt mit einem anerkannten Abschluss „Master of Science in Health Science Education“ ab. Das Masterstudium ist berufsbegleitend, also kann neben dem eigentlichen Job absolviert werden. Wie? In Blöcken (zum Beispiel von drei bis vier Tagen am Stück), die über die vier Semester verteilt werden, nehmen die Studierenden an ihren Lehrveranstaltungen teil und beschäftigen sich zwischen den einzelnen Lehrblöcken im Selbststudium mit den vorgegebenen Lehrstoffen der Dozierenden, und natürlich mit Themen, die besonders für jede/n Studenten/-in individuell interessant sind. Durch die Option des berufsbegleitenden Studierens ist das Angebot nicht nur für die Berliner und Brandenburger interessant, sondern für die ganze Republik. Im Studium wird E-Learning als methodischer Bestandteil im Sinne eines Lernsupports eingesetzt und vor allem als Teil von Blended Learning in dafür geeigneten Lehrveranstaltungen verwendet.

Digitale Kompetenz: Was ist das eigentlich?

Anknüpfend an den aktuellen Shutdown der Schulen, als eine der Strategien zur Vermeidung eines zu schnellen Verbreitens des COVID-19-Virus, ist der Gedanke eines digitalen Unterrichtens bei gleichem Outcome schnell verflogen: Fehlt es nicht nur an der nötigen Infrastruktur der Schulen, sondern auch an dem routinierten Umgang mit digitalen Lerntools, sprich an einer digitalen Kompetenz. Das bedeutet nicht gleich, dass ein jüngerer Kollege oder eine jüngere Kollegin automatisch „digital-versierter“ ist, entgegen der Trendauffassung: Aber das sind doch Digital Natives. Mit der Implementierung des Europäischen Rahmens für die Digitale Kompetenz von Lehrenden (Dig-CompEdu) wird die Bedeutung dieser Kompetenz auf allen Bildungsebenen, von allgemeinbildenden und berufsbegleitenden Schulen bis hin zur Hochschul- und Erwachsenenbildung kenntlich gemacht. Hiermit soll ein allgemeiner Bezugsrahmen geschaffen werden, um Lehrende beim Einsatz digitaler Medien zur Verbesserung und Innovation von Bildungsangeboten zu unterstützen [3].

Auf der Lehr- und Lernebene hieße dies, den Einsatz von digitalen Geräten und Materialien für die Lehre planen und gestalten zu können, aber auch das Lernen unter Nutzung digitaler Medien begleiten zu können, um die Interaktionen mit den Lernenden je nach gewählter Sozialform des Unterrichts (individuell, in der Gruppe) zu meistern. Auch kollaboratives Lernen und selbstgesteuertes Lernen sollen durch einen fachgerechten Einsatz digitaler Technologien eingesetzt werden, um den Lernenden zu befähigen, selbst über digitale Medien zur Kommunikation und Kooperation innerhalb und außerhalb der Lerngruppe zu verbessern [3]. Digitale Teilhabe, kritischer Umgang mit digitalen Medien, digitales Problemlösen oder Informations- und Medienkompetenz sind weitere Schlagworte, welche die Diversität des Begriffes Digitale Kompetenz verdeutlichen. Im Masterstudium Pädagogik in den Gesundheitsberufen spielt die Digitale Kompetenz als feste Größe zur Qualifizierung von Lehrkräften eine wichtige Rolle.

