IGeL-Monitor

M2-PK-Test mit „unklar“ bewertet

Der IGeL-Monitor bewertet den M2-PK-Test mit „unklar“. Die ärztliche Leitlinie zum Darmkrebs von 2017 sieht den M2-PK-Test kritischer, denn sie rät von dem Test ab.

Darmkrebs

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. | nerthuz - stock.adobe

Zusätzlich oder alternativ zum Früherkennungsprogramm der Krankenkassen bieten Ärztinnen und Ärzte weitere Maßnahmen zur Früherkennung von Darmkrebs an. Eine davon ist der M2-PK-Test. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IGeL-Monitors wollten wissen, ob der M2-PK-Test Todesfälle durch Darmkrebs verhindern kann, wenn er statt des Blutstuhltests oder zusätzlich zum Blutstuhltest verwendet wird.

Darmkrebs unter dem Mikroskop

Mit einem einfachen Bluttest könnte in Zukunft das Risiko für Darmkrebs und seine Vorstufen individuell bestimmt und ein dem Risiko angepasstes Alter für den Beginn der Vorsorge empfohlen werden. Dies zeigten Wissenschaftler im DKFZ in einer Studie mit über 1.000 Teilnehmern der Vorsorge-Koloskopie.

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Sie fanden jedoch keine Studien, die diese Frage direkt untersucht haben. Es ist also nicht klar, ob der M2-PK-Test ein sinnvoller Ersatz für den Blutstuhltest ist oder ob er den Blutstuhltest sinnvoll ergänzen kann. Der IGeL-Monitor bewertet den M2-PK-Test mit „unklar“. Die ärztliche Leitlinie zum Darmkrebs von 2017 sieht den M2-PK-Test kritischer, denn sie rät von dem Test ab.

Vor allem ältere Menschen sind von Darmkrebs betroffen. Während Darmkrebs bei Menschen unter 50 Jahren sehr selten ist, tritt er bei Menschen ab 60 zunehmend häufiger auf. Pro Jahr erkranken knapp 30.000 Frauen und knapp 35.000 Männer an Darmkrebs. Ein besonders hohes Risiko haben zum Beispiel Menschen, die rauchen, übermäßig trinken, sich wenig bewegen und sich ungesund ernähren.

Suche nach verborgenem Blut im Stuhl

Besonders gefährdet sind auch Menschen mit Darmkrebsfällen in der Familie, mit bestimmten Erbkrankheiten sowie mit Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Darmkrebs entsteht in den allermeisten Fällen aus Vorstufen, den Adenomen. Diese lassen sich bei der Darmspiegelung meist gut erkennen und entfernen, sodass aus ihnen kein Darmkrebs mehr entstehen kann.

Zur Früherkennung beziehungsweise Vorsorge von Darmkrebs können Versicherte ab dem Alter von 50 Jahren einen Stuhltest oder alternativ ab dem Alter von 55 Jahren zweimal im Abstand von 10 Jahren eine Darmspiegelung, fachsprachlich Koloskopie, machen lassen. Seit 2017 wird statt des Guajak-basierten fäkalen okkulten Bluttests (gFOBT) ein immunologischer Blutstuhltest (iFOBT) verwendet. Beide suchen nach verborgenem Blut im Stuhl, aber mit verschiedenen Nachweisverfahren. Ab April kommenden Jahres wird die Altersgrenze bei der Darmspiegelung für Männer auf 50 Jahre gesenkt.

Neben diesen Maßnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung bieten Ärzte verschiedene IGeL zur Früherkennung von Darmkrebs an. Dazu zählen zum Beispiel die Darmspiegelung vor dem Alter von 55 Jahren, häufigere Darmspiegelungen, Kohlendioxid zum Aufblasen des Darms bei der Darmspiegelung, die virtuelle Darmspiegelung sowie der M2-PK-Test.