Neue Studie

Lungenwurminfektionen bei Katzen unterschätzt?

Eine aktuelle Studie aus der Schweiz legt die Vermutung nahe, dass Infektionen mit dem Lungenwurm Aelurostrongylus abstrusus bei der Katze häufiger vorkommen als bislang angenommen.

Aelurostrongylus abstrusus

Aelurostrongylus abstrusus häufiger als gedacht? | ©Vasyl - stock.adobe.com

Aelurostrongylus abstrusus ist ein weltweit vorkommender Lungenwurm der Katze, der verschiedene respiratorische Symptome hervorruft. Bei der Studie wurden 4.067 Katzenseren der Schweiz mit ELISAs auf Antikörper gegen A. abstrusus getestet. Insgesamt waren 10,7% (434/4067, 95% Konfidenzintervall [KI]: 9,7-11,7%) der Katzen positiv, mit Variationen zwischen 0,0 und 20,0% je nach biogeographischer Region. Zwischen dem Westlichen (13,9%, KI: 11,4-16,7%) und dem Östlichen (9,2%, KI: 8,0-10,5%) Mittelland wurden signifikante Unterschiede gefunden, was womöglich die Eignung der verschiedenen Regionen für Zwischenwirte widerspiegelt. Seropositive Katzen kamen meist aus Regionen unterhalb 700 m ü. M. (90,3%) und mit mittleren Januartemperaturen über 2°C (98,9%), was darauf hinweist, dass Höhe und Temperatur ein limitierender Faktor für A. abstrusus Infektionen sind.

Offenbar haben unkastrierte Katzen und junge Katzen ein höheres Risiko. Betrachtet man nämlich verschiedene Risikofaktoren (Teilprobe: 1.000 Datensätze), so war die Prävalenz in unkastrierten Katzen höher (15,5%) als in Kastrierten (5,8%). Junge Katzen zwischen 11-22 Monaten waren signifikant häufiger betroffen (10/76, 13,2%) als Welpen (1/34, 2,9%) und erwachsene und alte Katzen (58/889, 6,5%).

Wie bekommen Katzen Lungenwürmer?

Katzen nehmen die mikroskopisch kleinen Lungenwurmlarven meist aus ihrer Umwelt auf. Überträger sind Schnecken, die häufig die Larven in sich tragen. Auch wenn Katzen nicht unbedingt eine Vorliebe für die Weichtiere haben, kann es sein, dass sie sie versehentlich aufnehmen - etwa beim Grasfressen. Denn winzig kleine Schnecken können an Grashalmen anhaften und so unbemerkt vom Vierbeiner mitverschluckt werden. Auch beim Trinken aus kontaminierten Wasserstellen, wie Pfützen oder draußen stehenden Wassernäpfen, sowie beim Verzehr von Mäusen und Vögeln können sich Katzen mit den Parasiten infizieren.

Katzen sind gefährdet

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Was passiert bei einem Lungenwurmbefall?

Der Lungenwurm der Katze besiedelt die Atemwege. Hat sich ein Tier mit Lungenwürmern infiziert, können die gesundheitlichen Schäden daher sehr vielfältig sein, weswegen sie nicht immer gleich erkannt werden. So kann es zu Entzündungen in den Lungen kommen, die sich etwa durch Husten oder Räuspern bis hin zu massiven Atembeschwerden äußern können. Unbehandelt kann ein Lungenwurmbefall sogar zum Tod führen. Grundsätzlich sollten Halter bei Atemwegssymptomen ihrer Tiere wie starkem Husten daher auch an Lungenwürmer denken.

Was können Tierhalter tun, um ihre Katze zu schützen?

Einen vorbeugenden Schutz vor Lungenwürmern gibt es für Katzen leider nicht. Eine regelmäßige Entwurmung mit entsprechend zugelassenen Wirkstoffen aus der Tierarztpraxis ist somit wichtig, um sie vor den Folgen einer Lungenwurminfektion zu schützen. So kann ein Lungenwurmbefall beispielsweise frühzeitig bekämpft werden, bevor er Schaden anrichtet. Da viele Katzen nur ungern Tabletten schlucken, sind Spot-on-Präparate oft einfacher in der Handhabung. Bei diesen werden die Wirkstoffe auf die Haut im Nacken des Vierbeiners getropft.

Bei einem begründeten Verdacht auf eine Lungenwurminfektion untersucht der Tierarzt meist Kotproben der Katze. Wird ein vorhandener Lungenwurmbefall rasch mit speziellen Wurmmitteln behandelt, stehen die Chancen auf eine völlige Genesung gut.

 

Literatur:

Gueldner, E. K., Gilli, U., Strube, C., Schnyder, M (2019): Seroprevalence, biogeographic distribution and risk factors for Aelurostrongylus abstrusus infections in Swiss cats. In: Veterinary Parasitology 266 (2019) 27-33, DOI: doi.org/10.1016/j.vetpar.2018.12.013.


Quelle: Bayer, UZH