Digitale Kompetenz im Studium: Teleteacher, Telecoach, Medienwerkstatt

Bereits im ersten Semester des Studiums Pädagogik in den Gesundheitsberufen werden neben den wichtigen Grundlagen und Vertiefungen zur Methodik und Didaktik des Unterrichtens die Themen Medientheorien und Medienmodelle (Theorien, Unterrichtsplanung auf Basis der Mediendidaktiktheorien, Medieneinsatz im Unterricht) behandelt. Mit der Lehrveranstaltung Teleteacher wird ein Unterricht im realen und virtuellen Klassenraum gelehrt und im späteren Semester mit dem Thema Telecoach fortgeführt, um eine Entscheidungsgrundlage über die Einführung, Integration und Durchführung von E-Learning-Lehrgängen treffen zu können. Das erste Semester zeigt hierbei einen ersten Ausblick auf das Thema Digitale Kompetenz. In der im zweiten Semester stattfindenden Medienwerkstatt probieren sich die Studierenden an digitalen Medien (Powerpoint, Film et cetera) und in der Erstellung von Medienangeboten für konkrete Unterrichtssituationen und Erprobung der erstellten Medien (konkretes Handling) aus. Grundlegende Aspekte der Content- und Medienproduktion wie zum Beispiel die Erstellung von Online Tutorials und User Guides, Erstellung und Implementierung von Tests werden ebenso gelernt.

Berufliche Tätigkeitsfelder

  • Absolventen/-innen des Studiums üben eine pädagogische Tätigkeit in professioneller Weise an folgenden Einrichtungen aus:
  • Institutionen der Aus-, Fort- und Weiterbildung im Gesundheitswesen (Fachhochschulen beziehungsweise Anbieter von FH-Studiengängen, Hochschulen, Gesundheits- und Krankenpflegeschulen)
  • Institutionen zur Förderung und Erhaltung von Gesundheit (zum Beispiel Gesundheitsämter, Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend)
  • Höhere Schulen mit Schwerpunkt Gesundheit
  • Kindergärten und Pflichtschulen im Rahmen des Unterrichtes zur Gesundheitserziehung
  • Öffentliches Gesundheitswesen (Aus-, Fort- und Laienbildung)
  • Betriebe
  • Oder auch als Freiberufler/-innen

Zugangsvoraussetzungen für das Studium

Voraussetzung für das Studium ist eine abgeschlossene Berufsausbildung im Gesundheitswesen (zum Beispiel MTLA, MTRA, MTAF, VMTA, PTA) oder beispielsweise der Abschluss eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums in einem Gesundheitsberuf. Angehörige von Gesundheitsfachberufen mit abgeschlossener Weiterbildung am DIW-MTA können sich diese anrechnen lassen und nur noch (in der Regel) die Masterzulassungsprüfung absolvieren. Für Absolventen/-innen von Weiterbildungen anderer Anbieter muss durch die Lehrgangsleitung die Gleichwertigkeit individuell überprüft werden. Für Angehörige von Gesundheitsberufen, die keine Fachweiterbildung absolviert haben, besteht die Möglichkeit, am DIW-MTA das notwendige fachliche Niveau als Voraussetzung für das Masterstudium in einem Mastereinstiegsprogramm zu erlangen. Der Studienantritt ist auch ohne Abitur möglich: Personen ohne formale Hochschulzugangsberechtigung können unter bestimmten Voraussetzungen den Masterlehrgang absolvieren, sofern sie das Mastereinstiegsprogramm am DIW-MTA absolviert und eine Hochschulzugangsprüfung sowie die Masterzulassungsprüfung abgelegt haben.

Bewerbung für das Herbstsemester 2020

Ihre Bewerbung zum Studienstart 25. September 2020 (WiSe 20/21) ist bis spätestens zum Anmeldeschluss am 15. Juni 2020 unter Verwendung des standardisierten Anmeldeformulars sowie der geforderten Unterlagen über die fh gesundheit möglich. Die Bewerbung ist direkt an die fh gesundheit tirol zu richten. Gerne unterstützt das DIW-MTA im Bewerbungsprozess.

 

Kontakt:
DIW-MTA e.V., info@diw-mta.de
oder Lehrgangsleitung Masterprogramm (Standort Berlin)
FH-Prof. Dr. Marco Kachler & Janine Romppel, M.A.
janine.romppel@fhg-tirol.ac.at, marco.kachler@fhg-tirol.ac.at

 

Literatur

1.    taz. Ronzheime M. 23. März 2020. Plötzliches Lernen in Corona-Zeiten. Plötzliches Realexperiment: taz.de/Digitales-Lernen-in-Corona-Zeiten/!5669068/ (last accessed on 2 April 2020).

