Gesundheitsberufe

Lernziel Patientensicherheit oft ungenügend

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit fordert eine flächendeckende Ausbildung von Anfang an.

Patientensicherheit

In den Ausbildungsordnungen der meisten medizinischen und pflegerischen Berufen spielt die Patientensicherheit eine untergeordnete Rolle. | Fotolia/Syda Productions


Patientensicherheit als Lernziel ist bisher nicht systematisch in Ausbildung und Studium der Gesundheitsberufe verankert. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Erhebung des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS). Doch wer die Sicherheitskultur verbessern möchte, fange am besten bei der Ausbildung an. Um diese Entwicklung voranzubringen und entsprechende Kenntnisse frühzeitig und flächendeckend an Ärzte, Apotheker und weitere Gesundheitsberufe zu vermitteln, hat das APS seine 11. Jahrestagung vom 14. bis 15. April in Berlin unter das Motto „Patientensicherheit kann man lernen – wie kommt das Wissen in die Praxis“ gestellt.

„Es ist für Patientensicherheit entscheidend, dass sie in der medizinischen und pflegerischen Laufbahn von Anfang an im Fokus steht – und dass auch die entsprechenden Kenntnisse im Lernzielkatalog stehen“, sagt Hedwig François-Kettner, Vorsitzende des Aktionsbündnisses.

„Nach unseren aktuellen Recherchen ist ein umfangreicher Katalog von Kompetenzen zur Patientensicherheit lediglich in zwei Ausbildungsordnungen festgeschrieben“, sagt François-Kettner. Dabei handelt es sich um die Ausbildung zum/r Anästhesietechnischen Assistenten/in und zum/r Operationstechnischen Assistenten/in. Keine Vorgaben zur Vermittlung entsprechender Kompetenzen gebe es dagegen für das Zahnmedizinstudium und für die Physiotherapie-Ausbildung.

Alle anderen medizinischen oder patientennahen Berufe – inklusive dem Studium der Humanmedizin – liegen zwischen diesen Extremen: Laut Ausbildungsordnungen vermitteln sie dem APS zufolge nur sehr begrenzte Kompetenzen zur Patientensicherheit, etwa allgemeine Aspekte der Hygiene, der Kommunikation oder der Arbeitsorganisation. Das APS setzt sich daher dafür ein, dass wesentliche Aspekte der Patientensicherheit stärker in den jeweiligen Ausbildungsordnungen verankert werden.

Die innerhalb des APS bestehende Arbeitsgruppe „Bildung und Training“ hat im Jahr 2013 einen Lernzielkatalog erarbeitet, der allen medizinischen Bildungseinrichtungen zur Verfügung steht. Ziel ist es, Hilfestellung und Orientierung zu bieten, welche Kompetenzen zur Patientensicherheit in der Ausbildung vermittelt werden sollten. Leider könne von einer breitflächigen Anwendung bisher jedoch noch nicht die Rede sein, bedauert François-Kettner.

Quelle: Wege zur Patientensicherheit: Lernzielkatalog für Kompetenzen in der Patientensicherheit. Eine Empfehlung des Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.