Weiter sinkende Positivrate

KW 19: Deutlich weniger SARS-CoV-2-PCR-Tests

Aktuelle Daten der Akkreditierten Labore in der Medizin – ALM e. V. zeigen, dass die dritte Welle der SARS-CoV-2-Infektionen in Deutschland deutlich abzuflachen scheint. Die Positivrate lag in der vergangenen Woche bei 8,8 Prozent (Vorwoche: 10,8 Prozent).

Corona Tests

Zahl der Corona-PCR-Tests sinkt | Microgen, stock.adobe.com

Allerdings ist auch die Zahl der insgesamt durchgeführten SARS-CoV-2-PCR-Tests, die nun bei 933.064 liegt (KW 18: 1.093.071), stark zurückgegangen. Die Auslastung sackte somit auf nur noch 47 Prozent ab. Insgesamt fielen laut Analyse des ALM e.V., an der jetzt 178 Labore aus dem ambulanten und stationären Bereich teilnehmen, 82.176 SARS-CoV-2-PCR-Testungen positiv aus (KW 18: 117.596). Den Rückgang der Tests führen die Labore zum Teil auf das Himmelfahrts-Wochenende zurück, denn typischerweise suchten an Feiertagen und langen Wochenenden weniger Menschen einen Arzt oder eine Teststelle auf, sodass in der Folge weniger Tests angefordert werden. Auch seien einige Praxen und Testzentren geschlossen gewesen. Daneben gebe es auch einen möglichen Einfluss durch das breite Angebot an Antigen-Schnellesten.

Antigen-Testergebnisse
Antigen-Testergebnisse bilden eine Momentaufnahme ab [1]

Kapazitäten aufrecht erhalten

Dr. Michael Müller, 1. Vorsitzender des ALM e. V., plädiert dafür, die Kapazitäten so lange aufrecht zu erhalten, bis klar sei, wie sich die Pandemie entwickele. Auch sei im Herbst mit einem Wiederaufflammen der Influenza zu rechnen. Dann werde PCR-Kapazität benötigt. Auch sei bei der Beobachtung der SARS-CoV-2-Varianten (VOC) Obacht geboten. Es sei wichtig, eine Dynamik möglichst frühzeitig zu erkennen.

Bei den vielfach eingesetzten Antigen-Schnelltesten mahnte Müller zur Vorsicht und verwies auf die neue Publikation des RKI [1] zu diesem Thema. Beim Betrachten des Nutzens von SARS-CoV-2-Antigen-Tests in der Teststrategie müssten die Limitationen beachtet werden, z.B. bei Restaurantbesuchen. Es wurde abermals darauf hingewiesen, dass trotz der guten Verfügbarkeit und einfachen Handhabung der SARS-CoV-2-Antigentests diese nur eine begrenzte Aussagekraft haben. „Das Ergebnis hat maximal am gleichen Tag Gültigkeit und ist mit Unsicherheiten behaftet. Deshalb können Antigentests nur als Ergänzung zur fachärztlichen Labordiagnostik gesehen werden“, betonte ALM-Vorstand Evangelos Kotsopoulos. „Auch wenn die nächste Antigentest-Station manchmal näher ist als der Gang zum Arzt: Kranke Menschen brauchen Ärzte – und die höchste Qualität und Expertise. Hier ist die PCR-Untersuchung das diagnostische Mittel der Wahl.“

Zeitlich begrenzte Nachweisfähigkeit von Infektionen
Zeitlich begrenzte Nachweisfähigkeit von Infektionen durch Antigentests und regelmäßiges, engmaschiges Testen schematisch dargestellt [1]

„Trotz berechtigter Zuversicht und Optimismus, was die kommenden Wochen betrifft, sollten wir weiterhin umsichtig und vorsichtig bleiben“, betonte Müller, „wir sollten das, was wir erreicht haben, nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.“ Seit fast einer Woche liegt die Inzidenz bundesweit unter 100. „Bei all der Freude und der zunehmend gelösten Stimmung in der Bevölkerung sollten wir ganz konsequent bis auf Weiteres die bekannten und bewährten Corona-Regeln einhalten“, sagte Müller.

 

Literatur:

1. Jenny MA, Lein I, Jung-Sendzik T, Eitze S, Drosten C, Betsch C: Kommunikationsempfehlungen zur Verbesserung des Verhaltens bei der Verwendung von PoC Antigen-Schnelltests und Selbsttests. Epid Bull 2021; 20: 3 -10, DOI: 10.25646/8481.