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Langya-Henipavirus unter ECDC-Überwachung

Neu in China aufgetauchtes Virus
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Crocidura lasiura
Crocidura lasiura © Hyun-tae Kim, CC-BY 4.0, wikimedia
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Laut einer Gruppe chinesischer Wissenschaftler wurde in China der Nachweis eines bisher unbekannten, phylogenetisch unterschiedlichen Henipavirus mit dem Namen Langya-Henipavirus (LayV) gemeldet.

Im Rahmen seiner epidemischen Aufklärungsaktivitäten überwacht das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) das Auftreten von Infektionen mit neu auftretenden menschlichen Krankheitserregern, einschließlich Viren der Gattung Henipavirus. Auf der Grundlage der derzeit verfügbaren begrenzten Informationen wird das Risiko für EU-Bürger, die die chinesischen Provinzen Shandong und Henan, in denen das Virus gemeldet wurde, besuchen oder dort wohnen, als sehr gering eingeschätzt. Ebenso schätzt das ECDC das Infektionsrisiko für EU-Bürger in Europa als sehr gering ein. Das Virus wurde durch Sentinel-Überwachung von Fieberfällen mit einer Vorgeschichte mit kürzlichem Kontakt zu Tieren in Ostchina identifiziert. Zwischen April 2018 und August 2021 wurden somit 35 Patienten mit akuter LayV-Infektion in den chinesischen Provinzen Shandong und Henan entdeckt.

Symptome

Die folgenden Symptome/Anzeichen wurden berichtet: Fieber, Müdigkeit, Husten, Anorexie, Myalgie, Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen. Die Mehrheit (85 %) der Fälle, für die Angaben zum Beruf vorliegen, waren Landwirte. Eine Serountersuchung von Haustieren wies Seropositivität bei Ziegen (in 2 % der getesteten Seren) und Hunden (5 % der getesteten Seren) auf. Wildnager- und Spitzmausproben wurden auf LayV-Infektion getestet. Virale RNA wurde in drei Nagetier- und zwei Spitzmausarten nachgewiesen, überwiegend in Crocidura-lasiura-Spitzmäusen. Zwischen den Fällen in der Studie wurde kein epidemiologischer Zusammenhang festgestellt. Dies würde die Hypothese sporadischer zoonotischer Übertragungen stützen. Dafür spricht, dass ein großer Teil der Fälle Landwirte sind und daher eher mit Tieren in Kontakt kommen als die allgemeine Bevölkerung. Es gibt zumindest bisher keinen Hinweis auf eine Übertragung von Mensch zu Mensch. Allerdings kann das ECDC die Möglichkeit nicht ausschließen. Weitere Forschung wird erforderlich sein, um die Art(en) der Übertragung von LayV zu verstehen.

Bisher keine Todesfälle

Von den chinesischen Autoren wurden keine Todesfälle unter den Patienten berichtet, was auf eine relativ geringe Schwere der Erkrankung hindeuten könnte. Die gemeldeten Symptome und Anzeichen seien nicht spezifisch, sodass das ECDC das Auftreten von Fällen beim Menschen vor 2018 und eine breitere geografische Verbreitung des Virus nicht ausschließen kann. Henipaviren haben ein breites Wirtsspektrum, und obwohl Spitzmäuse von den Autoren als natürliches Reservoir vermutet werden, seien weitere Untersuchungen erforderlich, um die Wirts- und Reservoirarten zu verstehen, so die Wissenschaftler. Der Nachweis dieses Virus der Gattung Henipavirus wurde bisher nicht beschrieben, daher unterstreiche dies das kontinuierliche Risiko des Auftretens (neuer) Krankheitserreger. Weitere Forschung wird angemahnt. Die Überwachung des Auftretens von Krankheitserregern bleibe indes ein entscheidendes Instrument für die frühzeitige Reaktion auf potenzielle pandemische Krankheitserreger, betont das ECDC.

Quelle: ECDC

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