2.    Institut der Deutschen Wirtschaft: www.iwkoeln.de/presse/iw-nachrichten/beitrag/david-b-meinhard-warum-muss-uns-erst-coro na-zum-digitalen-lernen-zwingen.html (last accessed on 2 April 2020).

3.    Caena F, Redecker C: Aligning teacher competence frameworks to 21st century challenges: The case for the European Digital Competence Framework for Educators (DIGCOMPEDU), EUROPEAN JOURNAL OF EDUCATION, ISSN 0141–8211 (online), 54 (3), 2019, p. 356–69, JRC117352.

 

Überblick Pädagogik in den Gesundheitsberufen

Studienstart: 25. September 2020 (WiSe 20/21)
Bewerbungsfrist: 15. Juni 2020
Studiendauer: 4 Semester (Wochenendblockveranstaltungen)
Studiengebühr: 2.250 EUR pro Semester (zzgl. 20,20 Euro ÖH-Beiträge pro Semester)
Zielgruppe: MTLA (Biomedizinische Analytik), MTRA (Radiologietechnologie), MTAF, VMTA, OTA, ATA, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Orthoptik, Notfallsanitäter, Diätassistenz, Podologie, PTA, Hebammen, Gesundheits- und Krankenpflege, Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie
Abschluss: Master of Science in Health Science Education (MSc)

NEU ab 2021: Master in Radiologietechnologie

Ab dem Herbstsemester 2021 wird ein Masterstudium für Radiologietechnologie in Kooperation mit dem DIW-MTA und der fh gesundheit (fhg – Zentrum für Gesundheitsberufe Tirol GmbH) in Innsbruck (Österreich) angeboten. Das fünfsemestrige Studium ist berufsbegleitend und wird am Studienstandort Lüdenscheid (NRW) ausgerichtet. Bewerben können sich: MTRA, Radiolologietechnologen/-innen, Fachmann/Fachfrau für medizinisch-technische Radiologie oder vergleichbare radiologisch-technische Berufe. Absolventen/-innen des Masterlehrgangs sind hochqualifizierte Experten/-innen in der Radiologietechnologie, die vor allem für Spezialaufgaben in radiologischer Diagnostik, Strahlenschutz, Dosimetrie und Qualitätssicherung vorbereitet sind. Sie sind insbesondere qualifiziert, Führungsaufgaben in radiologischen Instituten in Gesundheitseinrichtungen (zum Beispiel Krankenhaus, Praxis, MVZ), aber auch in der Forschung zu übernehmen. Auch in der Aus- und Weiterbildung sind Absolventen/-innen mit Masterabschluss sehr gefragt.

Die Termine finden Sie alsbald auf der Website des DIW-MTA oder fh gesundheit. Ein sogenanntes Mastereinstiegsprogramm ermöglicht auch für diejenigen den Mastereinstieg, welche keine aktuelle Fachweiterbildung von mindestens 250 Stunden vorweisen können. Einstieg auch ohne Abitur möglich! MTRA, mit abgeschlossener Weiterbildung am DIW-MTA (zum Beispiel Fachqualifikation Radiologietechnologie, Gesundheitsbetriebswirtschaft, Fachwirt MedIT, Mentoring & Praxisanleitung) sind vom Mastereinstiegsprogramm befreit und müssen nur eine Masterzulassungsprüfung absolvieren.

Nach bestandener Abschlussprüfung wird der akademische Grad „Master of Science in Radiological Technologies (MSc)“ durch die Fachhochschule (fh gesundheit) nach österreichischem Hochschulrecht verliehen.

Studien-Service-Center der fh gesundheit simone.vitzthum@fhg-tirol.ac.at
oder schreiben Sie an info@diw-mta.de

 

Entnommen aus MTA Dialog 5/2020