Marburger Bund

Lehren aus der COVID-19-Krise

Der Marburger Bund fordert unter anderem den Ausbau der personellen, infrastrukturellen und finanziellen Ressourcen insbesondere im intensivmedizinischen Bereich. Auch Konzepte zur Prävention psychischer Belastung des Gesundheitspersonals seien notwendig.

COVID-19-Krise

Die COVID-19-Krise im Jahr 2020 hat das Gesundheitswesen in Deutschland extrem gefordert und teilweise an seine Grenzen gebracht. | gpointstudio - stock.adobe.com

Es war eine Premiere: Erstmalig fand die Hauptversammlung des Marburger Bundes (MB) nicht als Präsenzveranstaltung statt, sondern digital über ein webbasiertes System. Die rund 200 Delegierten der 137. Hauptversammlung des MB diskutierten am 7. November unter anderem über die COVID-19-Krise und die Lage in den Krankenhäusern.

Intensivbetten

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Dr. Gerald Gaß, hat sich besorgt über die deutlich steigende Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus geäußert.

 

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„Die COVID-19-Krise im Jahr 2020 hat das Gesundheitswesen in Deutschland extrem gefordert und teilweise an seine Grenzen gebracht. Heute kann festgestellt werden, dass es Deutschland bislang im Wesentlichen gelungen ist, eine Überlastung zu verhindern“, heißt es in einem Beschluss. Dies sei in erster Linie dem hohen Einsatz der im Gesundheitswesen Beschäftigten zu verdanken. Allerdings seien auch Mängel zutage getreten, die umgehend abgestellt werden müssten, um der aktuellen Pandemie in ihrem weiteren Verlauf und künftigen Pandemien besser begegnen zu können.

Der Marburger Bund fordert daher:

  • Ausbau der personellen, infrastrukturellen und finanziellen Ressourcen insbesondere im intensivmedizinischen Bereich
  • Ausbau der personellen, infrastrukturellen und finanziellen Ressourcen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes
  • Finanzielle Sicherstellung pandemierelevanter Krankenhauskapazitäten (Notfallreserve)
  • Errichtung einer Landesreserve für Schutzausrüstung, Festlegung der Verteilung sowie Bevorratung und Finanzierung von zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung essenziellen Gütern und Strukturen
  • Aufbau ausreichender und ausfallsicherer Kapazitäten zur Produktion von Arzneimitteln und deren Wirkstoffgrundlage, Impfstoffen und Schutzausrüstungen durch Förderung der Produktion in der Europäischen Union Beschleunigter Aufbau eines elektronischen Infektionsmeldesystems, das alle Beteiligten digital miteinander vernetzt und ein schnelles Reagieren der Behörden ermöglicht. Testergebnisse müssten möglichst in Echtzeit verfügbar sein
  •  Ausbau der bilateralen, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in den Grenzregionen
  •  Ausbau und Förderung ausreichender Laborkapazitäten mit Berücksichtigung im Pandemieplan
  •  Aktualisierung der Pandemiepläne in Bund und Ländern mit Berücksichtigung eines Stufensystems zur  Vorhaltung von Versorgungskapazitäten bei vermehrtem infektiologischen Patientenaufkommen
  •  Eine gesellschaftliche Debatte zum Umgang mit begrenzten Ressourcen
  •  Konzepte zur Prävention psychischer Belastung des Gesundheitspersonals.




Quelle: MB, 10.11.2020