Hausärzteverband Brandenburg

Kritik an möglichen Grippeimpfungen in Apotheken

Per Gesetzentwurf schlägt das Bundesgesundheitsministerium vor, Grippeschutzimpfungen in Apotheken zu ermöglichen. Der Hausärzteverband Brandenburg warnt davor.

Grippeimpfung

Das Bundesgesundheitsministerium möchte Grippeimpfungen in Apotheken ermöglichen. | william87 - Fotolia

„Eine Impfung ist ein medizinischer Eingriff und darf nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden“, so Dr. Karin Harre, Vorsitzende des Hausärzteverbandes Brandenburg. Auch haben sich in Brandenburg bereits Landesärztekammer und Landesapothekerkammer in einer gemeinsamen Resolution deutlich gegen einen solchen Schritt ausgesprochen. Teamarbeit bedeute nicht, dass jeder alles macht, sondern jeder das macht, was er am besten kann“, so Harre.

Grippeimpfung

Ärzte, MTA und Pflegekräfte in deutschen Krankenhäusern schützen sich häufig nicht gegen Influenza. Einer Umfrage des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge lassen sich nur 40,1 % aller Mitarbeiter gegen die Grippe impfen, 43,3 % sind es beim Medizinisch-Technischen Personal.

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Der Hausarzt als kompetenter Ansprechpartner sollte auch die Koordination des Impfens in der Hand haben, so die Verbandsvorsitzende. Statt an den Ärzten vorbei mehr und mehr Regelungen am grünen Tisch zu schaffen, wäre es einfacher, die Rolle des Hausarztes als steuernden Ansprechpartner für den Patienten zu stärken. Es ist wissenschaftlich belegt, dass die Durchimpfungsraten höher sind, wenn die Patienten mit ihren gesundheitlichen Problemen zuerst die Hausärztin oder den Hausarzt aufzusuchen.

Quelle: Hausärzteverband Brandenburg, 17.04.2019