CoronavirusGesundheitspolitik

Kritik an verzögertem Impfbeginn in Arztpraxen

Kassenärztliche Bundesvereinigung
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Impfungen
Fünf Millionen Impfungen in der Woche sind in den Arztpraxen absolut machbar, betont die KBV. M.Rode-Foto - stock.adobe.com
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Die Vorstände der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gehen davon aus, dass ein schnelles Durchimpfen der Bevölkerung selbst mit aufgestockten Impfzentren nicht zu erreichen ist.

„Wir befürchten, dass das wohnortnahe, flächendeckende und schnelle Impfen in den Praxen im April nicht mehr stattfinden wird. Wenn wir aber eines nicht haben, dann ist es Zeit. Wir müssen schnell und konsequent impfen. Das geht nur mit den Praxen der niedergelassenen Hausärzte und Fachärzte- je eher je besser“, kommentierte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) den Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) zur Weiterentwicklung der Nationalen Impfstrategie.

„Was sind die Beweggründe solcher politischen Beschlüsse, die Patienten und Ärzte gleichermaßen frustrieren?“, fragte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. „Damit macht es Politik unmöglich, dass den Bürgerinnen und Bürgern kurzfristig ein flächendeckendes und wohnortnahes Impfangebot gemacht wird“, sagte er. „Den Impfturbo können wir so noch nicht auf Straße bringen. Aus dem Fahrt aufnehmen wird durch die gestrigen Beschlüsse eher ein Weiter so für den April fortgeschrieben“, ergänzte Gassen. Beide Vorstände zeigten sich überzeugt davon, dass ein rascheres Einbinden der Praxen mit dem Konzept des Bundesgesundheitsministers möglich gewesen wäre.

Maximale Geschwindigkeit bei den Impfungen

„Doch die Länder haben das Verfahren unnötig verkompliziert“, konstatierten Gassen und Hofmeister. „Die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen wollen impfen. Wir sind bereit: Jetzt und sofort. Doch man lässt uns im Unklaren. Aber nicht nur das! Die Politik will zuerst die Impfzentren mit Impfstoffen ausstatten und deren Finanzierung absichern, danach folgen die Praxen mit den übrig gebliebenen Resten. Das ist ein Unding! So wird das Engagement der Kolleginnen und Kollegen mit Füssen getreten“, zeigte sich Hofmeister empört.

Beide KBV-Vorstände betonten, dass ein schnelles Durchimpfen der Bevölkerung selbst mit aufgestockten Impfzentren nicht zu erreichen ist. „Das geht nur mit den Praxen: Fünf Millionen Impfungen in der Woche sind dort absolut machbar. Es geht darum, maximale Geschwindigkeit bei den Impfungen zu erreichen - es gibt aber offensichtlich noch einige, die das nicht verstanden haben“, so KBV-Chef Gassen abschließend.



Quelle: KBV, 11.03.2021

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